Ende letzter Woche wurde bekannt, dass der Bruno-Weber-Park in Spreitenbach/Dietikon Mitte Oktober wegen struktureller Probleme für immer geschlossen wird. Die Reaktionen liessen nicht auf sich warten. So sammelte der Spreitenbacher SP-Grossrat Martin Christin am Wochenende Unterschriften für eine Petition und reichte diesen Dienstag im Grossen Rat seine zweite Interpellation in Sachen Bruno-Weber-Park ein, in welcher er vom Regierungsrat Antworten zum Park verlangt.

Die beiden betroffenen Gemeinden Spreitenbach und Dietikon gaben zwar ihrem Bedauern über «diesen Verlust» Ausdruck und tönten an, man werde bei einer allfälligen Lösung «die Türe sicher nicht zuschlagen».

Herr Schmid, der Bruno-Weber-Park soll bald geschlossen werden, was Sie mit «Verlust für die Region» kommentieren. Weshalb setzt sich die Gemeinde nicht stärker für dessen Rettung ein?

Valentin Schmid: In erster Linie weil für die wirtschaftliche Führung des Parks der Stiftungsrat und nicht die Gemeinde verantwortlich ist.

Aber man könnte der Stiftung doch wenigstens finanziell unter die Arme greifen?

Wenn ich an die rund 1,5 bis 2,3 Millionen Franken denke, die der Park in den kommenden fünf Jahren bräuchte, erachte ich das als wenig realistisch. Man müsste einen finanziellen Beitrag ja ins Budget 2015 aufnehmen. Ein solcher Beitrag hätte es aber bei der Stimmbevölkerung einen schweren Stand. Schon kleinere Beiträge hatten es in der Vergangenheit beim Stimmvolk schwierig.

Sie sprechen den abgelehnten Beitrag von 70 000 Franken aus dem Jahre 2005 an?

Richtig. Für den Gemeinderat war das ein kleines Signal . . .

. . . den Park finanziell nicht mehr zu unterstützen. Muss sich der Gemeinderat den Vorwurf gefallen lassen, zu wenig für das Überleben des Parks unternommen zu haben?

Das sehe ich nicht so. Die Gemeinde hat in den letzten Jahren vielmehr kleinere, projektbezogene Beiträge gesprochen.

Könnte man aus dem damals abgelehnten Gemeindebeitrag auch schliessen, dass der Bruno-Weber-Park bei der Bevölkerung gar nicht so beliebt ist?

Das ist schwierig zu beantworten. Aber es ist gut möglich, dass die Bevölkerung den Park gar nicht so richtig wahrnimmt. Es ist ja oft so, dass man Attraktionen in unmittelbarer Nähe gar nicht richtig wahrnimmt.

Letztes Wochenende verzeichnete der Park – wohl wegen der angekündigten Schliessung – eine Rekordbesucherzahl von rund 800 Besuchern. Haben Sie persönlich viele Reaktionen aus der Bevölkerung erhalten?

Nein, es blieb erstaunlich ruhig. Reaktionen à la «jetzt muss der Gemeinderat handeln» blieben aus. Gleichwohl werden wir das Thema natürlich bei der nächsten Gemeinderatssitzung diskutieren und uns auch mit dem Dietiker Stadtrat austauschen.

Glauben Sie persönlich noch an eine Rettung des Parks?

Das ist schwierig vorauszusagen. Vielleicht ist die Nachricht der Schliessung aber ein Weckruf und kann eventuell Gönner mobilisieren. Um den Park aber längerfristig retten zu können, müssen nicht nur die erforderlichen finanziellen Mittel aufgetrieben werden  . . .

. . . sondern auch?

Man müsste auch bei der Nutzung über die Bücher. Heute sind nur Bauten und Anlagen erlaubt, die im Zusammenhang mit künstlerischem Schaffen stehen.

Konkret?

Es müssten auch Anlässe und Veranstaltungen im Park möglich sein. Das wiederum würde aber natürlich bedingen, dass man ein klares Betriebsreglement aufstellt und insbesondere Massnahmen ergreift, um die Anwohner genügend zu schützen.

Sie sprechen von Verlust, sollte der Park tatsächlich schliessen. Meinen Sie das emotional oder lassen sich gar finanzielle Folgen einer Schliessung beziffern?

Ich meine primär den emotionalen Verlust. Aber sicher ist ein solcher Park für eine Gemeinde Image fördernd. Inwiefern sich eine Schliessung aber ökonomisch auf Spreitenbach auswirken könnte, ist schwierig zu sagen, zumal der Park über Dietikon erschlossen ist.

Was bedeutet der Park Ihnen persönlich?

Als Kind besuchte ich den Park oft. Ich war immer fasziniert von dieser Fabelwelt und bin es bis heute geblieben.