Sie half Amor auf die Sprünge: Gabriela Ursprung, die Moderatorin der Sendung «Swiss Date» auf Tele Züri, die im Sommer 2010 zum letzten Mal ausgestrahlt wurde. Bei der Urdorferin lernten sich die durchgedrehte Brünette und der einsame Bauer kennen und lieben – der Informatiker traf auf die Pferdeliebhaberin und es knisterte zwischen dem Buchhalter und der Hobbyköchin.

Heute, fast zwei Jahre nach der letzten Sendung ist es stiller geworden um Ursprung. Doch trotz dem Aus von «Swiss Date« ist sie nicht ganz von der Bildfläche verschwunden. Letztes Jahr moderierte sie die Street Parade. Ob sie der grossen Strassenparty auch dieses Jahr ihr Gesicht geben darf, weiss sie noch nicht. «Ich dränge mich nicht gerne auf», sagt sie bescheiden.

Stattdessen hat Ursprung in ihrem Leben neue Schwerpunkte gesetzt. Die Zeit, die sie früher für die Kuppelsendung aufgewendet hatte, braucht sie heute für ihr Studium an der Hochschule für Wirtschaft – «eine unglaublich spannende Horizonterweiterung».

Gabriela Ursprung blickt zurück

Nachdem Ursprung 2009 das Casting für die Moderation gewann, war sie bei der Glamour-Presse hoch im Kurs. Dass plötzlich Informationen über ihr Privatleben in der Öffentlichkeit kursierten, war ihr nicht a priori unangenehm. «Ich hatte es ja selbst in der Hand, was ich von mir preisgab, und was nicht», sagt die Limmattalerin, die heute mit Freund Stefan in Kloten lebt. Tatsächlich wirkt Ursprung nicht wie eine Frau, die sich Aussagen in den Mund legen, oder sich in eine Rolle pressen liesse. «Ich bin jemand, der gerne selber steuert», sagt sie selbstbewusst, aber ohne jede Spur von Überheblichkeit. Dann wickelt sie ihr Kaugummi in die leere Zuckertüte und löffelt langsam den Milchschaum vom Latte Macchiato.

Ab und zu traure sie «Swiss Date» ein wenig nach, gibt Ursprung zu. Aber heute wollten Singles nicht mehr öffentlich bekunden, dass sie auf der Suche nach einer Beziehung seien. Sie klickten sich lieber anonym durch Online-Partnerbörsen.

Passt sie in die Glamour-Welt?

Die Arbeit beim Fernseher machte Ursprung deshalb so viel Spass, weil sie sich mit Menschen mit unterschiedlichen Berufen und Interessen austauschen konnte. Aber auch die Sendungsvorbereitungen und die Moderation hätten sie begeistert. «Eine solche Erfahrung kannst du nicht an jeder Ecke machen», sagt Ursprung. «Die Erinnerung an diese Zeit kann mir niemand nehmen.»

Auch über die Liebe hat Ursprung durch «Swiss Date» viel gelernt: «Vom Rocker über den introvertierten Student: Egal mit wem ich sprach – alle wollten einen ehrlichen, offenen und treuen Partner. Die Liebe ist für alle gleich. Und doch so unberechenbar.»

Kein Risikomensch

Trotzt ihrem Erfolg als Moderatorin habe sie nie auch nur daran gedacht, ihren Beruf als Abteilungsleiterin bei der Migros an den Nagel zu hängen. «Ich bin kein Risikomensch», gibt Ursprung zu. Ausserdem sei sie nicht sicher, ob sie in das Showbusiness passe. «Es ist ein eher oberflächliches und willkürliches Geschäft.» Berufliche Sicherheit gebe es kaum. Entweder man sei angesagt oder man werde vergessen. Dennoch genoss Ursprung die Vorteile der Glamour-Welt. Mit der Stylistin habe sie sich gerne durch Kleiderständer gewühlt. Ab und zu habe sie auch etwas Verrücktes, Ungewohntes, zuweilen auch eine gewagte Kombination ausprobiert. Für ihre Kleidung und ihr Aussehen erntete Ursprung viele schmeichelnde Komplimente, musste aber auch Kritik einstecken. «Manche waren echt unter der Gürtellinie», sagt Ursprung. Aber das gehöre leider auch dazu.

Sie selber habe in den Sendungen stets versucht, den Kandidaten eine Plattform zu bieten, auf der sie sich möglichst echt und sympathisch darstellen konnten. Darum sei sie teilweise «mit angezogener Handbremse gefahren». Sie habe niemanden blossstellen wollen. «Manche Menschen muss man vor sich selber schützten», sagt sie und erzählt lachend von Kandidaten, die bei den jungen Frauen am liebsten mit der Tür ins Haus gefallen wären.