Staus auf überlasteten Strassen, zu wenig Platz für den öffentlichen Verkehr, ein lückenhaftes Velo- und Fusswegnetz, Schleichverkehr durch die Wohnquartiere: Das sind die Verkehrsprobleme, mit denen Dietikon derzeit zu kämpfen hat. In den letzten zwei Jahren hat die Stadt sich der Lösung dieser Probleme angenommen und ein Gesamtverkehrskonzept (GVK) erarbeitet – nachdem sie sich zuvor lange dagegen gesträubt hatte (siehe Kontext). Gestern stellten Stadtpräsident Otto Müller und Stadtplaner Jürg Bösch das Konzept vor, mit dem die städtische Verkehrspolitik für die nächsten 15 bis 20 Jahre festgelegt wird. Es umfasst rund 40 Einzelmassnahmen für den motorisierten, den öffentlichen und den Langsamverkehr (wichtigste Massnahmen siehe unten). «Mit dem Konzept soll der Verkehr in der Stadt optimiert werden», sagte Müller. Es sei notwendig geworden, weil der Verkehrsrichtplan aus dem Jahr 1983 längst nicht mehr zeitgemäss sei und sich die Stadt weiterhin so dynamisch entwickeln werde wie bisher.

Grossprojekte beheben Probleme

Wesentlicher Bestandteil des Gesamtverkehrskonzepts ist die schon im November 2014 verabschiedete Mobilitätsstrategie. Als strategische Ziele der künftigen Verkehrspolitik wurden darin unter anderem die Entlastung des Zentrums vom Durchgangsverkehr, die Fahrplanstabilität des öV und eine gesteigerte Attraktivität des Langsamverkehrs festgelegt. Zudem soll das künftige zusätzliche Verkehrsaufkommen «durch einen hohen Anteil von öV und Langsamverkehr» bewältigt werden: Entsprechend dem kantonalen Richtplan sieht das Konzept vor, den Anteil des öV am Gesamtverkehr von heute 15 auf 25 Prozent im Jahr 2030 zu erhöhen. Gleichzeitig soll der Anteil des Autoverkehrs um 10 auf 55 Prozent zurückgehen.

Einen starken Einfluss auf die Ausarbeitung des städtischen Gesamtverkehrskonzepts hatten die bereits bekannten überkommunalen Verkehrsprojekte: der Bau der Limmattalbahn und die damit einhergehenden flankierenden Massnahmen für den Strassenverkehr, allen voran der Ausbau der Überlandstrasse sowie der Doppelspurausbau der BD-Bahn. Gemäss Schlussbericht zum Gesamtverkehrskonzept kann eine Mehrheit der heute bestehenden Verkehrsprobleme durch diese grossen Infrastrukturvorhaben behoben werden. «Im Gesamtverkehrskonzept habe wir analysiert, welche Probleme nach der Realisierung dieser beiden Grossprojekte bestehen bleiben», sagte Stadtplaner Jürg Bösch. Neben punktuellen Schwachstellen im Langsamverkehr und öV handelt es sich dabei um vier Streckenabschnitte, die gemäss Konzeptbericht «eine Schlüsselrolle im Strassennetz einnehmen»: die Achse Merkur-/Bäckerstrasse, die Steinmürlistrasse, die Heimstrasse und der Abschnitt Schönegg-/Birmensdorferstrasse. Bei der Heim- und der Schöneggstrasse sieht das Konzept einen eher langfristigen Handlungsbedarf. Bei der Merkur-/Bäckerstrasse sowie der Steinmürlistrasse sind dagegen kurz- bis mittelfristige Massnahmen vorgesehen. Bei letzterer soll so etwa der heute starke Durchgangsverkehr reduziert werden.

Zeitfenster sind eng

Für die Umsetzung der einzelnen Massnahmen muss laut Bösch aber erst noch ein Terminplan erarbeitet werden. Eine Herausforderung sei dabei die Abstimmung mit dem Bau der Limmattalbahn und dem Spurausbau der BD-Bahn. «Unser Wunsch wäre es, einen Teil der Strassenprojekte noch vor dem Beginn der zweiten Bauetappe der Limmattalbahn zu realisieren.» Die möglichen Zeitfenster dafür seien jedoch relativ eng. Viele der punktuellen Einzelmassnahmen, etwa für den Veloverkehr, sollen laut Bösch laufend und wenn möglich zeitgleich mit ohnehin notwendigen Strassensanierungen durchgeführt werden. «Dadurch kosten sie weniger», sagte Bösch. Wie hoch die Gesamtkosten für sämtliche Massnahmen sind, lässt sich laut dem Stadtplaner noch nicht sagen. «Dazu besteht derzeit noch keine Schätzung.»

Zunächst muss das Konzept ohnehin in den städtischen Richtplan überführt werden. «Daran arbeiten wir derzeit», sagt Stadtpräsident Müller. Ziel sei es, den revidierten Richtplan im nächsten Jahr dem Gemeinderat zur Abstimmung vorzulegen. Dort könnte das Geschäft gute Chancen haben: So wurden laut Müller bei der Erarbeitung des Verkehrskonzepts Vertreter sämtlicher Parteien sowie Verbände und Interessengruppen einbezogen. Ausserdem wurden für die Bevölkerung zwei Workshops veranstaltet, bei der sie ihre Anliegen einbringen konnte.

