Urdorf
Für die Sekundarschüler geht eine bewegte Woche zu Ende

Die Sekundarschüler vom Schulhaus Moosmatt haben in ihrer Projektwoche viel erfahren – etwa, dass aus ihrem Schulhaus früher Stühle flogen.

Aline Ilk
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Aline Ilk

Während der letzten Woche durften die insgesamt 223 Sekundarschülerinnen und -schüler des Urdorfer Schulhauses Moosmatt ihrer Kreativität und ihren Interessen freien Lauf lassen. Für einmal mussten sie nicht im Schulzimmer sitzen und zuhören, sondern konnten sich mit 18 verschiedenen Projekten beschäftigen. Unter dem Motto «Was uns bewegt», hatten sie die Möglichkeit, zwischen vielfältigen Themenbereichen ein Projekt auszuwählen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit wurden gestern im Schulhaus ausgestellt. «Ich bin mit dem Resultat mehr als zufrieden», sagt Heinz Kühnis, Oberstufenlehrer an der Sekundarschule Moosmatt. «Die Schüler haben grosses Interesse gezeigt.» Kühnis organisierte die Projektwoche mit drei Kollegen. «Wir haben seit zehn Jahren keine Projektwoche mehr gemacht», sagt er. Ihr Ziel sei gewesen, ein Thema zu finden, dass möglichst breit sei und viel Spielraum für kreative Ideen lasse. So seien sie auf «Was uns bewegt» gestossen. «Man kann sich viel darunter vorstellen. Emotional kann sich viel bewegen, aber auch physisch», so Kühnis. Die Schüler wurden auch angeregt, eigene Ideen für Projektgruppen vorzuschlagen.

Begeisterte Schüler

Eine Klasse beschäftigte sich mit dem Thema Flüchtlinge. Sie haben viele Ausflüge gemacht und waren sogar in einem Asylzentrum. «Es war sehr eindrücklich, mit den Leuten dort zu sprechen», sagt eine Schülerin. «Wir haben erfahren, von wo sie kommen und wieso sie hier sind, was sehr spannend zu hören war.» Schüler anderer Gruppen wurden zu Graffiti-Sprayern oder Bienenforschern. Einem historischen Rückblick widmete sich die Gruppe mit dem Thema «1973–2015: Bewegte Zeiten im Schulhaus Moosmatt» unter der Leitung von Schulsozialarbeiter Christopher Szaday. Ihre Mission war es, ehemalige Schülerinnen und Schüler aus dem Schulhaus Moosmatt zu finden und ihre Geschichten zusammenzutragen. «Das Schulhaus Moosmatt hat eine 40-jährige Geschichte. Ich möchte nicht, dass diese verloren geht», so Szaday. Ihre Spurensuche war erfolgreich und sie erfuhren viele unterhaltsame Anekdoten von früher. «Für mich war die Woche sehr lehrreich und interessant», sagt eine Schülerin aus der Gruppe. «Früher haben die Schüler schlimmere Dinge gemacht als wir heute.» Unter anderem seien Stühle aus dem Fenster geworfen oder Abfalleimer angezündet worden. Einige seien im Klassenlager anstatt zu schlafen noch in die Stadt feiern gegangen.

«Wir haben viele Geschichten erfahren und trotzdem ist es nur ein Bruchteil von all dem, was hier passiert ist», sagt Szaday. «So viele hätte ich am Anfang der Woche nie erwartet.» Die Suche sei nicht immer ganz einfach gewesen, aber viele Kontakte habe die Projektgruppe dank persönlichen Bekanntschaften ausfindig machen können. «Die Leute hatten Hemmungen und kamen nicht von alleine auf uns zu», so Szaday. «Wir haben Stände im Zentrum aufgesellt, damit sich Menschen dort melden können. Nach zwei Tagen haben wir diese abgeräumt, weil niemand gekommen ist.»