Limmattal
Gemeinden diskutieren noch über Rentenalter für Frauen

Wegen der neuen Statuten der BVK will Schlieren das Rentenalter für Frauen anpassen. Sie sollen erst mit 65 in Rente gehen, damit sie finanziell nicht benachteiligt werden. Andere Gemeinden sind noch unschlüssig.

Sarah Fuhrer
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Schlieren will das Rentenalter für Frauen auf 65 anheben, andere Limmattaler Gemeinden diskutieren erst noch darüber.

Schlieren will das Rentenalter für Frauen auf 65 anheben, andere Limmattaler Gemeinden diskutieren erst noch darüber.

Keystone

In Schlieren sollen Frauen, die bei der Schule oder der Stadt angestellt sind, erst mit 65 in Rente gehen: Einen entsprechenden Antrag hat der Stadtrat (Limmattaler Zeitung vom 18. Januar) dem Parlament unterbreitet.

Anders als die AHV-Regelung, nach der Frauen mit 64 pensioniert werden, sieht die Personalvorsorge des Kantons Zürich BVK für alle ein Rentenalter von 65 Jahren vor. Auf den 1.Januar änderte die BVK die Umwandlungssätze für die Rentenberechnung: Wer sich mit 64 Jahren pensionieren lässt, erhält nun einen geringeren Umwandlungssatz als Personen, die bis 65 arbeiten. Dadurch würden Frauen, die gemäss AHV-Reglement pensioniert werden, finanziell benachteiligt. Der Stadtrat Schlieren will deshalb das Rentenalter für Frauen auf 65 erhöhen, um diese Benachteiligung auszugleichen und sich der BVK-Regelung auch in dieser Hinsicht anzupassen.

BVK gilt fast überall

Ausser Aesch sind alle Gemeinden im Bezirk Dietikon der BVK angeschlossen. In den meisten liegt das Rentenalter der Frauen zurzeit noch bei 64. Somit hat diese Änderung für fast alle weiblichen, kommunalen Angestellten Folgen. Welche Konsequenzen die Gemeinden ziehen werden und wie sie mit der Änderung umgehen, wurde aber noch nicht überall thematisiert.

«Muss noch thematisiert werden»

In Oetwil werde man die Angelegenheit im Gemeinderat diskutieren, erklärt Gemeindeschreiber Pierluigi Chiodini. «Es handelt sich auf jeden Fall um ein Thema, mit dem wir uns ausführlich auseinandersetzen und dessen Folgen wir besprechen müssen», so Chiodini.

In Oberengstringen ist der Stand ähnlich. «Wir haben es noch nicht thematisiert», sagt Gemeindepräsident André Bender. Momentan würden sie laufend neue Änderungen der BVK erhalten. «Da die Frauen nach aktuellem Stand benachteiligt werden, ist es auf jeden Fall ein wichtiges Thema. Wir werden es im Gemeinderat besprechen und entscheiden, was sich für uns ändern soll.»

Rentenalter bereits bei 65

In Urdorf gibt es diesbezüglich keine Änderung. Dort gelte die Regelung der BVK bereits vollumfänglich, erklärt Patrick Müller, Leiter Stab. Frauen können sich bereits jetzt mit 65 pensionieren lassen, wodurch keine finanzielle Benachteiligung entsteht. «Bei uns können die Arbeitnehmer nach den massgebenden Vorschriften der Vorsorgeeinrichtungen des Gemeindepersonals beziehungsweise nach den Statuten der Pensionskasse in den Rentenstand versetzt werden», so Müller.