Aesch
«Gedankenspiele» des Finanzvorstands münden so oder so in Schulden

Die Investitionen, die in den kommenden vier Jahren auf die Gemeinde zukommen, mögen einige Aescher verunsichern, der Voranschlag 2015 wurde jedoch einstimmig angenommen.

Alex Rudolf
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Aesch wird in den kommenden Jahren zwischen 15 und 22 Millionen Franken investieren. Foto: Fuo

Aesch wird in den kommenden Jahren zwischen 15 und 22 Millionen Franken investieren. Foto: Fuo

Ob die Gemeindeversammlung den Investitionsplan des Gemeinderates goutiert, steht noch nicht fest. Dieser will durch die Aufnahme von Fremdkapital bis ins Jahr 2018 zwischen 15 und 21 Millionen Franken investieren. Der Grund: Die Gemeinde wird bis dahin um mehrere hundert Personen wachsen, was Infrastrukturprojekte wie die Groberschliessung des Neo-Quartiers Heligenmatt-Feltsch oder die Sanierung beziehungsweise neue Erbauung des Mehrzweckgebäudes Nassenmatt notwendig macht. Das Geld für diese Projekte wird jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt gesprochen. Heuer ging es um die Finanzplanung für das kommende Jahr.

Steuerfuss bleibt bei 87 Prozent

Der Gemeinderat prognostiziert bei einem Aufwand in der Höhe 5,7 Millionen Franken und einem Ertrag von 5,67 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von bescheidenen 72 000 Franken. Der Steuerfuss der Gemeinde bleibt bei 28 Prozent. Bei der Primarschulgemeinde werden Aufwendungen in der Höhe von 3,4 Millionen Franken und Erträge von 2,7 Millionen Franken erwartet. Der Aufwandüberschuss beträgt somit rund 660 000 Franken. Der Steuerfuss soll auch hier auf dem Niveau von 2014 bleiben und auch nächstes Jahr 38 Prozent betragen. Gemeinsam mit dem Steuerfuss der Sekundarschulgemeinde von 21 Prozent ergibt dies einen Gesamtsteuerfuss von 87 Prozent. Die Gemeindeversammlung nahm sowohl den Voranschlag der Schulgemeinde wie auch denjenigen der politischen Gemeinde einstimmig an.

Bei der Vorstellung der Finanzplanung für die kommenden fünf Jahre erläuterte Finanzvorstand Diego Bonato (SVP), die beiden Varianten. Dabei handle es sich um «Gedankenspiele», sagte er. Denn wie viel Geld die Gemeinde bis 2018 in die Hand nimmt, steht noch nicht fest. Die Frage bleibe jedoch, ob der Steuerfuss allenfalls hinaufgesetzt werden müsse. Diese Gedankenspiele illustrierte er mit hypothetischen Investitionsrechnungen. Diese werden in einem Minus im Finanzvermögen in der Höhe von entweder 15 oder 22 Millionen im Jahr 2018 münden. Fremdkapital in der Höhe von entweder 10 oder 15 Millionen Franken müsste aufgenommen werden. Bonato verwies darauf, wie ausserordentlich tief die Zinsen derzeit seien und wie günstig die Gemeinde demzufolge zum Geld für ihre Investitionen komme. Je nach Variante werde eine Nettoschuld entstehen, die man irgendwann nach 2018 zurückzahlen müsse, resümierte er. Ein Stimmberechtigter begann heftig und leicht grimmig zu nicken.

Was wenn sich die Lage ändert?

Zum 5-Jahres-Plan fragte ein Votant, wie es denn aussehe, wenn sich die Zinslage verschlechtere und die Nachfrage nach Häusern in Aesch abschwelle. Bonato verwies darauf, dass die Gemeinde über ein grosses Eigenkapital von rund 10 Millionen Franken verfüge. Gemeindepräsident Johan Jahn verwies darauf, dass die Zinslage bis ins Jahr 2018 gesichert sein sollte.