Gateway
Gateway: Das Jahr 2014 kann zum Schicksalsjahr werden

Das Unternehmen SBB Cargo hält weiterhin am laufenden Plangenehmigungsverfahren des Gateways fest. Die Argumente aus dem Limmattal ziehen nicht.

Jürg Krebs
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Das beim Rangierbahnhof Limmattal geplante Gateway wird in der Region seit Jahren bekämpft.

Das beim Rangierbahnhof Limmattal geplante Gateway wird in der Region seit Jahren bekämpft.

Keystone

Die Limmattaler Gateway-Gegner demonstrieren Geschlossenheit: Die Idee eines Container-Umschlagterminals mit Standort Dietikon-Spreitenbach sei am Ende, das Projekt zu beerdigen. Diese Forderung blieb wirkungslos.

Auch wenn das Gateway als Beschluss der Terminalkonferenz vom letzten Dienstag hinter den Terminal Basel Nord zurückgestellt und etappiert realisiert werden soll, ans Aufgeben denkt bei SBB Cargo niemand. Das Transportunternehmen hält nach wie vor am laufenden Plangenehmigungsverfahren fest.

Gegner verlieren einen mächtigen Verbündeten

Damit wird klar: Die Limmattaler Argumente ziehen bei SBB Cargo nicht. Die Region moniert mehr Lärm durch den Container-Umlad, zusätzlichen Lastwagenverkehr durch den Weitertransport von Containern auf der Strasse, einen nicht wirtschaftlich betreibbaren Terminal und ein Projekt, das mit der Siedlungsentwicklung nicht kompatibel ist.

Auch mit den von den Standortgemeinden Dietikon und Spreitenbach angekündigten juristischen Mitteln ist SBB Cargo kaum beizukommen.

Am Ende sitzt der Bundesbetrieb am längeren Hebel, konkret lässt sich mittels Eisenbahngesetz (fast) alles rechtfertigen. Zudem: Die Verladerbranche hat ihren Widerstand gegen den Limmattaler Container-Terminal aufgegeben, weil Basel Nord nun priorisiert wird.

Damit verlieren die Gateway-Gegner einen mächtigen Verbündeten. Die Limmattaler Gemeinden und Politiker müssen folglich andere Wege finden, wollen sie das drohende Schicksal in die Knie zwingen.

2014 bieten sich den Gegnern zwei realistische Chancen, die Pläne von SBB Cargo zu durchkreuzen. Die erste kommt bereits am 9. Februar. An jenem Sonntag wird in der Schweiz über milliardenteure Kapazitätsausbauten der Bahninfrastruktur (Fabi) abgestimmt.

Dabei geht es zwar nicht um das Gateway, aber unter anderem um einen Ausbau der Strecke Aarau–Zürich. Gesetzt den Fall, die Vorlage würde abgelehnt, hätten es die SBB aber ungleich schwerer, ein Gateway, das im Endausbau 160 Millionen Franken kosten soll, zu rechtfertigen. Allerdings wäre ein Nein auch ein Nein zum öffentlichen Verkehr.

Dilemma für Kantonsräte

Die zweite Chance kommt im März anlässlich der Richtplandebatte im Zürcher Kantonsparlament. Zwar ist das Gateway ein Punkt unter vielen, für das Limmattal aber ein sehr wichtiges Detail.

Vor kurzem hat die Geschäftsleitung des Kantonsrats die Diskussion über das Gateway sistiert, bis klar ist, welches Ergebnis die Terminalkonferenz hat. Dieses liegt nun vor. Der Kantonsrat wird deshalb demnächst über eine Aufhebung der Sistierung beraten müssen.

Das stellt die Limmattaler Kantonsräte – genauer, die dem Gateway abgeneigten bürgerlichen – vor ein Dilemma. Sollen sie auf eine Aufhebung der Sistierung drängen, um das Gateway in der Debatte aus dem Richtplan streichen zu können?

Das würde bedingen, dass sie im Kantonsrat eine Mehrheit finden. Wenn nicht, wäre der Status quo die bessere Option. Man muss aber sehen: Eine Streichung des Gateways wäre wie erwähnt ebenfalls nicht das Ende des Projekts.

Aber der Limmattaler Stein auf den Gleisen von SBB Cargo würde zum Felsbrocken, der einiges schwerer wegzusprengen wäre.