Weiningen
Gemeindepräsident Haug über den Bundesratsentscheid zum Gubrist: «Es ist eine grosse Freude»

Das 163,5-Millionen-Franken-Projekt, für das Weiningen lange kämpfen musste, wird 2018 aufliegen. Auch beim Gestaltungsplan für das Gubrist-Areal geht es vorwärts.

David Egger
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Der Weininger Halbanschluss und das Gubrist-Westportal heute.

Der Weininger Halbanschluss und das Gubrist-Westportal heute.

Bundesamt für Strassen ASTRA, CH-3003 Bern

Nach der Bundesratsersatzwahl am Mittwoch konnte sich die Landesregierung gestern wieder dem ganz Wichtigen widmen. Will heissen: dem Gubrist. Genauer: der geplanten 100 Meter langen Überdeckung beim Westportal sowie der Verschiebung des Halbanschlusses um 200 Meter. Das generelle Projekt hierzu sowie das Geld dafür hat der Bundesrat nun genehmigt.
Es geht um 163,5 Millionen Franken. Maximal zehn Prozent teurer darf das Ausführungsprojekt werden, das nun als nächstes erarbeitet wird, um dann öffentlich aufgelegt zu werden. Wie Silvan von Wartburg, Sprecher der zuständigen Filiale Winterthur des Bundesamts für Strassen (Astra) sagt, steht noch nicht definitiv fest, wann die Auflage startet: «Nach heutigem Kenntnis- und Projektierungsstand streben wir eine Auflage in der ersten Hälfte des ersten Quartals 2018 an.»

Nach dieser Auflage und der Beendigung des Plangenehmigungsverfahrens soll das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) das Ausführungsprojekt Ende 2018 genehmigen, woraufhin das Detailprojekt erarbeitet wird.
Dem gestrigen Entscheid im holzgetäferten Bundesratszimmer dürften keine Diskussionen vorangegangen sein: Vielmehr ist es ein Vollzugsentscheid. Aber einer, der ohne die Weininger und Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP) gar nicht möglich, ja gar nicht erst nötig gewesen wäre – lange kämpften sie dafür, dass überhaupt abgeklärt wird, ob eine Überdeckung beim Gubrist-Westportal und eine weitere Verschiebung des Weininger Halbanschlusses sinnvoll sind. Entsprechend gut kommt nun die Kunde des Bundesratsentscheids in Weiningen an. «Selbstverständlich ist es eine grosse Freude, von diesem Entscheid zu hören. Es ist eine Bestätigung, dass nun alles auf gutem Weg ist», sagt Haug.

Hanspeter Haug, Gemeindepräsident (SVP) von Weiningen  «Selbstverständlich ist es eine grosse Freude, von diesem Entscheid zu hören. Es ist eine Bestätigung, dass nun alles auf gutem Weg ist.»

Hanspeter Haug, Gemeindepräsident (SVP) von Weiningen  «Selbstverständlich ist es eine grosse Freude, von diesem Entscheid zu hören. Es ist eine Bestätigung, dass nun alles auf gutem Weg ist.»

Sophie Rüesch

Ein erstes Ausführungsprojekt für den Ausbau zwischen Gubrist-Westportal und Limmattaler Kreuz lag schon 2008 vor. Darin war aber keine Überdeckung eingeplant, weshalb Weiningen bis vor Bundesgericht gehen musste, um zu ihrem Recht zu kommen. Eigentlich hätte die Gemeinde einen 270-Meter-Deckel gewünscht. Nun werden es 100 Meter. «Klar, letztlich ist es ein Kompromiss, aber wir haben das Machbare rausgeholt. Auch der Halbanschluss, so wie er jetzt geplant ist, ist eine gute Lösung», sagt Haug. Er braucht weniger Land und fügt sich besser ins Weininger Landschaftsbild ein. Den Plan, den Deckel 100 Meter lang zu bauen und den Halbanschluss um 200 Meter zu verschieben, stellte das Astra an einem Info-Anlass im Juli 2016 erstmals vor. Die Ausfahrtsspur wird wie heute im Tunnel anfangen und mündet in die Umfahrungsstrasse.

Auch beim Gestaltungsplan für das Gubrist-Areal geht es vorwärts. Er lag 2016 öffentlich auf und muss noch von den Stimmbürgern festgesetzt werden. «2018 bringen wir den Gestaltungsplan an die Gemeindeversammlung», sagt Haug. Die letzten Abklärungen kämen bald zum Abschluss. Geplant ist, dass auf dem Grossäcker vier Bauten entstehen, die einen ortsbaulichen Merkpunkt am Dorfeingang (von Unterengstringen her) bilden. Auch an der Nägelseestrasse an der Grenze zu Unterengstringen sind Bauten geplant. Dazwischen, im Portal-Bereich, sind Gewerbe, öffentliche Bauten und grüner Freiraum geplant. Der Gubrist-Deckel soll ab 2020 gebaut und 2025 fertig werden. Dann geht die ausgebaute Nordumfahrung mit der dritten Gubrist-Röhre in Betrieb.