Obwohl die Kosten für die Infrastruktur von der Limmattalbahn AG mit 755 Millionen Franken beziffert werden, operieren die Gegner der Bahn, die ab 2020 Altstetten und Killwangen auf einer 13,4 Kilometer langen Strecke verbinden soll, seit einiger Zeit generell mit der Zahl von einer Milliarde. Markus Weiersmüller vom Verein «Limmattalbahn Nein» hat in Leserbriefen wiederholt betont, wenn man zu den Kosten von 755 Millionen noch Rollmaterial, Depot, Anpassungen auf gemeindeeigenem Land und weiteres dazurechne, komme man auf über eine Milliarde.

Diese Rechnung sei nicht korrekt, betont Julie Stucki, Kommunikationsleiterin der Limmattalbahn AG: «Die Bahn kostet 755 Millionen Franken.» Darin inbegriffen seien Bahninfrastruktur, die Depotanlage, Werkleitungsverlegungen, Strassenanpassungen im unmittelbaren Umfeld, Velo- und Fussgängerwege, Planungskosten, Reserve und Mehrwertsteuer. Nicht enthalten sei einzig das Rollmaterial, also die Fahrzeuge. Es mache jedoch keinen Sinn, diese zu den Projektkosten dazuzurechnen, da der zukünftige Betreiber der Bahn dafür aufkommen müsse.

«Absolut unseriös»

Weiter wollte die Umfrage eruieren, ob die Befragten die «jährlich wiederkehrenden Ausgaben von je ca. 3 Steuerprozenten in Schlieren und Dietikon, je also ca. 800'000 Franken Mehrausgaben», befürworten. Woher die Zahl der 3 Steuerprozente kommt, ist unklar. Die Dietiker Stadtschreiberin Karin Hauser betont, es wäre «absolut unseriös», zum heutigen Zeitpunkt Aussagen zu einer möglichen Veränderung des Steuerfusses in der Stadt Dietikon zu machen.

Die Gemeinden des Kantons Zürich leisten gemäss ihrem spezifischen öV-Angebot Beiträge an die Kostenunterdeckung des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV). Mit dem Bau der Limmattalbahn werde das Angebot in Dietikon einerseits erweitert, andererseits werde die Buslinie 303 aufgehoben, sagt Hauser. Der jährliche Beitrag der Stadt werde in der Summe wohl etwas steigen. «Wie hoch dieser Beitrag nach Inbetriebnahme der Limmattalbahn sein wird, wäre aus heutiger Sicht aber rein spekulativ», so Hauser.

Hugo Panzeri, Präsident des Vereins «Limmattalbahn – nein», sieht das anders. Zu sagen, dass man die Betriebskosten noch nicht abschätzen könne, sei eine Ausrede, sagt er. Es sei klar geregelt, wie viel eine Gemeinde pro Haltestelle bezahlen müsse: Man könne die Kosten ungefähr ausrechnen. Es sei klar, dass es in Dietikon und Schlieren zu einer Steuererhöhung kommen werde – vielleicht sogar um mehr als 3 Prozent.