Fussball
Schlieren vergibt Torchancen fahrlässig: Nullnummer auf dem Kunstrasen

Schlierens NLB-Fussballerinnen verlieren gegen Favorit Rapperswil-Jona diskussionslos mit 0:3. Der «Strich» kommt wieder ein bisschen näher.

Ruedi Burkart
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Nach einem Ballgewinn von Antje Notter (rechts) zieht Schlierens Sturmspitze Adriana Bösiger Richtung Rapperswil-Gehäuse. Zu einem Tor reichte es indes nicht.

Nach einem Ballgewinn von Antje Notter (rechts) zieht Schlierens Sturmspitze Adriana Bösiger Richtung Rapperswil-Gehäuse. Zu einem Tor reichte es indes nicht.

Ruedi Burkart

Ein guter Trainer stellt sich nach einer Niederlage vor sein Team. Ein guter Trainer tobt nicht öffentlich über die offensiv schwache Leistung seiner Mannschaft. Und ein guter Trainer lässt sich insbesondere nie dazu hinreissen, vor Journalisten vom Leder zu ziehen und Einzelkritik zu üben. Alessandro Vicedomini ist ein guter Trainer.

Und so sagte der Übungsleiter der Schlieremer NLB-Kickerinnen nach der 0:3-Heimniederlage gegen Rapperswil-Jona lediglich:

«Wir haben heute vieles richtig gemacht. Vor allem defensiv standen wir gut. Aber wenn du so viele Absenzen hast, wie wir im Moment – ja, dann wird es gegen ein routiniertes Team wie Rappi schwierig.»

Da ist durchaus was dran. Und weil Vicedomini eben kein schlechter Trainer ist, liess er es dabei bewenden. Schlierens Offensivflaute als Hauptübel. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Wer wie die Limmattalerinnen die wenigen Chancen, die sich in einem Spiel wie in jenem am vergangenen Samstag bieten, dermassen kläglich vergibt, der muss sich nicht wundern, wenn am Schluss die Null auf der eigenen Seite stehen bleibt.

Die erst 17-jährige Stürmerin Adriana Bösiger hatte in Halbzeit eins nach mustergültiger Vorarbeit von Schwerarbeiterin Antje Notter den Schlieremer Führungstreffer auf dem Fuss (32.) – und reüssierte nicht. Im Gegenzug fiel das 1:0 für Rapperswil-Jona – die frühere FCS-Akteurin Romana Trajkovska düpierte die FCS-Defensive und erzielte ihr fünftes Saisontor. Nach dem Seitenwechsel boten sich Youngster Bösiger zwei weitere Top-Chancen. Doch erneut wurde nichts aus einem Volltreffer.

Schlieren trifft nicht, Rapperswil dreimal

Auf der Gegenseite stellten Spieser (51.) und Liga-Topskorerin Cavelti (67.) auf 0:3 aus Schlieremer Sicht. Hätte FCS-Torhüterin Annina Eigenmann nicht einmal mehr eine überzeugende Leistung gezeigt, Schlierens Niederlage wäre gut und gerne zwei bis drei Tore höher ausgefallen.

Mittelfeldspielerin Saranda Hashani musste sich schon nach 23 Minuten wegen einer noch nicht näher definierten Knieverletzung auswechseln lassen. Somit hat das Schlieremer Lazarett erneuten Zuwachs erhalten. Dort ist seit einer Woche auch Jil Studer wieder anzutreffen. Erst von einer langwierigen Verletzung genesen, zog sich die 23-Jährige im Training einen Nasenbeinbruch zu.

Trotz immer dünnerem Kader, zu einem erneuten Comeback überreden lassen wird sich Patrizia «Pätzi» Dreyer nicht. Die Schlieremer Klub-Legende meinte auf die entsprechende Frage des neugierigen Journalisten nur: «Meinen Rücktritt als Aktive habe ich schon vor langer Zeit gegeben. Ich bin jetzt Assistenztrainerin und spielen werde ich sicher nicht mehr.» Womit auch das geklärt wäre.

Die Lage im Tabellenkeller spitzt sich zu

In der Tabelle haben die Schlieremerinnen wegen Luzerns überraschendem 1:0-Sieg gegen Derendingen Solothurn einen Rang eingebüsst. Sie liegen sechs Runden vor Saisonschluss auf dem achten und somit drittletzten Platz. Die beiden letzten Ränge sind noch sechs und mehr Punkte entfernt. Allerdings: Gewinnt Worb am kommenden Mittwoch im Nachtragsspiel gegen den weiterhin punktelosen FC Walperswil, dann rücken die Bernerinnen respektive rückt der «Strich» bis auf drei Punkte an den FCS heran. Weiter geht es für die Limmattalerinnen am kommenden Samstag mit einem Auswärtsspiel gegen den Tabellensechsten FC Derendingen Solothurn.

Telegramm

Schlieren – Rapperswil-Jona 0:3 (0:1)

Zelgli (Kunstrasen). – 50 Zuschauer hinter dem Absperrgitter. – Tore: 34. Trajkovska 0:1. 51. Spieser 0:2. 67. Cavelti 0:3.
Schlieren: Eigenmann; Vono, Bürgisser, Agaj, Miotti; Hashani (23. Notter), Bonfardin, Do Couto (71. Martinez); Bürgler (71. Valente), Rohr; Bösiger.
Bemerkungen: Schlieren ohne Studer, Tageldin, Radulovic, Küng, Erkol, Conte (alle verletzt), Roth (Ausland), Hau (Arbeit). – 23. Hashani mit Knieverletzung ausgeschieden. – Cornerverhältnis: 1:7.