Der heute 61-jährige Lastwagenchauffeur aus Affoltern am Albis hinterliess am letzten Mittwoch am Bezirksgericht Dietikon nicht den besten Eindruck. Zunächst verpasste er den am Vormittag festgesetzten Prozesstermin und erschien erst am Nachmittag. Dann zeigte er sich zwar grundsätzlich geständig, aber nur wenig einsichtig.

Lebensgefährliche Fahrweise

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis wogen schwer. Laut Anklage wurde dem Schweizer Beschuldigten der Führerausweis bereits Ende Dezember 2015 nach anderen Verkehrsdelikten für unbestimmte Zeit entzogen. Dies hinderte ihn offenbar nicht daran, normal weiterzuarbeiten. Was in seinem Fall bedeutete, dass er sich mit einem Lastwagen weiter über die Schweizer Autobahnen bewegte. So auch am vergangenen 25. Januar, als er am späten Abend mit einem Lastwagen der Marke «Renault» bei Dietikon über die Autobahn 3 in Richtung Chur fuhr und prompt von der Polizei erwischt wurde.

Grund für den Polizeieinsatz war eine lebensgefährliche Fahrweise des langjährigen Berufschauffeurs. So setzte er sich auf dem Normalstreifen plötzlich an die Fersen eines Lieferwagens und bedrängte das vor ihm befindliche Fahrzeug massiv. Laut Anklage geschah dies auf einer Strecke von über einem Kilometer und mit einem viel zu geringen Abstand.

Die Anklagebehörde ging von einem hohen Risiko einer Kollision aus. «In der Folge hätte es zu schwerwiegenden Unfällen mit Schwerverletzten oder gar Toten kommen können», zeigte sich der zuständige Staatsanwalt überzeugt.

Zur Strafe 400 Stunden Arbeit

Er verlangte wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln sowie Fahrens trotz Fahrausweis-Entzugs eine unbedingte Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 80 Franken. Neben den 4000 Franken sollte der Rückfalltäter neu eine ehemals bedingt ausgesprochene Vorstrafe von 20 Tagessätzen zu 90 Franken zusätzlich bezahlen – wegen Verletzung der laufenden Probezeit. Hinzu sollte noch die Auflage der Verfahrenskosten von über 5100 Franken kommen.

Das Gericht kam zum Schluss zu Schuldsprüchen, verzichtete aber auf eine Geldstrafe. Es verpflichtete den Beschuldigten vielmehr zu 400 Stunden gemeinnütziger Arbeit. In welcher Form blieb noch unklar. Dies sei Sache des Justizvollzugs, erklärte der zuständige Dietiker Einzelrichter. Fest steht jedenfalls, dass dies nicht im angestammten Beruf des Lastwagenchauffeurs erfolgen kann. So wird er seinen Führerausweis wohl für längere Zeit nicht mehr zurückerhalten.