Unter den 291 Stimmberechtigten fanden sich ausserordentlich viele junge mit Kapuzenpullovern des Turnvereins oder Fussballclubs ein. Daher scheint es auf den ersten Blick nicht verwunderlich, dass die Gemeindeversammlung grossmehrheitlich entschied, im Jahr 2015
die sanierte und neu gestaltete Sportanlage Brunewiis einzuweihen. Die Euphorie legte sich je-
doch bald bei den Sportbegeisterten. Ein Antrag, die Vorlage an der
Urne abzustimmen, traf auf Zustimmung.

Hoch- und Tiefbauvorstand René Beck stellte das Projekt detailliert vor. Vorgesehen sei, dass ein kleinerer Naturrasen- und ein grösserer Kunstrasenplatz gebaut werde. Markant am Projekt sei, dass der Boden an gewissen Stellen um 1,8 Meter angehoben werden müsse, da es sich um eine Grundwasserschutzzone handelt. Die 100-Meter-Laufbahn würde zwischen den beiden Feldern zustehen kommen, während aus dem Sandkasten neben dem roten Platz ein Beachvolleyballfeld werden solle. Noch zu Beginn der Gemeindeversammlung befand die Stimmberechtigten mit einem grossmehrheitlichen Ja für eine Revision der Bau- und Zonenordnung, welche die Voraussetzung für das Sportanlagenprojekt bildete.

Zwei Rückweisungsanträge

Neben der Rechnungsprüfungskommission (RPK), brachten mehrere Rückweisungsanträge aus dem Publikum das Vorhaben ins Wanken. Begründet wurden diese damit, dass es sich um ein überrissenes Projekt handle, es kein Nutzungskonzept gebe und die Unterhaltskosten von den Klubs getragen werden sollen.

Ein weiterer Antrag aus dem Publikum verlangte, dass sich die Gemeinde Unterengstringen mit 600 000 Franken am Projekt und einem Drittel an den Unterhaltskosten beteiligt.

Über das Begehren, die Entscheidung über das Bauprojekt an der Urne zu fassen, wurde daran gekoppelt, dass die Gemeindeversammlung dem Projekt seine Zustimmung gibt.

Die Fussballfans unter den Anwesenden der Gemeindeversammlung mussten Hochs und Tiefs durchleben. Zuerst freuten sie sich darüber, dass die beiden Rückweisungsanträge grossmehrheitlich abgelehnt wurden. Auch dass der Antrag, auf eine Verpflichtung auf Kostenbeteiligung der Gemeinde Unterengstringen wuchtig verworfen wurde, stimmte die Befürworter des Sportplatzes sichtlich optimistisch.

Zwei Stimmen mehr als nötig

Dem Antrag des Gemeinderates dem Kredit von 3,7 Millionen zu entsprechen wurde von der Versammlung ebenfalls grossmehrheitlich angenommen. Für lange Gesichter sorgte jedoch das Abstimmungsresultat über den letzten Antrag. Demjenigen, der die Urnenabstimmung verlangte. Benötigt waren ein Drittel der Stimmen. Mit zwei Stimmen mehr als benötigt kam dieser Antrag durch.