Nach dem Brand in der Silvesternacht 2011 hatte sich die Gemeinde Birmensdorf an das kantonale Sozialamt gewandt. Man forderte für die Unterkunft eine weniger konfliktträchtige Konstellation von Asylsuchenden. Zu dem Zeitpunkt bestand die Belegschaft zu einem grossen Teil aus jungen Männern aus dem Maghreb.

«Zusammenstellung ist zufällig»

Ruedi Hofstetter, der Amtschef des kantonalen Sozialamts, hatte damals erklärt, dass vor allem Familien als Belegschaft von Asylunterkünften sehr beliebt seien, dass aber die Nachfrage seitens der Gemeinden das effektiv vorhandene Angebot im Kanton übersteige. Trotz dieses Mangels konnte in Birmensdorf gleich ein ganzer Pavillon mit Familien belegt werden.

Laut Jürg Schuler, dem Leiter der Asylkoordination des Kantons Zürich, hat dies aber nichts mit den Geschehnissen vom vergangenen Januar zu tun, wie er auf Anfrage erklärt: «Die Zusammenstellung der Belegschaft kam zufällig zustande», erklärt er. Die Infrastruktur im neuen Teil der Unterkunft in Birmensdorf sei auf Familien zugeschnitten.

Momentan lebt nur ein einziger Mann aus dem nordafrikanischen Raum in der Asylunterkunft. Auch diese Tatsache erweckt den Eindruck, dass der Kanton bewusst deeskalierend eingegriffen hat, um nach der turbulenten Anfangsphase seit der Einrichtung der Birmensdorfer Asylunterkunft im August 2011 Ruhe in die Gemeinde zu bringen.

Keine Sonderbehandlung

Junge Männer aus dem Maghreb werden in der Öffentlichkeit nach wie vor als Problem-Gruppe unter den Asylsuchenden betrachtet. «Man spürt die ablehnende Haltung grosser Teile der Schweizer Bevölkerung gegenüber Nordafrikanern noch immer», erklärt Schuler. Das habe vor allem mit der Medienberichterstattung über delinquente Männer dieser Herkunft zu tun.

Doch auch die ethnische Zusammensetzung der Belegschaft in der Birmensdorfer Asylunterkunft sei nicht das Ergebnis einer Sonderbehandlung der Gemeinde durch den Kanton in Asylfragen, sagt Schuler: «Wir nehmen die Wünsche aller Gemeinden entgegen, und bemühen uns, diesen nach Möglichkeiten zu entsprechen. Versprechen können wir aber nie etwas.»