Dietikon
Gemeinderat bewilligt 9,5 Millionen für Freibad Fondli

Das 1948 erbaute Freibad Fondli soll für 9,5 Millionen Franken saniert werden. «Ein happiger Batzen» für Dietikon. Dennoch entschloss sich der Gemeinderat für die Sanierung.

Bettina Hamilton-Irvine
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Mindestens so attraktiv soll auch der Rest des Dietiker Freibads Fondli werden: Das Planschbecken wurde bereits 2004 saniert. MKE

Mindestens so attraktiv soll auch der Rest des Dietiker Freibads Fondli werden: Das Planschbecken wurde bereits 2004 saniert. MKE

Limmattaler Zeitung

Die Kosten seien enorm, gab Gemeinderat Martin Romer (FDP) berechtigterweise zu bedenken: Nicht weniger als 9,5 Millionen Franken will der Stadtrat in die Gesamtsanierung und Attraktivitätssteigerung des Freibads Fondli investieren. «Ein happiger Batzen» sei das für Dietikon, so Romer.

«Oder wir haben keine Badi mehr»

«Ist uns ein bisschen ‹bädele› so viel wert?», fragte der FDP-Politiker und gab die Antwort gleich selber: Dietikon brauche eine Badi und diese sei sowohl für die Attraktivität der Stadt als auch für die Volksgesundheit und als sinnvolle Freizeitbeschäftigung wichtig. Denn: «Wenn wir damit Jugendliche ins Bad locken und von der Strasse und den elektronischen Medien weg, dann ist das unbezahlbar.»

Doch es war gar nicht nötig, dass Romer seine Ratskolleginnen und -kollegen von der Notwendigkeit des Kredits zu überzeugen versuchte. Dass das 1948 erbaute und seit 40 Jahren kaum erneuerte Freibad (siehe Kontext) eine Sanierung dringend benötigt, schien praktisch allen einzuleuchten. «Entweder sanieren wir die Badi oder wir haben keine Badi mehr», sagt denn auch Rosmarie Joss (SP) als Sprecherin der Rechnungsprüfungskommission (RPK). Der Zustand der Wasseraufbereitungsanlage aus den frühen 1970er-Jahren sei dramatisch, so Joss: «Es ist ein Wunder, dass sie nicht bereits auseinandergefallen ist.»

Auch im Namen der SP sprach sich Joss für die Erneuerung der Badi aus – obwohl sie anmerkte, ihre Partei bedaure es, dass es nicht möglich sei, aus dem Freibad Fondli nach Schlieremer Vorbild eine Biobadi zu machen. Dies hingegen sah die SVP ganz anders, wie Irene Wiederkehr betonte: «Wir begrüssen es, dass von Naturfilterung abgesehen wird, da sie sich für unsere Badi nicht eignet.» Der Sanierung hingegen könne die SVP-Fraktion grossmehrheitlich zustimmen, so Wiederkehr: «Als Alternative käme nur eine Schliessung infrage, und das ist für uns keine Option.»

Motion der Grünen und SVP?

Von der offiziellen Haltung der SVP distanzierte sich hingegen Stephan Wittwer, der einen Rückweisungsantrag stellte. Es sei ihm zuwider, so Wittwer, dass die RPK, welche notabene auch ein Mitglied der Grünen Partei beinhalte, das Geschäft einfach durchwinken wolle – trotz «Anlagen, die enorm viel Strom fressen und nur dem Vergnügen dienen.» Wittwer erinnerte seine Ratskollegen daran, dass sie sich erst im April einstimmig dazu entschlossen hätten, die Gemeindeordnung mit einer Verpflichtung zu einem effizienteren Energieverbrauch zu ergänzen. «Ich kann euch sagen, mit diesem Projekt seid Ihr nicht auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft, sondern auf dem Holzweg», sagte Wittwer.

Lucas Neff (GP) erklärte, seine Partei begrüsse die Idee von erneuerbaren Energienquellen für die Badi. Jedoch sei es dringend, dass man mit der Sanierung nun vorwärtsmache, bevor die Badi «zusammenbreche». Er schlage vor, so Neff, dass die Grünen danach gemeinsam mit der SVP eine Motion vorbereiteten, die sich mit dem Thema auseinandersetzten. Ernst Joss (AL) meinte, es sei auch nicht umweltfreundlicher, die Badi verkommen zu lassen, bis die Leute stattdessen mit dem Auto ins Alpamare fahren würden.

Der Rückweisungsantrag wurde schliesslich mit 27 zu 4 Stimmen abgelehnt. Die Kredite für Sanierung und Attraktivität wurden mit 2 beziehungsweise 3 Gegenstimmen deutlich angenommen.