Zirkus
Für den grossen Auftritt wagen sich junge Artisten barfuss aufs Nagelbrett

Für einen Abend sind sie Magier, Artisten und Fakire. Vier Tage lang probten über 30 Kinder für die Aufführung des Zirkus Balloni am Donnerstagabend und überwanden dabei auch die eine oder andere Angst.

Anina Gepp
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Nur zögerlich wagen sich die Artisten auf die Glasscherben
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Zirkus Balloni
Auf dem Nagelbrett zu sitzen schaffen die Kinder ebenfalls
Mit einem Trick tut es gar nicht weh
Diese Figur nennt sich menschliche Pyramide
Mutig wagt sich die 9-jährige Valerie aufs Nagelbrett

Nur zögerlich wagen sich die Artisten auf die Glasscherben

Anina Gepp

Konzentriert steht Valerie barfuss vor einem Brett mit dutzenden von Nägeln. Ein letztes Mal atmet sie tief ein und aus. Dann legt sie vorsichtig den ersten Fuss auf die spitzige Plattform und zieht den zweiten nach. Geschafft: Das 9-jährige Mädchen beherrscht seine Zirkusnummer perfekt.

Seinem Gesichtsausdruck ist nicht anzumerken, dass es ein wenig schmerzt. «Ich habe mich schon daran gewöhnt», verkündet sie stolz in Alexander Otts Richtung. Der Zirkusartist organisiert dieses Jahr bereits zum sechsten Mal die Proben und Aufführung des Circus Balloni in der Gemeindescheune Oetwil. Unterstützt wird er dabei vom Elternklub Mikado. Heuer nehmen 31 Kinder teil.

Geduldig studiert Ott mit jedem Kind eine Nummer ein. Während einige auf dem Nagelbrett im Schneidersitz sitzen dürfen, werden andere junge Artisten barfuss in Scherben stehen. Als der Artist dies den Kindern verkündet, sind sie erst einmal schockiert. Auf Scherben könne man doch nicht stehen, ohne sich dabei zu schneiden, sagt Ryan ängstlich.

Ott beugt sich zu den Kindern vor, die alle gespannt im Kreis um ihn herumsitzen, und sagt leise: «Ich verrate euch den Trick. Solange die Scherben auf einem Haufen sind, schneiden sie niemals.» Doch noch immer sind einige der kleinen Artisten skeptisch. Erst nachdem sich ein paar von ihnen getraut haben, mit baren Füssen auf die Scherben zu stehen, ziehen alle Kinder mit.

Während sich die erste Gruppe in der Überwindung von Ängsten übt, schlagen einen Raum weiter die Akrobaten ihre Räder und Purzelbäume. Zu lauter Musik proben sie ihren Turnauftritt. Auf dem Programm stehen auch menschliche Pyramiden, bei denen mehrere Kinder eine Figur darstellen. Hier kommt es auf Geschicklichkeit, Konzentration und Kraft an. Letztere scheint aber plötzlich nachzulassen.

Eine der Akrobatinnen knallt plötzlich auf den Boden. Doch schnell rappelt sie sich wieder auf: Zum Glück schützen Turnmatten vor dem harten Aufprall.

Kinder entscheiden mit

Bis am Donnerstagabend der Auftritt stattfinden kann, muss noch einiges vorbereitet werden. Für die Nummer der Zauberer steht noch nicht fest, welche Musik bei der Aufführung gespielt werden soll. Die Kinder diskutieren heftig mit. Am liebsten hätten die Knaben noch eine Feuer- und Rauchshow. Doch Ott winkt schnell ab. Das gehe nicht, die Decke sei denkmalgeschützt.

Dennoch, so sagt er, werde die Show bombastisch. Die Kinder klatschen in die Hände. Sie können es kaum mehr erwarten bis der Vorhang fällt und es heisst: Manege frei, für die Oetwiler Variante des Circus Balloni.

Die Kinder zeigen ihre Kunststücke am Donnerstagabend um 19 Uhr in der Gemeindescheune Oetwil.