Fussball
Sogar der Gegner hat gratuliert: Der FC Schlieren schafft den Ligaerhalt

Die Limmattaler NLB-Fussballerinnen halten trotz einer 0:1-Niederlage in Aarau die Konkurrenz auf Distanz. Die Freude über das gute Ende der turbulenten Saison ist gross.

Ruedi Burkart
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Sie bleiben in der zweithöchsten Liga: die Schlieremer Fussballerinnen.

Sie bleiben in der zweithöchsten Liga: die Schlieremer Fussballerinnen.

Ruedi Burkart

Die turbulente Saison 2020/21 ist für die Schlieremer NLB-Fussballerinnen doch noch versöhnlich zu Ende gegangen. Wohl kassierten die Limmattalerinnen mit dem 0:1 gegen den schon vor der Partie als Aufsteiger feststehenden FC Aarau die erwartete Niederlage. Weil Konkurrent Walperswil gegen Rapperswil-Jona ebenfalls nur zweiter Sieger blieb, reichte es dennoch für den rettenden achten Schlussrang.

Nach dem Schlusspfiff auf dem Aarauer Schachen brachen bei den Limmattalerinnen alle Dämme. Die Kunde von Walperswils 0:7-Pleite machte schnell die Runde. Und so war trotz der eigenen Niederlage klar: Der FCS behält sein Dreipunktepolster am Strich. «Es war einmal mehr eine unglaubliche Leistung meines Teams», freute sich FCS-Trainer Alessandro Vicedomini, «wir haben super dagegengehalten. Sogar Aaraus Trainer hat uns gratuliert.» Man sei jetzt einfach nur froh, dass die Saison zu Ende ist.

Das Gespür von Sportchef Zoran Perak

Dass auf dem Zelgli auch in der kommenden Saison NLB-Fussball zu bestaunen sein wird, ist zu einem grossen Teil das Verdienst von Sportchef Zoran Perak. Er war es, der Ende März mit der für Aussenstehende überraschenden Entlassung von Trainer Fernando Esteban ein Zeichen setzte.

«Wenn wir oben bleiben, war das die richtige Entscheidung. Wenn wir absteigen, war es die falsche»,

sagte Perak an jenem frühlingshaften 2. April, als er mit dem 32-jährigen Vicedomini den neuen Coach vorstellte.

Nun, falsch war der Trainerwechsel gewiss nicht, wie sich im Rückblick zeigt. In den total zehn Meisterschaftspartien unter neuer Führung holten die Limmattalerinnen zehn Punkte. Das reichte gegen eine zugegebenermassen bescheidene Konkurrenz, um oben zu bleiben. Ob in der kommenden Saison erneut bis in die Schlussrunde um den Klassenerhalt gebangt werden muss, hängt von zahlreichen Faktoren ab.

Klar ist: Das Kader muss verstärkt werden

Entscheidend wird sein, dass man Leistungsträgerinnen wie Captain und Innenverteidigerin Céline Bürgisser, 33, halten kann. Und auch, wie sich die «jungen Wilden» um die erst 17-jährige Stürmerin Adriana Bösiger entwickeln. Nicht mehr im FCS-Dress auflaufen wird künftig die 25-jährige Mittelfeldakteurin Saranda Hashani. Sie wechselt als Trainerin zu Erstligist Kloten.

Ein herber Verlust für den FC Schlieren: Mittelfeld-Akteurin Saranda Hashani (gelbes Dress, am Ball) verlässt den Klub in Richtung Kloten.

Ein herber Verlust für den FC Schlieren: Mittelfeld-Akteurin Saranda Hashani (gelbes Dress, am Ball) verlässt den Klub in Richtung Kloten.

Alexander Wagner

Schlierens Hauptproblem: die Ineffizienz vor dem gegnerischen Tor. Mit ihren 15 Treffern in den 18 Partien der verkürzten Saison liegen die Limmattalerinnen abgeschlagen am Ende der Skala. Noch weit hinter Walperswil und Worb, die jetzt durch das Stahlbad der Abstiegsbarrage gegen einen Erstligisten gehen müssen.

Telegramm

Aarau ‒ Schlieren 1:0 (0:0)

Schachen (Kunstrasen). ‒ Tor des Spiels: 70. Raqipi 1:0.
Schlieren: Eigenmann; Vono, Bürgisser, Agaj, Küng (70. Seiler); Hashani (92. Miotti), Bonfardin, Do Couto; Bürgler, Rohr; Bösiger.
Bemerkungen: Schlieren ohne Conte, Radulovic, Erkol, (alle verletzt), Roth (Ausland), Tageldin (Familie), Notter (Ferien). ‒ Verwarnung: 50. Küng.