Spital Limmattal

Gemeinden sparen 14 Millionen dank tiefer Zinsen — Pflegezentrum kann gebaut werden

Der Spitalverband kann das Pflegezentrum bauen, ohne dass es die Folgekosten weiterverrechnen muss.

Als die Stimmberechtigten vor einem Jahr einen Kredit über 65 Millionen Franken für den Neubau des Pflegezentrums Spital Limmattal guthiessen, gingen sie noch davon aus, dass dies die zehn beteiligten Verbandsgemeinden teuer zu stehen kommt: «In den ersten 20 Jahren des Betriebs entstehen aufgrund des hohen Anteils an Fremdkapital kumulierte Folgekosten in der Höhe von rund 14 Millionen Franken», hatte es in der Abstimmungsweisung geheissen. Davon hätte die Stadt Dietikon 3,8 Millionen Franken tragen müssen, das kleine Aesch noch 129'000 Franken.

Doch dies ist inzwischen überholt: So wie es derzeit aussehe, müssten den Gemeinden diese Folgekosten doch nicht übertragen werden, wie Spitaldirektor Thomas Brack an der Delegiertenversammlung am Mittwochabend sagte. Diese positive Entwicklung ist auf das tiefe Zinsumfeld zurückzuführen, führte Finanzleiter Oliver Kopp aus.

0,366 statt 2,0 Prozent: Verlust reduziert sich

Ursprünglich sei man im Businessplan davon ausgegangen, dass man für den Bau des Pflegezentrums 57 Millionen Franken aufnehmen müsse – und dies zu einem Zinssatz von zwei Prozent, sagte Kopp. Der Grossbetrag war nun aber, wie der Spitalverband bereits im April kommuniziert hatte, zu einem Zinssatz von 0,366 Prozent erhältlich. Inzwischen sind neue Berechnungen durchgeführt worden und der Businessplan ist aktualisiert worden: In den Anfangsjahren betragen die kumulierten Verluste im Pflegezentrum gemäss Kopp statt 13,6 Millionen Franken nun nur noch 440'000 Franken. Dieser Betrag könne durch das Eigenkapital des Pflegezentrums gedeckt werden. Es gebe damit voraussichtlich keine Verrechnung der Verluste an die Gemeinden.

Gemäss damaliger Abstimmungsweisung resultiert über die ganze Lebensdauer des Pflegezentrums ein Gewinn. Nur in den ersten Jahren sind wegen des hohen Fremdkapitalanteils Verluste zu erwarten. Dass gleich 57 Millionen beschafft werden mussten, ist mit den damaligen Finanzierungsregeln zu erklären; diese liessen keinen Aufbau von Eigenkapital zu.

Budget nähert sich der 200-Millionen-Grenze

An der Versammlung vom Mittwochabend nahmen die Delegierten das vorgelegte Budget 2020 des Spitalverbandes Limmattal diskussionslos und einstimmig ab. Dieses nähert sich beim Umsatz der 200-Millionen-Grenze an: Der Spitalverband rechnet über die drei Bereiche Akutspital, Pflegezentrum und Rettungsdienst mit einem Betriebsertrag von 196,5 Millionen Franken, unter dem Strich resultiert ein Minus von 3,5 Millionen Franken. Das Betriebsergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) wird mit 16,5 Millionen Franken angegeben, die Ebitda-Marge mit 8,4 Prozent.

Diese Zahlen stufte Finanzleiter Kopp als erfreulich ein: «Wir sind auf dem richtigen Weg, der Trend stimmt.» So komme der Verband dem Ziel einer Ebitda-Marge von 10 Prozent näher. Und 2019 und 2020 dürften die beiden einzigen Jahre mit roten Zahlen sein; 2021 soll das Budget wieder im positiven Bereich liegen, sagte Kopp.

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