Limmattal
Gemeinden freuen sich über einmaligen Millionensegen

Nächstes Jahr kommen Weihnachten und Geburtstag gleichzeitig. Zumindest dürfte dies verschiedenen Limmattaler Finanzvorstehern so erscheinen, denn in ihre Kassen spült es zusätzliches Geld in Millionenhöhe.

Bettina Hamilton-Irvine
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Viel Geld für Limmattaler Gemeinden.

Viel Geld für Limmattaler Gemeinden.

Keystone

Der Grund für den Geldsegen: der Börsengang des Zuger Rohstoffhändlers Glencore. Und die Tatsache, dass Ivan Glasenberg, der CEO des Unternehmens, im Kanton Zürich - genauer in Rüschlikon - wohnt. Glasenberg ist ein so guter Steuerzahler, dass die Steuerkraft Rüschlikons aktuell mehr als 48 000 Franken beträgt. Zum Vergleich: In Dietikon sind es rund 2400, in Uitikon knapp 8500 Franken.

Wie viel Steuergeld Glasenberg in Rüschlikon genau abgeliefert hat, ist nicht bekannt. Klar ist aber: Ein Grossteil davon floss in den kantonalen Finanzausgleich, wovon nun viele Gemeinden profitieren.

Am deutlichsten fällt dies im Limmattal für Dietikon ins Gewicht: Während die Bezirkshauptstadt dieses Jahr 22,8 Millionen Franken aus dem Finanzausgleich erhält, sind es im nächsten Jahr 33,7 Millionen. «Selbstverständlich freuen wir uns darüber, dass wir mehr Ressourcenausgleich bekommen», sagt Finanzvorstand Rolf Schaeren. Man gehe nun davon aus, dass man deshalb für das Jahr 2013 weniger Übergangsausgleich vom Kanton beantragen müsse - sprich, Geld, das der Kanton beisteuert, damit die Jahresrechnung ausgeglichen schliesst.

«Vorsichtige Planung»

Gut sieht es auch für Schlieren aus: Statt wie dieses Jahr 14,1 Millionen Franken gibt es nächstes Jahr 20,8 Millionen Franken. Das freut Finanzvorsteherin Manuela Stiefel zwar. Doch sie weiss auch: «Das ist ein einmaliges Ereignis. Daher ist es nicht ratsam, die weitere finanzielle Planung darauf abzustützen.» Man werde das Geld brauchen, aber «vorsichtig und umsichtig» planen, sagt Stiefel. Den Blick richte sie bereits vorwärts auf das Jahr 2014. Wenn dann auch nicht mehr so viel Geld aus dem Finanzausgleich zu erwarten ist, sieht es doch nicht schlecht aus für Schlieren. Denn die Steuerkraft der Gemeinde ist gestiegen: von 2332 im Jahr 2010 auf 2498 Franken. «Wir sind auf gutem Weg», sagt die Finanzvorsteherin.

Auch für Urdorf gibt es Geld

Positiv wirkt sich der Glencore-Börsengang auch auf Urdorf aus: Während die Gemeinde bisher weder Geld in den Finanzausgleich bezahlen musste, noch etwas daraus erhielt, so gibt es im kommenden Jahr einen einmaligen Zustupf von 2,4 Millionen Franken. «Das ist für uns natürlich erfreulich», sagt Patrick Müller, Leiter Stab der Gemeinde. Gerade wenn man die finanzielle Situation Urdorfs betrachte - die Verschuldung stieg im letzten Jahr um 15 Millionen auf 35 Millionen Franken -, so sei «jeder zusätzliche Franken» hilfreich. Da man jedoch den Beitrag mit der Schulgemeinde teile, bedeute es letztlich bloss 1,2 Millionen Franken weniger Schulden, so Müller. Somit habe die einmalige Zahlung «keinen wesentlichen Einfluss auf die finanzielle Langfristplanung».

Steuerkräftige Neuzuzüger in Aesch

Doch nicht für alle Limmattaler Gemeinden gibt es ein Geschenk: Geroldswil und Oetwil bekommen 2013 wie auch schon dieses Jahr nichts aus dem Finanzausgleich (siehe Tabelle). Und Aesch muss sogar tiefer in die Tasche greifen: Während die Gemeinde 2012 gut 104 000 Franken an den Finanzausgleich beisteuern muss, sind es im nächsten Jahr 589 000 Franken.

Das ist jedoch erklärbar: Die Steuerkraft ist deutlich gestiegen. Sie betrug im Jahr 2010 noch 3881 Franken und im letzten Jahr 4890 Franken. Dies hat vor allem mit den neuen Quartieren in Aesch zu tun: «Die Neuzuzüger sind steuerkräftig», sagt Finanzvorstand Diego Bonato. Zudem habe man im Jahr 2009 eine «Delle» in den Steuereinnahmen gehabt. Man sei also darauf vorbereitet gewesen, 2013 mehr in den Finanzausgleich bezahlen zu müssen, so Bonato: «Wir haben das Geld zurückgestellt.»