Wie informiert sich der Stimmbürger in Zukunft? Diese Frage stellte sich der Uitiker Gemeinderat und kam zum Schluss, dass er dies nicht ausschliesslich online machen wird. Die Gemeinde will daher nicht auf den Versand von Wahlunterlagen in Papierform verzichten. Dies gab die Exekutive kürzlich bekannt, nachdem das Ergebnis einer Vernehmlassung mit den Ortsparteien ausgewertet wurde. Eine Anpassung gibt es trotzdem: Der Gemeinderat sagt Ja zu Broschüren aus Papier, aber in abgespeckter Form.

Die Idee, Informationen über Weisungen ins Internet zu verlagern, stammt von Gemeindeschreiber Bruno Bauder. In der Spardiskussion habe man sich die Frage gestellt, ob es sich lohne, rund 2000 Broschüren zu drucken, wenn durchschnittlich nur rund 90 Uitiker an den jeweiligen Gemeindeversammlungen teilnehmen. Für die zweimal jährlich erscheinenden Unterlagen, die jeweils zirka 50 Seiten umfassen, bezahlt die Gemeinde rund 15 000 Franken. Dabei sind die Kosten, die auf der Verwaltung für Redaktion und Layout anfallen, noch nicht inbegriffen. Hier habe man grosses Sparpotenzial gesehen, so Bauder.

Um der Gemeinde den Puls zu fühlen, wie es Bauder ausdrückt, wurden die fünf Ortsparteien sowie die Schul- und die beiden Kirchgemeinden angeschrieben und nach ihrer Position befragt. «Leider war der Rücklauf der Umfrage sehr mager.» Die Grüne Partei und die Schulgemeinde haben ein Feedback gegeben, die reformierte Kirchgemeinde meldete sich telefonisch.

Respekt vor den Älteren

Ulrich Gysel, Mitglied des Kollektivvorstands der Grünen Uitikon, sammelte die Reaktionen seiner Partei auf die gemeinderätliche Anfrage. «Die grosse Mehrheit sprach sich für eine abgespeckte Version in Papier aus», so Gysel. Einerseits habe man den Papierverbrauch reduzieren wollen, «andererseits respektieren wir auch die älteren Uitiker, die keine ausreichenden Computerkenntnisse haben», so Gysel weiter. Reto Schoch, Sprecher der Schulpflege, stellt sich auf denselben Standpunkt: «Uns war es zudem wichtig, dass die Stimmbürger nicht den Informationen nachrennen müssen. Es gehört zum Service einer Gemeinde, die Bürger über Geschäfte zu informieren.»

So hat sich die Gemeinde für einen Mittelweg entschieden. Zwar werden die Abstimmungsbroschüren auch weiterhin auf dem Postweg versandt. Sie sollen jedoch weitaus kompakter daherkommen. Künftig werde man bei Geschäften, die Strassen- oder Leitungssanierungen betreffen, nicht mehr jedes kleinste Detail erläutern. «Diese Informationen haben gut auf einer A4 Seite Platz», so Bauder. Über Projekte mit grösserem Investitionsvolumen werde man aber auch künftig detaillierte Auskunft geben. Beziffern kann Bauder die erwarteten Einsparungen nicht. «Ich schätze, dass wir so jährlich rund 10 000 Franken weniger für den Druck ausgeben», sagt er.

Wofür es in Uitikon scheinbar noch zu früh ist, funktioniert in Geroldswil seit einigen Jahren. Dort bekommen die Stimmbürger im Vorfeld einer Gemeindeversammlung die Weisungen nicht mehr direkt nach Hause geschickt. Gemeindeschreiber Beat Meier weiss, dass der Zeit davor fast niemand nachtrauert. «Ich bin überzeugt, dass von den rund 2000 versandten Weisungen der allergrösste Teil im Altpapier landet», so Meier. Wer sich in Geroldswil über die Geschäfte informieren will, der kann diese online einsehen oder sie sich auf Wunsch per Post nach Hause schicken lassen. «Dies geschieht jedoch nur vereinzelt. Online werden die Geschäfte jeweils rund 40 Mal angeklickt. Dies ist etwa die Hälfte der Anzahl Leute, die jeweils an den Versammlungen erscheinen», so Meier.

Dass Uitikon diesen Schritt nicht machen will, hängt laut Bruno Bauder auch damit zusammen, dass man die Infobroschüren als Visitenkarte der Gemeinde betrachtet. Bauder: «Die Corporate Identity Uitikons lässt sich auf diese Weise gut verbreiten.»