Fussball
Alle wollen wieder kicken: Auch der kantonale Verband hofft auf einen Re-Start im April

Willy Scramoncini vom Fussballverband der Region Zürich skizziert verschiedene Szenarien für die Fortsetzung der Saison 2020/21.

Ruedi Burkart
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Willy Scramoncini, Leiter Abteilung Spielbetrieb beim FVRZ, glaubt an eine Wiederaufnahme der Saison 2020/21.

Willy Scramoncini, Leiter Abteilung Spielbetrieb beim FVRZ, glaubt an eine Wiederaufnahme der Saison 2020/21.

Bild: zvg

Die Auswirkungen des bis zum 22. Februar verlängerten Lockdowns treffen auch die Amateurfussballer mit voller Wucht. Können die Jugendlichen bis 16 Jahre immerhin normal trainieren, bleiben die Erwachsenen seit Monaten aussen vor. Mehr als in kleinen Gruppen joggen liegt aufgrund der bundesrätlichen Massnahmen gegen die Coronapandemie nicht drin. Weil die Fussballsaison im vergangenen Herbst unterbrochen wurde, konnte nicht einmal die Vorrunde zu Ende gespielt werden. Es droht ein ähnliches Szenario wie im vergangenen Frühjahr, als die Meisterschaften nicht gewertet wurden.

Auch wenn immer noch nicht klar ist, wann der Spielbetrieb weitergeht, gibt es Hoffnung auf ein reguläres Ende der Fussball-Saison 2020/21. «Wir wollen, wenn immer möglich, alle Meisterschaften der Junioren und der Erwachsenen zu Ende spielen», sagt Willy Scramoncini auf Anfrage. Der Leiter Abteilung Spielbetrieb des Fussballverbandes der Region Zürich (FVRZ) skizziert verschiedene Varianten für die Wiederaufnahme des Amateurfussballs.

Sollte ab Anfang März ein reguläres Teamtraining möglich sein, kann sich Scramoncini vorstellen, am zweiten April-Wochenende wieder zu spielen.

«Wenn wir am Wochenende nach Ostern den Spielbetrieb wieder aufnehmen könnten, dann wäre es möglich, die Saison einigermassen regulär zu Ende zu spielen.»

Will heissen, alle restlichen Partien aus dem Herbst nachholen sowie eine vollständige Rückrunde – also 13 Partien pro Team in der 2. Liga und 11 Partien pro Team in der 3. Liga – spielen. Damit könnte die Saison auch gewertet werden, es gäbe Auf- und Absteiger.

Das Bauchgefühl sagt, es dauert noch länger

Doch Scramoncini glaubt nicht so recht an einen Re-Start im April. «Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir erst im Mai werden starten können», erklärt der Mann, der seit über drei Jahrzehnten im FVRZ in den verschiedensten Funktionen tätig ist. Warum erst im Mai? «Eben, es ist ein Bauchgefühl», antwortet Scramoncini. In diesem Falle würden erst die restlichen Partien der Vorrunde bis Pfingsten (23. Mai) durchgepaukt. Danach, so Scramoncini, sei es denkbar, in der 2. und 3. Liga die Gruppen zu halbieren und beispielsweise in der 3. Liga die Mannschaften auf den Rängen 1 bis 6 und jene auf den Rängen 7 bis 12 eine einfache Runde spielen zu lassen – oben ginge es dann um den Aufstieg, unten gegen den Abstieg. Das gäbe nochmals je fünf Partien pro Team. Scramoncini: «So würden wir mit allen Partien bis zum 30. Juni durchkommen.»

Im schlimmsten Fall, so der FVRZ-Funktionär weiter, fände der Re-Start Mitte Mai oder gar erst Anfang Juni statt. «In diesem Fall ginge es einfach noch darum, die verschobenen Partien aus der Vorrunde nachzuholen.» So wäre die Hälfte aller Spiele absolviert, und die Saison 2020/21 könnte gewertet werden. Welches Szenario eintreffen wird, hängt selbstverständlich in erster Linie vom Verlauf der Coronapandemie und den bundesrätlichen Vorgaben ab. Auch wenn Scramoncini noch nicht weiss, wie es weitergeht, blickt er zuversichtlich auf die kommenden Wochen und Monate. «Ich bin eigentlich immer positiv eingestellt», sagt er mit einem Lächeln.

Die Klubs können auf ihre Mitglieder zählen

Ähnlich scheint es auch der Mehrheit der insgesamt 177 Vereine zu gehen, die Mitglied im FVRZ sind. Scramoncini erhält immer wieder positive Rückmeldungen von den Klubs. «Viele haben finanzielle Sorgen. Aber die Vereinsmitglieder zeigen sich in dieser schwierigen Zeit sehr solidarisch und zahlen vor allem aus Liebe zu ihrem Verein die Jahresbeiträge.» Willy Scramoncini spricht vielen Fussballanhängern aus dem Herzen, wenn er sagt: «Ich freue mich jetzt schon darauf, wieder auf einen Fussballplatz zu gehen, ein Spiel anzuschauen und mit Bekannten zu fachsimpeln.»

Er hoffe, dass die aktuell schwierigen Zeiten zu einem Umdenken geführt haben. Dass sich Spieler und Zuschauer bewusst geworden sind, wie sehr ihnen der Amateurfussball fehlt und dass in Zukunft «alle das Vereinsleben wieder ein wenig mehr schätzen».

Die grosse Frage: Wann dürfen die Amateurfussballer - hier Urdorf und Wettswil-Bonstetten - wieder ran an den Ball?

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Bild: Ruedi Burkart