Dietikon

Gemeinderat genehmigte Mietkindergarten und privaten Gestaltungsplan

Sonnenhof: Die Überbauung der Reppisch-Werke Dietikon.

Sonnenhof: Die Überbauung der Reppisch-Werke Dietikon.

Vor und nach der ausführlichen Debatte um die Wintermantelzulage behandelte der Gemeinderat noch zwei andere Geschäfte.

Zu Beginn der Sitzung wählte er aber zunächst für den zurücktretenden Max Wiederkehr Roger Studer in die Rechnungsprüfungskommission. Nach der Ersatzwahl hatte der Rat über den Antrag der Exekutive zu entscheiden, mit der Eisenbahnergenossenschaft Dietikon einen Mietvertrag für einen Doppelkindergarten in der Überbauung Guggenbühl abzuschliessen. Ausserdem beantragte der Stadtrat einen Kredit von 415 000 Franken für den Ausbau der Mietsräume für den Kindergartenbetrieb.

Die Stadt hatte der Genossenschaft 2013 das Grundstück im Baurecht übergeben, unter anderem mit der Auflage, in der Überbauung einen Doppelkindergarten zu integrieren. Der Antrag  wurde vom Gemeinderat mit einem Stimmenverhältnis von 23:6 genehmigt. Allerdings nicht ohne deutliche Worte an die Adresse des Stadtrats. Bereits in der Rechnungsprüfungskommission (RPK) sei der „doch recht hohe“ Mietzins von allen Parteien kritisiert worden, sagte Kommissionsmitglied Anton Kiwic. Diese Kritik spiegelte sich in vielen Voten wieder. „Sogar im Limmat Tower kostet der Quadratmeter höchstens 240 Franken“, sagte Martin Müller (DP), der die Miete von 264 Franken pro Quadratmeter in der Überbauung Guggenbühl mit jedem anderen gewerblichen Mietobjekt in der Region verglichen hatte.

„Zurück an den Absender“, lautete sein Fazit. Das Ziel müsse ein Mietpreis von höchstens 210 Franken pro Quadratmeter sein. Auch Architekt Lucas Neff (Grüne) präsentierte seinen Ratskollegen eine Vergleichsrechnung, an deren Ende er feststellte, dass die Stadt zu den ausgehandelten Konditionen „40 000 Franken zu viel pro Jahr“ zahle. Dies und andere Gründe bedeuteten für den Fraktionspräsidenten der Grünen „ein klares Nein zur Vorlage“. Die Grünen würden sich aber der Stimme enthalten. Bei einer Ablehnung des Geschäfts gebe es neben der Stadt mit der Bahngenossenschaft nämlich noch eine weitere Verliererin.

Für die FDP entspreche der Mietzins dem Marktpreis und sei „in Ordnung“, sagte Fraktionspräsident Martin Romer. „Wichtig ist, dass damit keine Wohnungen quersubventioniert werden.“ Auch die SP/AL-Fraktion zeigte sich bereit, „die Rechnung zu zahlen, solange die Leistung erbracht wird“, so Anton Kiwic (SP). Das Projekt sei gelungen und nötig. Von einem überdimensionierten Projekt sprach hingegen Alfons Florian im Namen der SVP. „Aber Dietikon braucht den Kindergarten.“

Die Fraktion werde dem Antrag deshalb grossmehrheitlich zustimmen. Einstimmige Unterstützung erhielt das Geschäft von der CVP. Reto Siegrist beurteilte es als positiv, dass die Stadt hier für einmal nicht „gschmürzelet“ habe und die Raumgrössen den Richtlinien des schweizerischen Kindergärtnerinnenverbands entsprächen. „Somit kann effektiv ein Kapazitätsausbau im Quartier vorgenommen werden.“

Stadträtin Esther Tonini, die für das Geschäft den abwesenden Schulvorstand Jean-Pierre Balbiani vertrat, bezeichnete die Miete als gerechtfertigt. „Es ist kein günstiger Kindergarten. Aber die Miete deckt lediglich die Kosten.“

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