Die Gesetzeslage lässt keinen Spielraum: Schulen müssen rundum rollstuhlgängig sein. Punkt. Das Dietiker Zentralschulhaus ist dies nicht und auch nicht das «Luberzen». Und so sieht sich die Schule vor die Aufgabe gestellt, eine Lösung für jenes gehbehinderte Mädchen zu finden, das auf kommendes Schuljahr in die Oberstufe wechseln wird.

Das Dietiker Schulmädchen ist auf den Rollstuhl angewiesen. Da ist jede Treppe, jede Türschwelle ohne Hilfe ein unüberwindbares Hindernis. Der Singsaal im obersten Stock des «Zentral» bleibt unerreichbar. Zumindest ein Lift müsste her. Ein solcher kostet im Falle des Zentralschulhauses mehrere hunderttausend Franken, wie der Stadtrat ausrechnen liess. Das ist viel Geld für eine einzige Schülerin – auch wenn sie wohl nicht die einzige in der Geschichte der Schule bleiben wird.

Dass die Schule deshalb nach Alternativen sucht und mit dem Einbau eines Lifts bis zur nächsten Gesamtsanierung wartet, ist angesichts der Kosten verständlich und kann ihr auch nicht zum Vorwurf gemacht werden. Auch eine Speziallösung für das Mädchen, sei es nun in Dietikon selbst oder in einer Nachbargemeinde, trägt ihrem Anspruch auf Schulunterricht Rechnung.

Weniger nachvollziehbar ist hingegen, wie schwer sich die Schule mit der Lösungsfindung tut. Das betroffene Mädchen wartet seit Monaten auf einen Bescheid. Der August und damit das neue Schuljahr sind zwar noch fern. Doch für eine Rollstuhlfahrerin muss nicht nur die Bewegungsfreiheit im Schulhaus organisiert werden, sondern manches mehr, zum Beispiel der Weg dorthin. Das geht nicht von heute auf morgen.