Niderfeld

Gemeinderäte sind sich sicher: «Der Gateway kommt», «Er kommt nicht»

Die Planung im Gebiet Niderfeld soll ohne Gateway-Terminal vorangetrieben werden. JK

Die Planung im Gebiet Niderfeld soll ohne Gateway-Terminal vorangetrieben werden. JK

Der Dietiker Stadtrat wird per Postulat verpflichtet, bei der Planung für den neuen Stadtteil den Gatewayterminal auszuklammern. Nur: Das tut er heute schon.

Darüber, ob der Containerumschlagterminal Gateway Limmattal nun gebaut wird oder nicht, gibt es die unterschiedlichsten Ansichten. Sie reichen von «Der Gateway kommt sowieso» bis «Er kommt sowieso nicht», wie an der Parlamentssitzung vom Donnerstagabend klar wurde.

Wie dem auch sei: Der Stadtrat soll nun die Planungsarbeiten im Entwicklungsgebiet Niderfeld weitertreiben, ohne das Gatewayterminal zu berücksichtigen. Dazu wurde er per Postulat von Gabriele Olivieri verpflichtet. Der CVP-Gemeinderat betonte am Donnerstag im Parlament, Dietikon sei der absolut falsche Standort. Dies hätten selbst die SBB gemerkt, weshalb nun der Standort Basel Nord erste Priorität habe.

Zwar wäre die Exekutive sowieso bereit gewesen, das Postulat anzunehmen. Doch die SP stellte sich gegen die Überweisung. «Der Gateway kommt sowieso», sagte Peter Wettler: Dazu habe das Volk nichts zu sagen. Obwohl tatsächlich der Terminal Gateway Basel Nord nun erste Priorität habe, werde auch der Terminal im Limmattal danach in Etappen realisiert. Die SP wolle dies nicht bekämpfen, da sie «seit eh und je» für die Verlagerung der Güter von der Strasse auf die Schiene gewesen sei.

Olivieris Kampf gegen den Gateway sei wie Don Quijotes Kampf gegen die Windmühlen, sagte Wettler: «Es wird ihm kein Erfolg beschieden sein.» Weil Politik ehrlich und verlässlich sein müsse, dürfe das Postulat nicht überwiesen werden.

Darüber ärgerte sich Rochus Burtscher (SVP) gewaltig: Da nerve sich Wettler regelmässig über den Lärm in Dietikon und sei dann nicht bereit, sich gegen den Gateway zu stellen. Sowieso sei es viel sinnvoller, die Terminals Basel Nord und Rekingen zu benützen. «Der Gatewayterminal in Dietikon wird nie wirtschaftlich sein, sondern müsste ewig subventioniert werden.»

Erstaunt über die Haltung der SP zeigte sich auch Ernst Joss (AL). Der Gateway sei nichts Positives und deshalb habe auch niemand in Dietikon einen Grund, sich dafür einzusetzen, sagte er. Als er selber noch der SP angehört habe, sei diese doch auch gegen das Projekt gewesen. Das Postulat sei auf jeden Fall ein sinnvoller Fingerzeig, so Joss: «Das ist ein Signal, das wir aussenden müssen.»

Auch die Grünen stellten sich gegen den Antrag der SP. Er verstehe die ganze Aufregung nicht, sagte Lucas Neff: «Der Gateway kommt sowieso nicht.» Einerseits sei er wirtschaftlich nicht sinnvoll, andererseits sei es unsinnig, etwas derart Lärmintensives in ein Wohngebiet zu stellen.

Verwunderung über Postulat

Zwar sei auch die FDP gegen den Gateway, sagte Werner Hogg. Trotzdem wundere er sich über das Postulat. Denn bereits heute sei eine Planung im Gang, bei der in keiner Art und Weise der Gateway berücksichtigt werde. Denn dieser werde, falls er denn komme, sowieso auf dem Areal des Güterbahnhofs geplant. Die Stadt habe keine Veranlassung, diesbezüglich etwas zu ändern.

Am Schluss war die Haltung des Parlaments eindeutig: Das Postulat wurde mit 26 zu 5 an den Stadtrat überwiesen. Nicht einmal die ganze SP-Fraktion konnte sich durchringen, Wettlers Antrag zu unterstützen: Fraktionspräsidentin Rosmarie Joss enthielt sich der Stimme.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1