Haltestelle Dietikon
Für die einen «überzeugend», für andere ein «Kuhhandel»

Der Anschluss der Limmattalbahn an den Bahnhof Dietikon wird grösstenteils positiv gewertet. Die Gegner wollen ihren Widerstand aber noch nicht aufgeben.

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Die Linienführung der Limmattalbahn sorgt weiterhin für rote Köpfe.

Die Linienführung der Limmattalbahn sorgt weiterhin für rote Köpfe.

ZVG

Also doch. Die Limmattalbahn soll den Bahnhof Dietikon anfahren. Der Stadtrat und die Limmattalbahn AG haben sich geeinigt. Bei den Parteien wird dies grösstenteils positiv gewertet. Eine direkte Anbindung an den Bahnhof erachte die EVP als notwendig und logisch. «Punkte wie die weiterhin problemlose Querungsmöglichkeit am Kirchplatz für Fussgänger sind begrüssenswert, ebenso die Neugestaltung des Bahnhofplatzes» so die EVP.

Auch die SVP, die hinter der Einsprache des Stadtrates stand, wertet die am Montag präsentierte Lösung positiv. «Das weitere Vorgehen in Sachen Limmattalbahn werden wir parteiintern besprechen», teilt die Partei weiter mit.

Von «überzeugenden Ergebnissen» spricht die FDP. «Mit der gewählten Variante wird die durchgehende Transportkette sichergestellt, erhalten wir den notwendigen zusätzlichen Platz am Bahnhof und vermeiden wir drastische Eingriffe ins Ortsbild im Bereich Zürcherstrasse-Löwenplatz», so die FDP.

Die AL, die sich dafür einsetzte, dass die Limmattalbahn zum Bahnhof fährt, ist sich sicher, dass mit der nun getroffenen Lösung der Anschluss an das S-Bahn-Netz noch attraktiver werde.

Die SP begrüsst «die klar verbesserte Variante». Mit der vorliegenden Lösung und den vorgesehenen Begleitmassnahmen biete die Limmattalbahn eine grosse Chance für das Gebiet des Bahnhofs Dietikon und das Stadtzentrum.

Auch die Grünen sind grundsätzlich mit dem Ergebnis zufrieden. «Es sind zusätzliche, eindeutige Verbesserungen feststellbar. Andererseits wurden wesentliche Mängel, allen voran die verbesserte Anbindung des künftigen Quartiers Niederfeld, bisher nicht bearbeitet», hält die Partei fest.

Für die Vereinigung Zentrum Dietikon wiederum, sind «die tangentialen Massnahmen der Wertschöpfung für das Zentrum und Dietikon von Glanzenberg bis zum Dreispitz» wichtig. Gleiches gelte für die Attraktivitätssteigerung in der City.

Kirche hält an Einsprache fest

Wenig Begeisterung löst die Einigung bei der katholischen Kirche aus. «Wir erachten die vorgestellte Variante als nicht zukunftsweisend», sagt Kirchgemeindepräsident Karl Geiger auf Anfrage. Zwar werde durch den Abriss der Liegenschaft beim Bahnhof eine leichte Verbesserung der Platzverhältnisse erzielt. Man sei aber noch weit von einer guten Lösung entfernt. «Im Bereich der geplanten Haltestelle der Limmattalbahn ist es nach wie vor zu eng», so Geiger. Die Kirchenpflege werde ihre Einsprache gegen die Linienführung aufrechterhalten.

Der Verein «Limmattalbahn Nein» wurde zum Masterplanverfahren nicht zugelassen. «Eine Stellungnahme wird nach eingehender Prüfung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen», teilt er mit.

Von einem «Kuhhandel» spricht die DP. Dieser sei absehbar gewesen, weil der Stadtrat immer betont habe, dass er diese Bahn um jeden Preis wolle. «Die DP wird dieser Lösung nicht zustimmen, weil auf Kosten des Steuerzahlers Häuser zum direkten Abbruch gekauft werden sollen und weil mit diesem Vorgehen Existenzen bedroht sind», hält sie fest. Weil die DP die Limmattalbahn grundsätzlich ablehne, sehe sie sich zudem nicht in der Verantwortung, für jene Probleme Lösungen zu präsentieren, die es ohne Limmattalbahn gar nicht gäbe.