Schlieren
Garderobe Im Rohr: Die Ortsparteien stellen sich hinter den Fussballclub

Am 29. November entscheidet Schlieren, ob neue Garderoben für 4,3 Millionen Franken erstellt werden sollen.

Alex Rudolf
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Die Garderoben und Duschräume stammen aus den Jahren 1980 beziehungsweise 2000.

Die Garderoben und Duschräume stammen aus den Jahren 1980 beziehungsweise 2000.

Carmen Frei

Dass die Garderoben der Sportplätze Im Rohr im Schlieremer Zelgli-Quartier saniert werden müssen, ist unbestritten. Für Diskussionen sorgte in der Vergangenheit aber die Höhe des Betrags, den der Hauptnutzer der Anlage, der FC Schlieren, ans neue Garderobengebäude beisteuern soll. Am 29. November hat das Stimmvolk das letzte Wort: Dann stimmt es über einen Kredit von 4,3 Millionen Franken für einen Neubau ab. Die Ortsparteien unterstützen das Vorhaben weitestgehend.

Das Gemeindeparlament nahm den stadträtlichen Antrag zuhanden des Stimmvolks im vergangenen Juli mit 26 zu 5 Stimmen deutlich an. Zuvor stimmte der Rat jedoch über einen Rückweisungsantrag ab. Begründet wurde dieser damit, dass der FC Schlieren mehr Geld beisteuern solle. Anstelle der 100000 Franken für den Innenausbau sowie jährlich 16000 Franken Pachtzins schwebte Andres Uhl, Gemeinderat der CVP, ein höherer Betrag vor. Demnach sollte der FC zwischen 400'000 und 500'000 Franken entrichten.

CVP schlägt vor, FC solle Darlehen aufnehmen

Uhls Rückweisungsantrag blieb ohne Erfolg, da neben den Vertretern der eigenen Partei lediglich die FDP dafür votierten. Für den Urnengang von Ende Monat empfiehlt die CVP Stimmfreigabe, wie Uhl auf Anfrage sagt. «Wir sind nicht gegen die Garderobe, aber der FC Schlieren soll einen grösseren Betrag beisteuern», sagt er. Diesen könne er mittels Darlehen oder einer Volksaktie organisieren. Und wie sieht es bei der FDP aus? Deren Vorstand treffe sich dieser Tage und werde darüber entscheiden, ob überhaupt und wenn ja, welche Parole herausgegeben wird, heisst es von Parteivertretern.

Bei den restlichen Parteien ergibt sich ein einheitliches Bild. Der Quartierverein (QV) empfiehlt ein Ja, da es beim neuen Gebäude nicht um eine Investition für den Ausbau des Klubs, sondern für die Aufrechterhaltung des Betriebs gehe, erklärt QV-Gemeinderat Thomas Widmer auf Anfrage. Möchte man den Kredit nicht sprechen, solle man dem Fussballclub generell keine Mittel mehr zur Verfügung stellen.

Auch die SVP, die EVP, die GLP, die SP und die Grünen empfehlen wie bereits bei der Parlamentsdebatte ein Ja: «Der Neubau würde mit einer Fotovoltaikanlage ausgestattet, die den Grossteil des Energiebedarfs des Garderobengebäudes und der angrenzenden Schulanlage decken könnte», sagt Laura Zangger, Ortspartei-Präsidentin der Grünen.

Ergebnis hänge davon ab, wie stark der FC mobilisiert

Die Mehrheit der Parteien ist also für den Bau der 4,3-Millionen-Garderobe. Welche Chancen rechnet sich Uhl auf ein Nein aus? Dies sei schwierig zu sagen, da der Ausgang der Abstimmung davon abhänge, wie stark der Fussballclub seine Mitglieder zum Gang an die Urne motivieren könne. «Auch die drohende Erhöhung des Steuerfusses dürfte für einige ein Aspekt sein, den sie bei solch hohen Ausgaben berücksichtigen», so Uhl.

Bei einem Ja soll bereits im März mit dem Bau der Garderobenanlage begonnen werden. Geplant ist ein Hybrid-Modulbau aus Holz und Metall. Wie bei anderen Gebäuden der Stadt soll das Holz dazu aus dem Schlieremer Wald stammen. Neben den zwölf geplanten Garderoben sollen auch sechs Duschräume, zwei WC-Anlagen, zwei Einzel-WCs, ein Sanitäts- und Massageraum, zwei Trainer- und Schiedsrichterräume, zwei Technikräume sowie ein neues Klubhaus mit Küche und Lager erstellt werden. Die heutige Anlage aus dem Jahr 1980 sowie das Provisorium aus dem Jahr 2000 würden über kurz oder lang nicht mehr benutzt werden können, sagten Vertreter des FC Schlieren an einem Tag der offenen Tür im Oktober.