Spenden

Gegen den Konsumwahn: So macht Schenken etwas mehr Sinn

Geldspenden sind willkommen. Genauso wie Freiwilligenarbeit. Keystone

Geldspenden sind willkommen. Genauso wie Freiwilligenarbeit. Keystone

Wie man dem Geschenkerummel aus dem Weg gehen und trotzdem Freude bereiten kann - mit Spenden. Einige Beispiele aus der Region.

Das passende Weihnachtsgeschenk für seine Lieben zu finden, bereitet manchem Schenkungswilligen Kopfzerbrechen. Viele, die wir aus der weihnachtlichen Pflicht heraus beschenken wollen, haben einfach schon alles, was sie brauchen. Weshalb also nicht im Namen des Bruders oder der Schwägerin eine Spende tätigen?

Nicht nur wird dadurch Menschen ein Geschenk gemacht, die es benötigen, auch verdoppelt sich die Freude beim Schenker und Beschenkten durch die sinnvolle Tat. Das Limmattal bietet mehrere Projekte, die gemeinnützigen Zwecken gewidmet sind. Einige Beispiele.

Für Flüchtlinge

Der Dietiker Verein «Jetzt – Helfer helfen Helfern» wurde im Sommer 2015 als Reaktion auf die Flüchtlingssituation in Griechenland und Osteuropa gegründet. Sein Zweck ist es, vor Ort tätige Hilfsorganisationen finanziell und durch Sachspenden zu unterstützen. So wurden nach einer Sammelaktion im September über hundert Kisten mit Hilfsgütern in Flüchtlingsballungsgebiete transportiert. «Wir konzentrieren uns momentan vermehrt auf Geldspenden, die wir den lokalen Organisationen direkt zukommen lassen», sagt Präsident Fabian Hauser. Materialtransporte seien wegen der Zollbestimmungen der Transit- und Zielländer sehr kompliziert und nervenaufreibend. Noch im Dezember wird je ein Vorstandsmitglied nach Kos und Osteuropa reisen und Partnerorganisationen besuchen. Morgen findet ab 16 Uhr im Kulturstall Fondli ein Benefizkonzert mit lokalen Musikgrössen wie dem Trompeter Philipp Rellstab und der Eigenharp-Künstlerin Dragica Kahlina statt. Der Erlös kommt Menschen auf der Flucht zugute.

Für einen vollen Magen

Spenden kann man nicht nur Geld, sondern auch seine persönlichen Fertigkeiten in Form von Freiwilligenarbeit. Die Birmensdorfer Autorin Hélène Vuille und ihr Team verteilen im Rahmen ihres Anti-Foodwaste-Projekts nicht mehr verkaufbare Lebensmittel an Bedürftige. In Birmensdorf, Urdorf und Dietikon werden von Supermärkten ausgeschiedene, aber noch geniessbare Lebensmittel an festgelegten Tagen und Standorten direkt abgegeben. Hinzu kommen Transporte von Lebensmitteln an Heime und Hospize. Bereitwillige Lebensmittelproduzenten sowie Grosshändler gibt es viele, genauso wie dankbare Abnehmer. Die Ausweitung des Projekts hängt deshalb vor allem von der Verfügbarkeit von Freiwilligen ab, die Nahrungsmittel mit ihrem Privatwagen transportieren oder diese an den Ausgabestellen verteilen. Wie der Projektleiter für Dietikon, Jean-Marc Sujata, erklärt, sind die benutzten Privatautos von der reformierten Kirche versichert. Am hilfreichsten für das Anti-Foodwaste-Projekt sind regelmässige Freiwilligeneinsätze.

Für das Kloster Fahr

Der Verein Pro Kloster Fahr unterstützt die Klostergemeinschaft bei Anlässen, bei Arbeiten in den Weinreben und ist darum bemüht, dass die notwendigen Renovationsarbeiten am Kloster durchgeführt werden können. Bereits abgeschlossen ist die Renovation des Propsteigebäudes und des Besuchertrakts. Aktuell sind Renovationsarbeiten in der «Clausura», dem Wohntrakt der Ordensschwestern, in Arbeit. Das Spendebarometer liegt momentan bei Rund 13 Millionen bei benötigen 21 Millionen.

Für Kinder und Bildung

Die Weininger Künstlerin und gebürtige Kenianerin Yvonne Apiyo Brändle-Amolo unterstützt mit ihrem Verein «1+1=3» zwei Waisenhäuser- und ein Bildungsprojekt für Witwen in Kenia. Die Kinder, viele sind mit HIV infiziert, erhalten medizinische Betreuung und werden im Heim selber unterrichtet. Im Bildungsprojekt erhalten Witwen die Möglichkeit, sich zu Kleinunternehmerinnen weiterzubilden.

Für Fantasiewelten

Der beliebte Bruno-Weber-Park in Dietikon mit seinen verspielten Fantasiefiguren wurde im April dieses Jahres wiedereröffnet, nachdem er mehrere Monate geschlossen bleiben musste. Ein neuer

Stiftungsrat wurde eingesetzt und alte Strukturen reorganisiert. Die Bruno-Weber-Stiftung, hat den Erhalt des Parks zum Zweck. In der nächsten Zeit, gilt es, durch Gönnerbeiträge Baumängel auszumerzen und Interessenten für veräusserbare Skulpturen zu finden.

Für Erdbebenopfer

Der Urdorfer Christoph Schwemmer, Leiter des Dietiker Alters- und Gesundheitszentrum (AGZ), engagiert sich seit Jahren für Nepal. Er arbeitet mit der nepalischen Stiftung SEED Foundation zusammen. Seine Stiftung unterstützt den Aufbau und den Betrieb eines Zentrums für ältere, sozial benachteiligte Menschen in Lekhnath, Kaski. Nach dem Erdbeben am 25. April hatte er zunächst keinen Kontakt mehr zu dem von ihm mitgegründeten Altersheim, das ganz in der Nähe des Epizentrums stand. Nach ein paar Tagen kam die freudige Nachricht, dass das Gebäude nur ein paar Risse abbekommen hatte. Trotzdem mussten einige Arbeiten vorgenommen werden. «Für 5000 Franken kann man in Nepal jedoch ein erdbebensicheres Haus bauen», erklärte Schwemmer im Mai der Limmattaler Zeitung. Der Fokus der Zukunft liegt denn auch auf dem Bau von erdbebensicheren Gebäuden.

Für Strassenhunde

Der ehemalige Weininger Tierarzt Josef Zihlmann führt mit Gattin Silvia die Organisation Starromania, die sich um Strassenhunde in Rumänien kümmert. In den harten rumänischen Wintern sind die Hunde-Auffangstationen, die oft nur Betonboden bieten, mit herrenlosen Tieren überfüllt. Mit Spendengeldern bauten die Zihlmanns unter anderem ein Tierheim für rund 200 Strassenhunde auf, bildeten einheimische Tierärzte aus und gründeten eine Kleintierklinik, wo Hunde geimpft, gechipt und kastriert werden. Sie wenden sich auch an rumänische Lokalpolitiker und appellieren an deren Verständnis, in den Tierschutz zu investieren.

Für die letzte Reise

Der Verein Wachen und Begleiten Limmattal entlastet Angehörige bei der Begleitung sterbender Menschen. Die ehrenamtlichen Begleiter kennen sich in den verschiedenen Bereichen der Palliative Care aus. Sie sind am Krankenbett präsent und beraten Angehörige, die durch die Pflegearbeit meist physisch und psychisch an Grenzen stossen.

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