Limmattal

Gateway: Applaus für die Sistierung des Richtplaneintrags

Dass die kantonsrätliche Beratung über den Richtplaneintrag des Gateways vorläufig ausgesetzt wird, wurde am Montag bekannt.

Dass die kantonsrätliche Beratung über den Richtplaneintrag des Gateways vorläufig ausgesetzt wird, wurde am Montag bekannt.

Dass der Kantonsrat den Richtplaneintrag für das geplante Containerterminal Gateway vorläufig eingestellt hat, wird im Limmattal als Zeichen wachsender Kritik gewertet.

Dass die Geschäftsleitung des Kantonsrats beschlossen hat, den Richtplaneintrag für das umstrittene Containerterminal Gateway Limmattal beim Rangierbahnhof zu sistieren, wird im Limmattal mit Genugtuung zur Kenntnis genommen. «Das ist ein positives Signal, das zeigt, dass auch der Kantonsrat das Projekt kritisch bewertet», sagt der Dietiker Stadtpräsident Otto Müller auf Anfrage.

Dietikon hat als Standortgemeinde bereits gegen das von den SBB eingereichte Plangenehmigungsgesuch für den Gateway Einsprache eingereicht – so wie auch Spreitenbach, Oetwil und Geroldswil. Der Entscheid des Kantonsrats sei nicht zuletzt dem Engagement der Limmattaler Kantonsräten zu verdanken, sagt Müller. «Der Einsatz lohnt sich.»

CVP nennt SBB «überheblich»

Auch der Oetwiler Gemeindepräsident Paul Studer bezeichnet den Entscheid des Kantonsrats als positives Zeichen: «Aber ich würde es noch nicht als Etappensieg werten.» Es freue ihn, dass man im Rat auf offene Ohren stosse, sagt Studer: «Man ist nicht mehr einfach bereit, das Projekt durchzuwinken.» Illusionen dürfe man sich aber keine machen.

Die CVP des Bezirks Dietikon schreibt in einem gestern verschickten Communiqué, der Kantonsrat setze ein «deutliches Zeichen», indem er den Richtplaneintrag für den Gateway sistiere und aus der Revision des Gesamtrichtplans ausgliedere.

Nachdem sich bereits Verbände, Kunden und potenzielle Betreiber öffentlich vom Projekt distanziert hätten, signalisiere nun auch der Kantonsrat, «dass die Sinnhaftigkeit eines Gateway-Terminals im Limmattal kritischer überprüft werden muss», heisst es in der Mitteilung. «Diesen Entscheid begünstigt hat zweifellos die Überheblichkeit der SBB, mit welcher sie sich über die bestehenden Richtplanauflagen und die Anliegen der Region hinwegsetzten.»

Ernst Stocker begrüsst Sistierung

Dass die kantonsrätliche Beratung über den Richtplaneintrag des Gateways vorläufig ausgesetzt wird, wurde am Montag bekannt. Die Geschäftsleitung des Kantonsrats stimmte einem entsprechenden Gesuch der Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt einstimmig zu. Auch die Kommission für Planung und Bau unterstützte das Gesuch. Deren Präsident, der Schlieremer SVP-Kantonsrat Pierre Dalcher, sagt, der Entscheid sei einer Sensibilisierung der Kantonsräte für die Probleme rund um den Gateway zu verdanken.

Das Thema werde mehr hinterfragt als früher: «Man spürt, dass sich hier einiges geändert hat.» Mit Prognosen für die weitere Entwicklung sei er aber vorsichtig, so Dalcher. Man müsse nun zuerst das Resultat der laufenden Mediation abwarten. Diese hat der Bund eingeleitet, um den Streit um den Gateway zu schlichten.

Auch der Zürcher Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP) begrüsst auf Anfrage die Sistierung. Erst müsse geklärt werden, ob es den Gateway brauche.

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