Der Urdorfer Gemeinderat gibt Teilen der Verwaltung eine neue Form, dies sei eine Reaktion auf teils «einschneidende Veränderungen». Ab kommendem März wird der bisherige Bereich «Soziales» neu als Abteilung geführt und dem Bereich «Verwaltung und Gesellschaft» zugewiesen werden.

Eine strukturelle Veränderung im Sozialbereich habe der Gemeinderat bereits seit längerer Zeit ins Auge gefasst, wie es in der Medienmitteilung heisst. Dies begründet die Exekutive damit, dass sich die Aufgaben des Sozial-Ressorts stark verändert hätten. «So werden das Vormundschaftswesen und die Beistandschaften für Erwachsene nicht mehr in der Gemeinde, sondern regional durch die Kesb und das regionale Mandatszentrum in Dietikon geführt», schreibt der Gemeinderat.

Des Weiteren entschied das Urdorfer Stimmvolk im Jahr 2011, das Kinderhaus nicht mehr selber zu führen und stattdessen ein Gutschein-Prinzip einzuführen. Diese können berechtigte Familien bei den drei Kinderkrippen im Dorf selbstständig einlösen – eine weitere Aufgabe, die nicht länger auf die Sozialabteilung entfiel. «So sind lediglich noch die Jugendarbeit und das Sozialsekretariat hier im Gemeindehaus angegliedert», sagt Martin Büchi auf Anfrage.

Dem Bereichsleiter Verwaltung, Sicherheit und Gesundheit (neu soll sie Verwaltung und Gesellschaft heissen) wird die künftige Abteilung Soziales unterstehen. Einsparungen beim Personal wird es, so Büchi, aber keine geben. Der bisherige Bereichsleiter Soziales Urs Tanner, der eine Anstellung als Gemeindeschreiber in einer anderen Gemeinde annimmt, und der in den Ruhestand tretende Sozialberater Peter Bindschädler sollen beide ersetzt werden. So entfallen auf die Sozialabteilung wie bisher 610 Stellenprozente, die sich auf acht Angestellte verteilen.

Während die einen Bereiche der Verwaltung ausgelagert oder zentralisiert werden, sieht die Gemeinde den Bedarf, andere auszubauen. So hat die Exekutive entschieden, die Installation einer neuen Fachstelle zu prüfen. «Wir haben festgestellt, dass die Nachfrage nach Beratung in Altersfragen stetig zunimmt», sagt Büchi.

Interdisziplinär gestaltet

So würden sich beispielsweise viel ältere Einwohner bei verschiedenen Stellen über für sie relevante Themen wie Pflegetaxen oder Zusatzleistungen informieren. «Zwar sind diese Stellen bei uns auf der Verwaltung in stetigem Kontakt», so Büchi. Doch sei es effizienter, dass Altersfragen dereinst bei einer zentralen Stelle geklärt werden können. Die Beratungsstelle für Altersfragen soll daher auch interdisziplinär gestaltet sein, da sie die Ressorts Gesundheit und Soziales tangiert.

Bei den Zuständigkeiten des Gesundheitsvorstehers Andreas Herren (SP) und des Sozialvorstands Olivier Buchs (FDP) würde sich aber nichts ändern, sagt Büchi. «Eine enge Koordination zwischen der Sozial- und Gesundheitsabteilung ist aber unabdingbar.» Daher habe sich der Gemeinderat auch entschieden, die Gesundheitsabteilung dem neuen Abteilungsleiter Soziales zuzuweisen. Diese Stelle ist derzeit ausgeschrieben.