Oberengstringen

Gebiet Lanzrain wird umgestaltet und erhält 69 statt 44 Genossenschaftswohnungen

Die Baugenossenschaft Schönheim will verdichten. Jetzt liegt der private Gestaltungsplan für das Gebiet Lanzrain auf.

Die Gemeinde Oberengstringen revidiert ihre Bau- und Zonenordnung (BZO). «Diese Überarbeitung ist für die Entwicklung unserer Gemeinde enorm wichtig», sagt Gemeindepräsident André Bender (SVP). «Das Ziel muss sein, dass wir unseren bestehenden Wohnraum qualitativ verdichten können, wo es Sinn macht», so Bender.

Auf diese Weise lasse sich der Mix zwischen günstigen und teuren Wohnungen wieder in ein für die Gemeinde verträgliches Gleichgewicht bringen. Aus dem Gleichgewicht geraten ist er aus Sicht des Gemeinderats, weil in Oberengstringen sehr viele Gebäude aus den 1950er- und 1960er-Jahren stehen. Das sorge für einen Überhang an alten, günstigen Wohnungen, die eine hohe Sozialquote zur Folge haben.

André Bender (SVP) Gemeindepräsident von Oberengstringen

«Für uns ist es ein Leuchtturmprojekt, das bei weiteren Projekten einer inneren Verdichtung als Musterbeispiel vorgezeigt werden kann.»

André Bender (SVP) Gemeindepräsident von Oberengstringen

Noch während die BZO revidiert wird, zeigt nun ein privater Gestaltungsplan, wie eine solche qualitative Verdichtung aussehen kann. Es geht um das Gebiet Lanzrain zwischen der Zürcherstrasse und der Rebbergstrasse, konkret um die Liegenschaften Zürcherstrasse 96, 98 und 100 und die Liegenschaften Rebbergstrasse 79 und 81. Fünf Gebäude der Baugenossenschaft Schönheim stehen heute auf dem Areal. Sie umfassen 44 Wohnungen. Die Gebäude sollen etappenweise abgerissen werden und Platz machen für drei Neubauten mit total 69 Wohnungen. Das entspricht einem Anstieg der Wohnungszahl um 57 Prozent.

Im Sommer 2016 hatte die Baugenossenschaft Schönheim die Gemeinde erstmals kontaktiert. «Oberengstringen hat das Projekt von Anfang an in befürwortendem Sinn unterstützt», führte Bender am öffentlichen Info-Anlass aus, der am Dienstagabend im Gemeindezentrum stattfand und an dem auch die Baugenossenschaft, das Planungsbüro Metron und das Architekturbüro Haerle Hubacher vertreten waren. Haerle Hubacher sind im Limmattal bekannt: Sie haben auch das Projekt für die 177 Wohnungen auf dem Schlieremer Areal Reitmen entworfen.

Beim Projekt Lanzrain wird zwischen den drei Gebäuden ein Hof entstehen, der zu einem lebendigen Treffpunkt werden soll. Weiter umfasst die Überbauung auch eine grosse Tiefgarage mit Parkplätzen.

Mit dem Gestaltungsplan könne optimal eine qualitätsvolle Siedlungsentwicklung realisiert werden, hielt Bender fest. «Dieses Projekt wird vom Gemeinderat als qualitativ sehr gutes Projekt eingestuft. Für uns ist es ein Leuchtturmprojekt, das bei weiteren Projekten einer inneren Verdichtung als Musterbeispiel vorgezeigt werden kann», so Bender weiter.

Als Nächstes liegt der private Gestaltungsplan nun zwecks öffentlicher Mitwirkung für 60 Tage auf. Hier könnte es zu Einwendungen kommen, die zu Änderungen des Gestaltungsplans führen. Im Frühling 2019 soll die Gemeindeversammlung über den privaten Gestaltungsplan befinden. Nach der Genehmigung durch die kantonale Baudirektion und dem Ablaufen der Rechtsfristen soll der Gestaltungsplan voraussichtlich im September 2019 rechtskräftig werden, wenn alles läuft wie geplant.

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