Schlieren
Gasi-Areal steht unter Schutz - bloss weiss das der Kanton?

Seit über 30 Jahren ist das Gasi-Areal unter Schutz – beim Kanton ging dies jedoch fast vergessen.

Alex Rudolf
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Der Gasometer ist schon seit den 1980er Jahren geschützt. (Symbolbild)

Der Gasometer ist schon seit den 1980er Jahren geschützt. (Symbolbild)

zvg

Riesengrosses Potenzial sehen die Planer von Albert Speer & Partner beim Gaswerk-Areal. Dies zeigte sich anlässlich der Aktivwerkstatt vom Januar. Bei diesem Quartier handle es sich um ein Bijoux mit hervorragender Bausubstanz, wie die Macher des Stadtentwicklungskonzepts damals sagten.

Kürzlich jedoch liess der Stadtrat verlauten, dass er das Gaswerk Schlieren im kantonalen Richtplan als eines der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) vermerken lassen will. In diesem Bundesregister ist das Gasi-Areal jedoch bereits seit über 30 Jahren eingetragen. Warum also der späte Eintrag?

Bei der vom Stadtrat beantragten Richtplanänderung handle es sich um ein Nachführen von Planungsgrundlagen, wie Ressortvorsteher Bau und Planung Markus Bärtschiger (SP) auf Anfrage sagt. «Der neue Richtplan wurde im Kantonsrat gleichzeitig behandelt wie der Verbleib des Gasi-Areals im ISOS beim Bund.»

Weil zum Zeitpunkt der Festsetzung des Richtplans noch nicht feststand, wie das Bundesamt für Kultur über den ISOS-Eintrag entscheiden werde, habe der Kanton auf einen solchen verzichtet.

Schutzwürdigkeit nicht sicher

Zwar wurden Teile des 1974 geschlossenen Gasi-Areals, etwa das historische Gaswerk, die Arbeiterkolonie, die Beamtenwohnhäuser und die Umgebung, bereits Anfang der 1980er-Jahre ins ISOS aufgenommen.

Das Inventar wurde 2013 jedoch revidiert, mit dem Resultat, dass das Gasi-Areal noch immer als schützenswertes Ortsbild gilt, während andere Ortsbilder, wie der Oetwiler Ortskern beispielsweise, aus dem Register gestrichen wurden.

Der Verbleib im Register war demnach erst auf Bundesebene festgehalten: «Die Arbeiterhäuser, der Wasserturm und weitere Elemente sind geschützt, im kantonalen Richtplan ist davon jedoch nichts zu lesen», so Bärtschiger.

Dies sei der Exekutive vor allem im Zusammenhang mit der Erneuerung der Bernstasse aufgefallen. Während des Planungsprozesses des Kantons sei die Schutzwürdigkeit des Gebiets beinahe vergessen gegangen. «Mit dieser Anpassung des Richtplans können wir die nationalen und kantonalen Planungsinstrumente nun auf denselben Stand bringen», so Bärtschiger.

Testplanung in diesem Jahrzehnt

Albert Speer & Partner empfehlen der Stadt im Rahmen der Aktivwerkstatt, innerhalb der nächsten zehn Jahre eine Testplanung für das Gasi-Areal zu entwickeln. In dieser soll aufgezeigt werden, wie das Quartier dereinst genutzt und allenfalls erweitert werden könne.

Mit dem Richtplaneintrag lege man sich dafür keine Steine in den Weg, da das ISOS-Register ohnehin dem Richtplan übergeordnet sei, sagt Bärtschiger. Sprich: Es können nur jene Teile des Gasi-Areals weiterentwickelt werden, die nicht geschützt sind.

Der kantonale Richtplan wurde im März 2014 nach der Revision vom Kantonsrat festgesetzt. Das verbindliche Steuerinstrument erfährt nun seine erste Teilrevision.

Im Rahmen dieser ergeben sich für die Stadt Schlieren – neben dem geforderten Gasi-Eintrag – drei weitere Neuerungen: So soll die sich im Bau befindende Kantonsapotheke an der Südstrasse, die bestehende Wassertransportleitung zwischen Zelgli und Reitmen und die geplante Erdgastransportleitung Schlierenberg in den Richtplan aufgenommen werden. Mit diesen drei Punkten erklärte sich die Schlieremer Exekutive einverstanden.