Bei so dichtem Nebel hätten Fussballer Mühe, ein Spiel auszutragen. Anders ist dies bei den Spielern des Schweizerischen Tipp-Kick-Verbandes. Wenn sie sich zu einer Meisterschaft treffen, spielt das Wetter keine Rolle.

Denn für Fussball im Kleinformat braucht es lediglich einen genügeng grossen Raum, um die Spielfelder aufzustellen. Über einen solchen verfügt das Hotel Geroldswil. Dort gingen am Samstag die diesjährigen Schweizer Einzelmeisterschaften über die Bühne. Dies deshalb, weil sich die sechs Mitglieder des Clubs «Baden Hotspurs» regelmässig in Geroldswil treffen.

Geschickt und flink platzierten die Tipp-Kick-Spieler ihre Spieler auf dem Feld, tippten hier und da auf den Kopf der Figur, in der Hoffnung das zwölfeckige Bällchen ins gegnerische Tor zu befördern.

In rasantem Tempo reihte sich Spiel an Spiel. Jedes einzelne dauerte nur zwei Mal fünf Minuten. Die Pausen dazwischen waren kurz. In der Hitze des Gefechts trieb es da dem einen oder andern die Schweissperlen auf die Stirn.

Freundschaften pflegen

Die Regeln im Tipp-Kick, das an kleinen Fussballfeldern im Massstab 1:100 gespielt wird, sind ähnlich wie beim richtigen Fussball. Offside gibt es allerdings nie. Denn es darf sich zu jeder Zeit nur ein Feldspieler auf dem Spielfeld befinden.

Der Sieg ist beim Tipp-Kick nicht das Einzige, was zählt. «Wichtig bei jedem Turnier ist auch, dass man sich unter Freunden treffen kann», sagte Daniel Kaufmann vom Organisationskomitee. «Bei diesem Sport kann jeder mitmachen von Jung bis Alt, und man kann nicht nur Mitspielen, sondern auch die Rolle des Schiedsrichters übernehmen», so Kaufmann. Dass sich Tipp-Kick auch für die ganz Kleinen eignet, bewies der sieben jährige Nils aus Egg.

Das Sprichwort «Übung macht den Meister» gilt zwar auch beim Tipp-Kick, doch man kann auch als Anfänger bereits an einer Schweizer Einzelmeisterschaft teilnehmen. So hatte der amtierende Schweizer Meister Philipp Derungs aus Entfelden einen Arbeitskollegen an die diesjährige Meisterschaft eingeladen, der, nach ein paar Erklärungen zur Handhabung der Figuren, bereits aktiv an den Spielen teilnehmen konnte.

Auch wenig geübte Spieler hatten eine Chance auf einen Pokal. Denn diejenigen, die nach der ersten Runde ausschieden, konnten untereinander um den Limmat Cup kicken.

Ein weiterer Vorteil von Tipp-Kick: Für die Ausmarchung des Schweizer Meisters braucht es keine mehrstündigen Wettkämpfe, die sich über das ganze Jahr verteilen. Ein einziger intensiver Tag genügt.

Der Meistertitel ging dieses Jahr an Serge Brugger aus Esslingen. Philipp Derungs wurde auf den zweiten Platz verdrängt. Den Limmat Cup holte Daniel Nater aus Volketswil.