Überwachung
Gefilmt im Zug: Das passiert mit den Videos

Verkehrsunternehmen überwachen ihre Passagiere auch im Limmattal mit Kameras – wer auf die Videos zugreifen darf, ist unterschiedlich.

Leo Eiholzer
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Bahnhofsuhr neben Bahnhofskamera an der Dietiker BDB-Endhaltestelle. Leo Eiholzer

Bahnhofsuhr neben Bahnhofskamera an der Dietiker BDB-Endhaltestelle. Leo Eiholzer

Sie sind überall – oder zumindest fast: Kameras in öffentlichen Verkehrsmitteln. Die SBB, die Bremgarten Dietikon-Bahn (BDB), die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ): Sie alle haben Kameras in Fahrzeugen und an Bahnhöfen. Beispiel SBB: In einer normalen zweistöckigen S-Bahn, die durch das Limmattal fährt, sind rund 30 Kameras montiert, wie Sprecher Christian Ginsig auf Anfrage sagt. Die Aufzeichnungen werden in den Zügen auf Festplatten abgespeichert und nach 72 Stunden überschrieben.

Die SBB überwachen auch ihre Bahnhöfe. Ob und wie viele Kameras an den Bahnhöfen Dietikon, Glanzenberg, Schlieren, Urdorf und Urdorf Weihermatt im Einsatz sind, wollen die SBB nicht sagen – gesamtschweizerisch sind es über 8000. Die Bahnhof-Aufzeichnungen werden nicht vor Ort gespeichert, sondern an Serverzentren gesendet. Auch diese Daten werden nach 72 Stunden überschrieben. SBB-Sprecher Ginsig betont, viele der Kameras seien nicht primär dazu da, um Straftaten aufzuklären. Viele dienten betrieblichen Gründen. Das wäre beispielsweise das Überwachen der Ein- und Ausfahrt von Zügen.

Die Bilder dieser Kameras kann das zuständige SBB-Personal live einsehen. Danach werden die Daten für 72 Stunden gespeichert. Zugriff auf die gesicherten Aufnahmen – auch auf die aus den Zügen – haben nur Angehörige der Transportpolizei.

Es gibt zwei Möglichkeiten, bei denen diese ausgewertet werden: Wenn die Staatsanwaltschaft dies verlangt; oder wenn die SBB selbst Anzeige erstatten wollen, zum Beispiel bei Vandalismus.

Auch in den Zügen der Bremgarten-Dietikon-Bahn kann man kaum einen unbeobachteten Schritt tun. 12 Kameras befinden sich in jedem Zug. 80 Prozent der Haltestellen sind videoüberwacht, sagt Erwin Rosenast, Leiter Kommunikation bei Aargau Verkehr, das die BDB betreibt.

Die Aufnahmen aus den BDB-Zügen und von den Haltestellen werden laut Rosenast «zentral gespeichert». Zugriff hätten ausschliesslich einzelne, klar benannte Führungskräfte von Aargau Verkehr. Im Übrigen halte man sich an die gesetzlichen Vorschriften. Was jetzt schon klar ist: Die Limmattalbahn wird ebenfalls mit Kameras ausgerüstet sein.

Auch in den Limmattaler Bussen ist man nicht vor Überwachung sicher. Rund 75 Prozent der Dieselbusse der Verkehrsbetriebe Zürich filmen ihre Passagiere. Alle Daten werden gemäss der VBZ verschlüsselt vor Ort gespeichert. Ausgewertet wird auf eine schriftliche Herausgabeaufforderung der Staatsanwaltschaft oder bei internem Bedarf, wie etwa bei schwerem Vandalismus. Einsehen dürfen die Videos gemäss den gesetzlichen Vorgaben nur drei Personen vom VBZ-Videoteam.