Gateway

Gateway: «Die Logistikbranche ist wichtig für Zürich»

Die Logistikbranche (Bild Rheinhäfen) pocht auf einen Ausbau der Infrastruktur in Zürich und Basel.jk

Die Logistikbranche (Bild Rheinhäfen) pocht auf einen Ausbau der Infrastruktur in Zürich und Basel.jk

Limmattal Für Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP) ist es Sache der Logistikbranche und der SBB, den Standort für den Gateway Limmattal festzulegen. Sachlich begründete Projekte unterstütze der Regierungsrat.

Herr Stocker, das Limmattal lehnt den von SBB-Cargo geplanten Container-Umschlagterminal Gateway ab. Sie sagen: «Wir brauchen diese Infrastruktur.» Warum ist sie für den Kanton Zürich so wichtig?

Ernst Stocker: Die Logistikbranche ist wichtig für den Kanton Zürich und die Wirtschaft, deshalb braucht es den Gateway. Wo er letztlich steht, ist weniger wichtig. Was nicht geht, ist, dass die SBB einen Standort bestimmen und die Logistikwirtschaft diesen ablehnt. Hier braucht es ein klares Bekenntnis beider Seiten zu einem Standort.

Kann der Regierungsrat auch hinter einem Standort Limmattal stehen?

Der Regierungsrat steht auch deshalb hinter dem Projekt, weil es einen entsprechenden durch den Kantonsrat festgelegten Richtplaneintrag gibt. Ich bin mir aber bewusst, dass die Belastung des Limmattals gross ist. Ich nehme die Ängste, welche die Bevölkerung gegenüber dem Regierungsrat und den SBB zum Ausdruck bringt, ernst.

Wo ist aus Ihrer Sicht der richtige Standort?

Das muss man den Fachleuten überlassen. Aber es braucht Varianten. Der Regierungsrat besteht nicht auf einem Standort im Kanton Zürich. Aber wenn er sachlich begründet ist, dann akzeptiert der Regierungsrat das Projekt.

Was halten Sie von der Alternative im aargauischen Rekingen am Rhein, die aktuell vom Limmattal und einem Basler Terminalbetreiber herumgereicht wird?

Wenn die Fachleute zur Erkenntnis gelangen, der Gateway sollte in Rekingen stehen, dann werde ich mich nicht dagegen wehren. Ich glaube aber, diese Standort-Debatte in aller Öffentlichkeit zur führen, das bringt nichts. Erst müssen sich SBB und Wirtschaft einig werden.

Der Wirtschaftsraum Zürich ist doch angewiesen, dass die Logistik reibungslos funktioniert. Ist es da nicht sinnvoll der Gateway steht da, wo er gebraucht wird?

Der Gütertransport in den Wirtschaftsraum Zürich muss auch in Zukunft funktionieren. Zu bedenken ist aber: Der Bund rechnet bis 2030 mit einer Verkehrszunahme beim Güterverkehr von rund 30 Prozent. Da ist es sinnvoll, alles, was nicht zwangsläufig über die Strasse transportiert werden muss, per Bahn zu transportieren.

Doch auch hier sind die Kapazitäten derzeit begrenzt.

Man darf tatsächlich nicht vergessen, dass für zusätzlichen Güterverkehr vielleicht noch in der Nacht ein paar Zeitlöcher frei sind. Das typische Beispiel ist die geforderte S-Bahn-Haltestelle Silbern in Dietikon. Die Zugsfrequenzen sind tagsüber so dicht, dass dort nie ein Zug halten kann, auch wenn man einen Bahnhof baut.

Die SBB möchten ihre Shuttle-Züge, die vom Rangierbahnhof Limmattal 64 Destinationen in der Schweiz anfahren, mit Container-Waggons auffüllen, um so Überkapazitäten zu reduzieren.

Das erscheint mir sinnvoll. Aber nochmals. Das Problem kann nicht die Politik lösen, das muss die Logistikbranche zusammen mit den SBB tun. Derzeit habe ich das Gefühl, dass sich die verschiedenen Beteiligten nicht ganz sicher sind. Das verursacht seitens der Politik mehr Fragen als überzeugende Antworten.

Wie steht es um flankierende Massnahmen für einen Gateway im Limmattal?

Es ist klar, dass ein Gateway flankierende Lärmschutzmassnahmen braucht. Da sind die SBB gefordert. Sie müssen in Zusammenarbeit mit den Gemeinden geeignete Bedingungen schaffen. Lärmbelästigungen müssen möglichst tief gehalten werden.

Kurz zu einem anderen Thema. Wann eröffnet die dritte Gubrist-Röhre?

Der Kanton Zürich setzt alles daran, dass der Tunnel rasch erweitert werden kann. Wie Sie wissen, ist die Überdeckung Weiningen ein Thema, obwohl wir uns hier mit der Gemeinde einig sind. Nach heutigem Wissensstand dürfte es bist zur Eröffnung noch schätzungsweise zehn Jahre dauern.

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