Dietikon

Gegen «die latente Ghettobildung»: SP-Einzelinitiative fordert günstigen Wohnraum

Auch der Dietiker Bevölkerung stimmten mit 62 Prozent für die Förderung günstigen Wohnraums. (Symbolbild)

Auch der Dietiker Bevölkerung stimmten mit 62 Prozent für die Förderung günstigen Wohnraums. (Symbolbild)

Der Anteil gemeinnützigen Wohnraums soll auf 20 Prozent ansteigen, fordert eine Einzelinitiative. Dazu möchte sie die Förderung günstiger Wohnungen in der Gemeindeordnung verankern.

Susanne Angliker, Vorstandsmitglied der SP Limmattal, möchte die Förderung von günstigem Wohnraum in der Dietiker Gemeindeordnung verankern. Sie hat dazu eine Einzelinitiative eingereicht, welche eine entsprechende Anpassung der städtischen Verfassung vorschlägt. Die Stadt soll dazu verpflichtet werden, «sich aktiv für den Schutz, die Erhaltung und die Erhöhung des Anteils von preisgünstigen Wohnungen und Gewerberäumen» einzusetzen, wie es im Artikel heisst, den Angliker der Gemeindeordnung hinzufügen will.

Verpflichten soll sich die Gemeinde auch dem «Ziel einer sozialen Durchmischung in allen Quartieren und der Sicherung von Familienwohnungen». Ebenfalls in der Gemeindeordnung festschreiben will die Initiative, dass die Stadt mittelfristig für einen Anteil des gemeinnützigen Wohnraums von 20 Prozent an allen vermieteten Wohnungen sorgt. Dabei soll sichergestellt werden, dass «preisgünstige Wohnungen und Gewerberäume ökologisch vorbildlich erstellt werden». Die Stadt solle zudem für ein nachfrageorientiertes Wohnangebot sorgen und Einrichtungen für ältere Menschen betreuen.

«Schlecht unterhalten»

Angliker begründet die Initiative mit dem ihrer Ansicht nach mangelnden Engagement der Stadt, die «es zu sehr dem Markt» überlasse, wie es im Initiativtext heisst. Dessen Orientierung an einem möglichst hohen Gewinn führt nach Meinung der Initiantin zu «zu vielen schlecht unterhaltenen Wohnungen». Gleichzeitig macht Angliker in der Erneuerung alter Bausubstanz negative Folgen auf die Stadtentwicklung und die Bevölkerung aus. Sie führe beispielsweise dazu, dass alteingesessene Einwohner verdrängt würden, weil nicht mehr genügend zahlbarer Wohnungsraum vorhanden sei. Für die Initiantin fehlen in Dietikon zudem «für ältere Menschen angepasste Wohnformen, die in anderen Gemeinden oft in Form von zentralen städtischen Einrichtungen angeboten werden».

Für Angliker muss deshalb ein Teil des Marktes «dem spekulativen Wohnungsbau entzogen werden». «Dies kann nur gelingen, wenn sich die Stadt aktiv in diesen Markt einmischt und sich selber Ziele vorgibt», schreibt sie. Das Engagement der Stadt könne «der latenten Ghettobildung in einzelnen Quartieren entgegenwirken» und ermögliche bezahlbare Wohnungen für wenig verdienende Familien. Diese hätten «einen ausgewiesenen Bedarf für mehr Zimmer» als üblicherweise durch private Bauherren erstellt würden.

Förderung immer wieder Thema

Der Gemeinderat wird die Initiative an seiner nächsten Sitzung Anfang April behandeln. Für eine Überweisung an den Stadtrat muss sie von mindestens einem Drittel der Gemeinderäte unterstützt werden. Die städtische Förderung günstigen Wohnraums wird vor allem von linker Ratsseite im Gemeinderat immer wieder vorgebracht. Auch der Dietiker Bevölkerung ist sie ein Anliegen: 2014 stimmten 62 Prozent einer Änderung des kantonalen Bau- und Planungsgesetzes zu, mit welcher günstiger Wohnraum gefördert werden soll.

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