Schlieren
Für Schwyzerörgeli-Liebhaber: Bei der Stubete vergisst man für einen Moment alles

Die Schwyzerörgeli-Gruppe Schlieren lud zur «Stubete» im Stürmeierhuus. Musikanten und Fans frönten der Volksmusik.

Ly Vuong
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Stubete im Stürmeierhuus 2018
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Stubete im Stürmeierhuus Auf der Bühne wechselten sich im Viertelstundentakt eingespielte Formationen mit spontan gebildeten Ad-hoc-Gruppen ab.
Stubete im Stürmeierhuus Für Bassist und Gitarrist Röbi Gierer ist es die pure Freude, mit anderen Musikanten zusammen zu spielen.
Stubete im Stürmeierhuus Walter und Marlies Stalder unterstützen die Schwyzerörgeli-Gruppe Schlieren. Er ist Präsident von Freizeit Schlieren, wo der Verein als Interessengruppe angeschlossen ist. Sie ist Präsidentin des Fanclubs der Schwyzerörgeli-Gruppe Schlieren.
Stubete im Stürmeierhuus Dora Bollinger aus Schlieren hat vor allem Bezug zur Stubete durch ihren Partner, der im Jodlerclub Schlieren ist. Sie selbst spielt klassische Violine.
Stubete im Stürmeierhuus Die Musikanten des Schwyzerörgeli-Quartetts Wintifäger Beat Krüsi, Irma Nigg und Kurt Schori, hier mit dem Stubete-Koch Kurt Kaufmann.
Stubete im Stürmeierhuus Der Bündner Rico Cavegn komponiert und schreibt selbst Lieder. Bei der Stubete trat er mit drei humoristischen Stücken auf.
Stubete im Stürmeierhuus Eine spontane Ad-hoc-Formation
Stubete im Stürmeierhuus Der 98-jährige Hans Furter, hier mit Tochter Elsbeth Scherrer, freut sich, bekannte Gesichter zu sehen und neue Formationen zu entdecken.
Stubete im Stürmeierhuus Von links: Präsidentin Sylvia Bader, Silvia Zahner und Vreni Graf. Hier vor dem Kuchenbuffet, welches die Mitglieder selbst gebacken haben.
Stubete im Stürmeierhuus Von links: Hansruedi Reist und Adrian Gehri (von Reist-Schwyzerörgeli-Bau aus Wasen im Emmental) nutzen die Gelegenheit, mit ihren Kunden in Kontakt zu treten bei der Stubete. Im Bild ganz rechts: Rolf Meier von der Schwyzerörgeli-Gruppe Schlieren.
Stubete im Stürmeierhuus Hier spielt die Gruppe zum Ofebänkli.

Stubete im Stürmeierhuus 2018

Ly Vuong

Rund 100 Besucher folgten der Einladung der Schwyzerörgeli-Gruppe Schlieren zur 24. Stubete im Stürmeierhuus. Die Schwyzerörgeli-Gruppe Schlieren zählt 30 Mitglieder. An der Stubete am Sonntag traten alle gemeinsam auf der Bühne auf. «Die Stubete ist eine gute Plattform, um Werbung für uns zu machen», sagte Vereinspräsidentin Sylvia Bader. Vom Mittag bis Abend wechselten sich verschiedene Formationen im Viertelstundentakt ab. Bereits existierende Gruppen, aber auch spontan gebildete Kreise musizierten miteinander.

Auf der Bühne besang gerade die Formation «Wintifäger» mit viel Sehnsucht die Zeile «Bim allerletzte Sunnestrahl uf de Mythe», während draussen die Mittagssonne noch lange nicht ans Untergehen dachte. «Wenn ich Schwyzerörgeli spiele, kann ich alles rundherum für einen Moment vergessen, dann bin ich in einer anderen Welt», sagte Beat Krüsi von den Wintifäger. Sein Kollege Kurt Schori fügte scherzend an: «Es heisst, ohne Frau kann Mann sein, aber nicht ohne Musik».

Neben viel Heimatgefühl kam auch die Ironie nicht zu kurz. Im selbst geschriebenen Stück «Ich bin truurig» erzählte der Bündner Rico Cavegn von der Erfahrung, an einer Stubete zu merken, dass er doch nicht so ein talentierter Schwyzerörgeler ist, wie er dachte. Die Melodie zum Lied habe er einem Countrylied entlehnt. Im Anschluss sang der 73-Jährige im Lied «Meh üebe»: «Z’viel Chnöpfli, es git nur eis, meh üebe».

Cavegn hat schon als Kind Schwyzerörgeli gespielt. Als 22-Jähriger ging er in die USA und liess die Volksmusik für über 30 Jahre im Dornröschenschlaf ruhen. Erst vor acht Jahren habe er wieder damit angefangen.

Erst im hohen Alter zur Volksmusik gefunden hat der 98-jährige Hans Furter. 1995 trat er der Schwyzerörgeli-Gruppe Schlieren bei. Als erfahrener Klavierspieler brachte er sich das Schwyzerörgelispielen selber bei. Vor zehn Jahren musste er aufgrund einer Schulterverletzung aufhören. «Bei der Stubete treffe ich bekannte Gesichter und entdecke neue Formationen», so Furter. Weil ihr Partner im Jodlerclub ist, habe sie Bezug zur Stubete, sagte Dora Bollinger. Sie selbst spiele klassische Violine. Bassist und Gitarrist Röbi Gierer hingegen ist jedes Jahr dabei: «Das Spielen mit verschiedensten Musikanten ist Freude pur».

Fanclub zählt 110 Mitglieder

Die Geschichte der Schlieremer Stubete begann 1994: Als Werner Maier und Walter Böhringer auftreten wollten, war Maiers Wohnstube zu klein für alle Mitglieder. So entstand die Stubete. Der Name «Stubete» geht traditionell auf die Bauernstube zurück, in der man gemeinsam Volksmusik macht und Geselligkeit geniesst. Die Schwyzerörgeli-Gruppe Schlieren gehört zur Interessengruppe «Freizeit Schlieren». «An der Stubete erhalte ich Rückmeldungen zum Verein», so Walter Stalder von Freizeit Schlieren. Seine Frau Marlies Stalder ist Präsidentin des «Fanclubs Schwyzerörgeli-Gruppe Schlieren». Der Fanclub zählt rund 110 Mitglieder.