Die zwei umfangreichsten Strassenbauprojekte des Gesamtverkehrsprojekts: Die Steinmürlistrasse soll «siedlungsverträglich gestaltet» werden. Dazu sind im Konzept unter anderem die Änderung der Vortrittsregelung bei den Knoten Badstrasse und Gyrhaldenstrasse, eine Ausweitung der Tempo-30-Zone auf das Hätschen-Quartier sowie die temporäre nächtliche Sperrung für den Durchgangsverkehr vorgesehen. Ausserdem soll die Strasse bei der Kreuzung mit der Reppisch platzartig gestaltet werden.Ebenfalls neu gestaltet werden sollen die Merkur- und die Bäckerstrasse sowie die dazwischen liegende Löwenstrasse. Im gesamten Abschnitt soll eine Tempo-30- oder Begegnungszone entstehen. Ausserdem soll eine Verlagerung der Zufahrt zu den Parkplätzen vor der Post den Verkehrsfluss verbessern. (hae)

Strassenprojekte/Individualverkehr: Mehr Tempo-30-Zonen

Die zwei umfangreichsten Strassenbauprojekte des Gesamtverkehrsprojekts: Die Steinmürlistrasse soll «siedlungsverträglich gestaltet» werden. Dazu sind im Konzept unter anderem die Änderung der Vortrittsregelung bei den Knoten Badstrasse und Gyrhaldenstrasse, eine Ausweitung der Tempo-30-Zone auf das Hätschen-Quartier sowie die temporäre nächtliche Sperrung für den Durchgangsverkehr vorgesehen. Ausserdem soll die Strasse bei der Kreuzung mit der Reppisch platzartig gestaltet werden.Ebenfalls neu gestaltet werden sollen die Merkur- und die Bäckerstrasse sowie die dazwischen liegende Löwenstrasse. Im gesamten Abschnitt soll eine Tempo-30- oder Begegnungszone entstehen. Ausserdem soll eine Verlagerung der Zufahrt zu den Parkplätzen vor der Post den Verkehrsfluss verbessern. (hae)

Der Bau der Limmattalbahn sowie der Ausbau der BD-Bahn und der Überlandstrasse führen gemäss Gesamtverkehrskonzept auch für den Busverkehr zu Verbesserungen. Dank der Optimierung der Verkehrsknoten soll es im Fahrplan zu weniger Verlustzeiten kommen. Trotzdem sieht das Konzept einige zusätzliche Massnahmen vor: Die Stadtbusse sollen auf der Weiningerstrasse eine eigene Spur erhalten. Damit könne die Fahrplanstabilität merklich gesteigert werden, heisst es im Konzept. Einen separaten Abzweiger sollen die Busse auch beim Knoten Weininger-/Überlandstrasse erhalten. Auf der Bremgartnerstrasse soll eine Busspur realisiert werden. Verbesserungen sind auch beim Busbahnhof geplant. Dort bestehen «nach wie vor Störungen des Betriebsablaufs durch die Anordnung und unzureichende Länge der Haltekanten». (hae)

Öffentlicher Verkehr: Mehr Spuren für die Busse

Der Bau der Limmattalbahn sowie der Ausbau der BD-Bahn und der Überlandstrasse führen gemäss Gesamtverkehrskonzept auch für den Busverkehr zu Verbesserungen. Dank der Optimierung der Verkehrsknoten soll es im Fahrplan zu weniger Verlustzeiten kommen. Trotzdem sieht das Konzept einige zusätzliche Massnahmen vor: Die Stadtbusse sollen auf der Weiningerstrasse eine eigene Spur erhalten. Damit könne die Fahrplanstabilität merklich gesteigert werden, heisst es im Konzept. Einen separaten Abzweiger sollen die Busse auch beim Knoten Weininger-/Überlandstrasse erhalten. Auf der Bremgartnerstrasse soll eine Busspur realisiert werden. Verbesserungen sind auch beim Busbahnhof geplant. Dort bestehen «nach wie vor Störungen des Betriebsablaufs durch die Anordnung und unzureichende Länge der Haltekanten». (hae)

Für den Fuss- und Veloverkehr enthält das städtische Gesamtverkehrskonzept eine ganze Reihe von Massnahmen. Einige Beispiele:Im Industrie- und Gewerbegebiet Silbern-Lerzen-Stierenmatt sollen bestehende Fussgängerstreifen besser signalisiert und durch weitere Querungen ergänzt werden.Auch für Velofahrer soll die Strassenüberquerung an einigen Standorten verbessert werden, etwa beim Knoten Bernstrasse/Rüternstrasse oder an der Bremgartnerstrasse.Auf der Silbernstrasse soll in beiden Richtungen eine sichere Veloverkehrsverbindung angeboten werden.In den Quartieren Oberdorf und Elisen sind Begegnungszonen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde vorgesehen.An den öV-Haltestellen Birmensdorferstrasse, Oetwilstrasse und Niderfeld sind neue Veloabstellplätze geplant. (hae)

Langsamverkehr: Bessere Strassenquerungen

Für den Fuss- und Veloverkehr enthält das städtische Gesamtverkehrskonzept eine ganze Reihe von Massnahmen. Einige Beispiele:Im Industrie- und Gewerbegebiet Silbern-Lerzen-Stierenmatt sollen bestehende Fussgängerstreifen besser signalisiert und durch weitere Querungen ergänzt werden.Auch für Velofahrer soll die Strassenüberquerung an einigen Standorten verbessert werden, etwa beim Knoten Bernstrasse/Rüternstrasse oder an der Bremgartnerstrasse.Auf der Silbernstrasse soll in beiden Richtungen eine sichere Veloverkehrsverbindung angeboten werden.In den Quartieren Oberdorf und Elisen sind Begegnungszonen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde vorgesehen.An den öV-Haltestellen Birmensdorferstrasse, Oetwilstrasse und Niderfeld sind neue Veloabstellplätze geplant. (hae)