Schlieren
Für die Kinder war die Geschenketauschaktion wie verfrühte Weihnachten

Mit der Geschenktauschaktion der Caritas konnten Kinder ihre Spielsachen abgeben und dafür andere auswählen. Neben dem Spielsachenaussuchen konnten die Kinder am Tauschtag auch kleine Geschenke basteln.

tabea wullschleger (Text & Fotos)
Merken
Drucken
Teilen
Luca hat einen riesigen Zauberkasten entdeckt
9 Bilder
Gespannt lauschen die Kinder der Geschichtenerzählerin
Gemeinsam suchen sich Mutter und Tocher ein passendes Spiel
Die Kinder konnten auch basteln und malen
Die beiden haben jede Menge schöne Spielsachen gefunden
Die Sonne brachte die bunten Spielsachen richtig zum Leuchten - und diese wiederum brachten Kinderaugen zum Leuchten
Bei so vielen Spielen hat man die Qual der Wahl
Auch die Bücher werden ganz genau begutachtet
Geschenktauschakton von Caritas in Schlieren

Luca hat einen riesigen Zauberkasten entdeckt

Limmattaler Zeitung

Das Mädchen steht vor dem Tisch mit den Plüschtieren und schaut mit grossen Augen von Sozialdiakon Urs Trüb zu den Plüschtieren und wieder zu Trüb. «Darf ich wirklich einfach eines aussuchen?», fragt sie und Trüb nickt lächelnd.

Zusammen mit Judith Hüppi von der katholischen Kirche leitet der Sozialdiakon der reformierten Kirche Schlieren die Geschenktauschaktion. Letztes Jahr organisierte Hüppi den ersten Tauschtag im katholischen Pfarreizentrum noch ohne reformierte Unterstützung. Die Idee für die Tauschaktion kommt vom katholischen Hilfswerk Caritas. «Wir haben daher einige Vorgaben einzuhalten, wie zum Beispiel das fixe Datum. Dafür müssen wir uns nicht um Werbung kümmern, da die Caritas Plakate zur Verfügung stellt», sagt Hüppi, welche die Sozialberatungsstelle der katholischen Kirche Schlieren leitet.

Solidarische Aktion

Das Prinzip der Geschenktauschaktion ist simpel: Kinder zwischen drei und zwölf Jahren bringen ihre Spielsachen in die Sammelstelle. Pro zwei abgegebene Spielsachen bekommen sie einen Bon. Diesen konnten sie nun am Tauschtag gegen ein anderes abgegebenes Spielzeug eintauschen. Den Überschuss an Spielsachen, der so entsteht, kommt Kinder aus Armutsbetroffenen Familien zugut. «Ich habe Bons an die Sozialdienste Schlieren und Dietikon sowie an Beratungsstellen geschickt», sagt Hüppi. Auch sie selber habe Bons an Familien verteilt. Manche Eltern könnten erst dadurch ihren Kindern ein Spielzeug zu Weihnachten schenken, sagt sie.

Neben dem Spielsachenaussuchen konnten die Kinder am Tauschtag auch kleine Geschenke basteln oder bei der ehemaligen Schlieremer Bibliothekarin Heidi Berri oder bei Urs Trüb eine Geschichte hören.

Es ist ein gesellschaftliches Thema

Falls die Geschenktauschaktion auch nächstes Jahr durchgeführt wird, wird es wieder ein ökumenischer Anlass: «Das Teilen und Tauschen ist ein gesellschaftliches Thema, nicht nur ein kirchliches», sagt Hüppi. Die Kinder würden so lernen, dass Solidarität etwas Gutes sei. Daher überlegen sich Hüppi und Trüb auch, nächstes Jahr nicht nur die Kinder im Religionsunterricht, sondern alle Schulkinder mit einzubeziehen.