Unterengstringen

Gemeinde nimmt an Mittefasten zwölf neue Bürgerinnen und Bürger auf

Am Samstag fand im Rahmen des Mittefastens die traditionelle Bürgeraufnahme statt. Die neuen Gemeindemitglieder durften dabei ihre eigenen Bürgerbecher in Empfang nehmen.

Es war so warm, dass es des grossen Feuers eigentlich nicht bedurft hätte. Doch gehört es genauso zur Tradition wie die Bürgerbecher mit eingraviertem Namen und wie die Blumen, die den frischgebackenen Unterengstringern ans Revers gesteckt werden. Und so loderte es denn – ganz unbeirrt – in der schönen Frühlingssonne.

Zur Bürgeraufnahme hatte sich am Samstag viel Volk beim Chüebrünneli oberhalb des Sparrenbergs eingefunden. «Ein Beweis dafür, dass die Tradition lebt», sagte Gemeindepräsident Simon Wirth. Während sich auf dem Waldhang hinter ihm die Kinder vergnügten, hielt er eine kurze, historisch gefärbte Ansprache.

Wirth erinnerte an den Ursprung des Frühlingsfestes, das den Namen Mittefasten eben deshalb bekommen habe, weil es inmitten der Fastenzeit liegt. «Die Ursprünge unseres Mittefastens gehen zurück in die Zeit vor der Reformation», erzählte Wirth. Die Knabengesellschaft, die beim Ursprung des Mittefastens eine wichtige Rolle spielte, wurde dann später nach der Reformation (die in Zürich um 1519 begann), genauer im Jahr 1542, erstmals urkundlich erwähnt, wie Wirth weiter ausführte. Stolz wies er darauf hin, dass das Verbrennen des Bööggs im Rahmen des Mittefasten älter ist als der Brauch des Stadtzürcher Sechseläutens.

Auch auf die Gegenwart kam Wirth zu sprechen. Er lobte bei dieser Gelegenheit seine Mitarbeiter, die für effiziente Abläufe in der Gemeindeverwaltung sorgen würden. Es laufe gut, aber mit der Erweiterung des Schulhauses Büel A und dem Ausbau der regionalen Fernwäremeversorgung gebe es noch viel zu tun. «Fertig ist man nie», sagte Wirth.

Dann verlass der Gemeindepräsident die Namen der zwölf neuen Bürgerinnen und Bürger, welche darauf die offiziellen Dokumente und nicht zuletzt die personalisierten Bürgerbecher in Empfang nehmen durften. Musikalisch umrahmt wurde der Anlass von der Jugendmusik rechtes Limmattal.

«Es war ein wichtiger und guter Schritt für uns», sagte Jan Lichtenberg, der zusammen mit seiner Frau das Ortsbürgerrecht erlangte, «immerhin wohnen wir schon neun Jahre in Unterengstringen.» Vor allem gefalle ihm, nun mitbestimmen zu dürfen. «Ich habe den grossen Zettel für die Kantonsratswahlen eifrig ausgefüllt, mit allem Drum und Dran». Unterengstringen sei für ihn als kleine, familiäre Gemeinde ideal. «Hier kennt man sich, hier hält man zusammen.»

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