Limmattal

Gegner fordern nach zweiter Terminalkonferenz einen Abbruch der Planung

SBB Cargo liess bereits gestern wissen, dass es am Projekt Gateway grundsätzlich festhält und es planerisch vorantreibt - aller Kritik zum Trotz.  (Symbolbild)

SBB Cargo liess bereits gestern wissen, dass es am Projekt Gateway grundsätzlich festhält und es planerisch vorantreibt - aller Kritik zum Trotz. (Symbolbild)

CVP, FDP, SVP und die Stadt Dietikon sehen das Ende des Gateway besiegelt und fordern dem «Trauerspiel ein Ende zu setzen». Das Gateway müsse aus dem Richtplan gestrichen werden, über den der Kantonsrat im März 2014 beraten wird.

Die Gateway-Gegner im Limmattal sind mit der Terminalkonferenz zufrieden: Der neue Grossterminal Basel-Nord soll so schnell wie möglich gebaut, das geplante Gateway in Dietikon und Spreitenbach aber nur schrittweise umgesetzt werden, und zwar entsprechend den Marktbedürfnissen. Dieses Resultat kommunizierte das Bundesamt für Verkehr nach einem weiteren Mediationsgespräch vom Dienstag zwischen SBB Cargo und der Transport- und Logistikbranche. Letztere hatte die Terminalstrategie von SBB Cargo öffentlich kritisiert.

Falscher Standort sei bestätigt

Der Dietiker Stadtpräsident Otto Müller teilte gestern seine Zufriedenheit über die Priorisierung von Basel-Nord mit. Seiner Interpretation zufolge kommt die Terminalkonferenz nun endlich zur gleichen Einschätzung wie der Stadtrat, dass das Gateway Limmattal nämlich am falschen Standort geplant ist. Es mache keinen Sinn, Container in einem dicht besiedelten von Verkehr stark belastetem Gebiet auf andere Züge oder Lastwagen umzuladen, um von dort weitertransportiert zu werden.

Der Terminal verhindere eine positive Stadtentwicklung im Niderfeld, das sich gleich neben dem vorgesehenen Gateway-Standort befindet. Der Stadtrat habe nicht nur im laufenden Plangenehmigungsverfahren für das Gateway Einsprache erhoben, er sei auch mit einem späteren Bau des Container-Umschlagterminals nicht einverstanden. Angedroht sind bereits seit längerem rechtliche Schritte. Müller fordert SBB Cargo auf, das Plangenehmigungsverfahren zurückzuziehen.

Cargo macht weiter

SBB Cargo liess bereits gestern wissen, dass es am Projekt Gateway grundsätzlich festhält und es planerisch vorantreibt - aller Kritik zum Trotz. Das Terminalkonzept sei von der Konferenz schliesslich bestätigt worden.

Aus dem Richtplan zu streichen

Die FDP des Bezirks Dietikon interpretiert das Resultat der Terminalkonferenz noch radikaler: «Das Vorzeigeprojekt Gateway wurde faktisch beerdigt», heisst es im Communiqué. Das 160-Millionen-Projekt habe im Kanton Zürich «jegliche Unterstützung verloren». Der Kantonsrat habe eine Sistierung des Richtplaneintrags beschlossen, Kunden hätten sich vom Projekt distanziert. Die Vernunft habe gesiegt, dem Steuerzahler bleibe «eine teure Übung» erspart.

Ganz ähnlich argumentiert die SVP des Bezirks. Sie will sich dafür einsetzen, dass neben Basel als zweiter Gateway-Standort Reckingen am Rhein gewählt wird, wo bereits ein Terminal steht. Die SVP lehne die eidgenössische Vorlage zu Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur ab, die am 9. Februar zur Abstimmung kommt. Es werde interessant sein, wie die SBB und das Bundesamt für Verkehr zusätzliches Geld für die Bahn erklären wollen, wenn sie an einem Gateway festhalten, das niemand benötige.

Die Bezirks-CVP fordert die Politiker auf, «dem Trauerspiel ein Ende zu setzen». Das Gateway müsse aus dem Richtplan gestrichen werden, über den der Kantonsrat im März 2014 beraten wird.

Gegner: Beerdigung des Projekts

Schliesslich fordern auch die vereinigten Projektgegner von «Gateway: so nicht!», dass der Terminal zu beerdigen sein. Auch wenn das Bundesamt für Verkehr von einem positiven Abschluss der Terminalkonferenz spreche, machten die «weitgehend substanzlosen Ergebnisse, deutlich, dass die Mediation gescheitert» sei, so das Komitee.

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