Fussball
Der FC Schlieren schaut in die Röhre: Bittere 1:6-Niederlage in Derendingen

Die Limmattaler NLB-Fussballerinnen kassieren gegen Derendingen Solothurn fünf Gegentore in 18 Minuten (!) und verlieren mit 1:6. Der Fall unter den Strich droht jetzt mehr denn je.

Ruedi Burkart
Merken
Drucken
Teilen
Kathrin Rohr (links) erzielte nach nur sechs Minuten Schlierens Führungstreffer. Viel geholfen hat dieser indes nicht.

Kathrin Rohr (links) erzielte nach nur sechs Minuten Schlierens Führungstreffer. Viel geholfen hat dieser indes nicht.

Alexander Wagner

Fünf Runden vor Saisonschluss spitzt sich in der Nationalliga B der Kampf um den Ligaerhalt immer mehr zu. Mittendrin: der FC Schlieren. Nach der 1:6-Auswärtspleite am vergangenen Samstag gegen Derendingen Solothurn liegen die Limmattalerinnen nur noch dank der weniger schlechten Tordifferenz (minus 27) gegenüber dem punktegleichen FC Walperswil (minus 35) über dem Strich.

Dabei begann die Partie für die erneut arg ersatzgeschwächt angetretenen Schlieremerinnen im solothurnischen Wasseramt optimal. Nach sechs Minuten erzielte Kathrin Rohr den Führungstreffer. «Danach hatten wir eine gute Phase und standen dem zweiten Tor nahe», rapportiert FCS-Trainer Alessandro Vicedomini. Getroffen haben in der Folge allerdings nur noch die Gastgeberinnen. 1:1 stand die Partie zur Pause, 1:6 aus Sicht der Limmattalerinnen am Schluss.

Kaum zu glauben aber wahr: Zwischen der 58. und der 76. Minute kassierten die völlig überforderten Schlieremerinnen fünf Treffer. «Das war ganz bitter», meinte Vicedomini nur,

«wir müssen diese Partie jetzt abhaken und vorwärts schauen.»

Viel mehr bleibt ihm und seinen Spielerinnen auch nicht übrig.

Vicedominis Bilanz: Fünf Spiele, vier Punkte

Vor einem Monat hat Vicedomini beim FC Schlieren übernommen, nachdem der Verein den bisherigen Übungsleiter Fernando Esteban wegen Erfolgslosigkeit in die Wüste geschickt hatte. Vicedomini startete seine Mission Ligaerhalt gleich mit einem Paukenschlag. Nach nur zwei Teamtrainings gewann er mit den Schlieremerinnen auswärts gegen den FC Luzern mit 2:1.

Seither jedoch kam in vier Partien nur noch ein Punkt hinzu, beim allerdings beachtlichen torlosen Remis auswärts gegen Tabellenleader Yverdon. Zu behaupten, der Effekt des Neuen sei bereits wieder verpufft und das Team gleite wieder im alten Fahrwasser, greift allerdings zu kurz. Wer dermassen viele potenzielle Stammspielerinnen wegen Verletzungen nicht einsetzen kann wie der FCS, muss sich nicht wundern, wenn es sportlich nicht läuft. Doch Vicedomini jammert nicht. Er sagt:

«Ich spiele mit jenen, die fit sind.»

Punkt. Gegen Solothurn brachte er gerade noch elf gesunde Spielerinnen zusammen. Auf der Bank sassen drei Akteurinnen aus dem 2.-Liga-Team. Im Kampf gegen die Verbannung in die Barrage gegen einen 1.-Ligisten – direkte Absteiger aus der NLB gibt es dieses Jahr nicht – geht es jetzt ans Eingemachte.

Am kommenden Samstag, 8. Mai, spielt Schlieren auf dem heimischen Zelgli gegen den nur einen Zähler besser klassierten FC Luzern. Eine Woche später fährt der punktgleiche Tabellenvorletzte Walperswil aus dem Berner Seeland zum Abstiegs-Schocker nach Schlieren. Und am Mittwoch, 19. Mai, steht das Auswärtsspiel gegen das punktlose Schlusslicht Worb an.

Die Hoffnung auf ein ruhiges Saisonende

Nach diesen drei Partien gegen die direkte Konkurrenz wird man mit grosser Wahrscheinlichkeit wissen, wohin die Reise der Schlieremerinnen geht. In die nervenaufreibende Barrage gegen einen erfolgsverwöhnten 1.-Ligisten. Oder in ein beschauliches Saisonende ohne Druck gegen die beiden übermächtigen Teams von Thun Berner Oberland und dem FC Aarau.

Telegramm

Derendingen Solothurn – Schlieren 6:1 (1:1)

Heidegg. – Tore: 6. Rohr 0:1. 42. Budimir 1:1. 58. Imoberdorf 2:1. 59. Bosshard 3:1. 64. Bosshard (Penalty) 4:1. 74. Hager 5:1. 76. Suter 6:1.
Schlieren: Eigenmann; Vono, Bürgisser, Agaj, Seiler; Bonfardin, Do Couto (73. Pepino); Bürgler, Rohr, Miotti (44. Bärtsch); Bösiger.
Bemerkungen: Schlieren ohne Hashani, Conte, Studer, Erkol, Küng, Ruggieri, Radulovic (alle verletzt), Notter (Ferien), Valente (Arbeit), Roth (Ausland), Tageldin (Familie).