Ein Minus von 3,3 Millionen Franken, dabei waren lediglich 852'000 Franken budgetiert: Auf den ersten Blick schliesst die Jahresrechnung 2017 von Oberengstringen ziemlich schlecht ab. An der Versammlung vom 11. Juni wird der Gemeinderat den Stimmberechtigen aber die korrigierte Sicht unterbreiten. Und die sieht mit einem tatsächlichen Verlust von 302'600 Franken weitaus besser aus.

Grund für die grosse Abweichung ist der geplante Buchgewinn aus dem Verkauf der Liegenschaften an der Zürcherstrasse 49/51 sowie dem Kirchweg 40, der sich aus vertragstechnischen Gründen ins Rechnungsjahr 2018 verschiebt. Wie der Gemeinderat in seiner aktuellen Weisung schreibt, ergibt das korrigierte Bild mit dem Buchgewinn und der einmaligen Auflösung der Rückstellungen für die Pensionskasse BVK des Personals dann ein anderes Bild, oder in dessen Worten: «Ein erfreuliches Resultat».

Die Gesamtaufwendungen betragen 45,3 Millionen Franken und stehen einem Ertrag von 42,0 Millionen Franken gegenüber. Infolge des vorläufig negativen Abschlusses reduziert sich das Eigenkapital auf 16,7 Millionen Franken und das Nettovermögen des Gesamthaushaltes auf 2,9 Millionen Franken. Im Vorjahr betrug letzteres noch 7,8 Millionen Franken.

Ein Blick in die vergangenen Jahre zeigt, dass Oberengstringen nur gerade im letzten Jahr einen Gewinn von 2,6 Millionen Franken erzielen konnte. Die Abschlüsse davor sind von einem ähnlich grossen Minus geprägt wie die aktuelle Rechnung. Meist bewegte sich der Verlust zwischen 300'000 und 600'000 Franken, einzig im Jahr 2014 betrug er 1,5 Millionen Franken.

Aus diesem Grund erfolgte im Jahr 2016 auch eine Steuerfussanpassung von 105 auf 112 Prozente. Seit dann ist dieser auf gleichem Niveau geblieben. Auffällig höhere Aufwendungen als budgetiert resultierten in der Rechung 2017 aus dem baulichen Unterhalt am Gemeindehaus sowie der Asylbewerberunterkunft. Auch höher als budgetiert fielen die Aushilfsentschädigungen zur Überbrückung von Personalausfällen aus. Gleiches betraf auch die Schule. Dort kam es zu höheren Entschädigungen für Hilfspersonal, weil Personal krankheitsbedingt ausfiel, teils mehrere Monate lang. Dafür lagen bei den Behörden und der Verwaltung die EDV-Kosten tiefer, da weniger Geräte angeschafft wurden und dadurch auch die Dienstleistungen geringer ausfielen.

Weitere Geschäfte an der kommenden Versammlung sind die Wahl der Mitglieder für das Wahlbüro, die Wahl eines Delegierten für den Zweckverband für das Seniorenzentrum «Im Morgen» sowie die Genehmigung des Grundkenntnis-Tests, welcher der Einbürgerung dienen soll.