Bergdietikon

Gemeinde projektiert neue Turnhalle

Bald könnten sich die Bergdietiker in einer neuen und grösseren Turnhalle treffen.

Bald könnten sich die Bergdietiker in einer neuen und grösseren Turnhalle treffen.

Bergdietikon soll eine neue Turnhalle und einen Schulbus erhalten. Das beschlossen die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung.

Bewaffnet mit der knapp 40-seitigen Einladung erschienen 123 der 1870 stimmberechtigten Bergdietiker an der Gemeindeversammlung am Donnerstagabend. Bald beugten sich die ersten Köpfe über die grünen Hefte und es wurde über die Erweiterung der Turnhalle und die Einführung eines Schulwegreglements diskutiert.

Nachdem die Stimmberechtigten drei Kreditabrechnungen einstimmig annahmen und eine deutsche Familie einbürgerten, ging es an die grossen Themen: Die Gemeinderätin und Ressortvorsteherin für Schule und Bildung, Françoise Oklé (FDP), trat ans Pult. Sie erklärte, dass die 53-jährige Turnhalle saniert werden müsse, da sie den Sicherheitsvorgaben nicht entspreche. «Die Sprossenwand ist vorstehend und die Fenster sind in die Wand eingelassen. Das ist nicht mehr zeitgemäss», sagte Oklé. Überdies werde die Turnhalle der wachsenden Anzahl Kinder nicht mehr gerecht und könne den Anfragen der Vereine nicht nachkommen. Oklé stellte die Analyse der Plangruppe vor. Diese hatte mittels eines Brainstormings verschiedene Plätze rund um den Schulcampus evaluiert, um dort eine Doppelturnhalle zu bauen. Es gibt bereits zwei Favoriten in der Nähe des Allwetterplatzes.

Um die Projektstudie zu starten, beantragte die Gemeinde, dem Projektierungskredit von 285 000 Franken zuzustimmen. «Was geschieht mit der alten Halle?», fragte ein Stimmbürger. Diese werde vorerst als Turnhalle und später als Kultur- oder Schulraum dienen. Nach einem Plädoyer für mehr Platz von Martin Bräm, Präsident des Bergdietiker Sportvereins, gaben alle Stimmenden dem Projektierungskredit für die Sanierung und Erweiterung der Turnhalle grünes Licht.

Schulweg muss zumutbar sein

«Dieses Traktandum kommt vielleicht ein wenig überraschend», sagte Oklé, als das Thema des Schulwegreglements besprochen wurde. Tatsächlich gab das Reglement über Schulwege in Bergdietikon zu reden.

Zurzeit wohnen 25 Schulkinder ausserhalb des Siedlungsgebietes in Weilern. Entweder erhalten diese Familien eine finanzielle Entschädigung für den Schulweg, falls die Eltern sie zur Schule bringen, oder die Gemeinde sorgt dafür, dass sie einen Schulbus erhalten. Grund dafür ist der zu lange Weg. Denn Kindergarten- und Schulkinder haben einen verfassungsrechtlichen Anspruch auf einen zumutbaren Schulweg.

Für einen Schulbus spricht laut Oklé, dass die Gemeinde den Individualverkehr vor der Schule reduzieren will. Die Kinder können oft nicht alleine zur Schule gehen, da sie heute viel früher, also bereits mit vier Jahren, eingeschult werden. Überdies wurden schon Anträge von Eltern an die Gemeinde gestellt. Um Kosten zu sparen, soll nun aber in erster Linie ein Schülertransport angeboten werden. Die Vorgaben für zumutbare Schulwege sind verbindlich für alle Gemeinden. Was die Anwesenden entscheiden konnten, war, ob sie den Vorschlag der Gemeinde zur Umsetzung genehmigten. Obwohl einige monierten, früher hätten sie viel längere Schulwege auf sich nehmen müssen, winkte die Versammlung das Reglement mit grosser Mehrheit durch. Nachdem die Versammelten das Budget mit dem unveränderten Steuerfuss von 87 Prozent genehmigt hatten, entliess Gemeindeammann Ralf Dörig (FDP) die Bergdietiker in eine «schöne und nicht zu hektische Vorweihnachtszeit».

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