Bildung
Für 80 Millionen Franken: Ausbau der Kantonsschule Limmattal soll 2021 starten

Regierungsrat beantragt einen Kredit für Ausbau der Kantonsschule Limmattal. Rund 80 Millionen Franken soll die Erweiterung kosten. Darin inbegriffen ist eine Photovoltaik-Anlage.

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Auf Anfang Jahr wurden in der Mensa der Kantonsschule Limmattal die Preise erhöht. Blindtext Blindtext Blind Blind Blindtext Blindtext Blind Blind Blindtext

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Das Limmattal wächst und wächst, das bekommt auch die Kantonsschule Limmattal in Urdorf zu spüren. Gemäss offizieller Prognose zählt sie 1100 Schüler bis 2040. Die Schule ist bereits ausgelastet, aktuell zählt sie 750 Schüler. Schon 2008 wurde entschieden, dass ihre ­sanierungsbedürftigen Hallen-­Provisorien abgerissen und zwei neue Sporthallen und eine Aula gebaut werden sollen. Auch die heutige Parkierungsanlage wird zurückgebaut. Im Projektwettbewerb für den Neubau setzten sich 2017 schliesslich die Pläne des Zürcher Architekturbüros Penzisbettini gegen 138 andere Ideen durch.

Ein Neubautrakt enthält übereinander zwei Doppelsporthallen und eine Aula mit 500 Sitzplätzen. In einem zweiten Neubautrakt sind auf vier Geschossen einige Klassenzimmer sowie sämtliche Räume für Physik, Chemie und Biologie angedacht. In den bestehenden, 1986 fertiggestellten Gebäuden werden dafür die naturwissenschaftlichen Einrichtungen wie zum Beispiel Labors entfernt, dafür werden dort zusätzliche Klassenzimmer eingerichtet. Überdies gehört zum Projekt auch eine unterirdische Einstellhalle für Velos und Autos. Deren Dach soll als begrünter Platz die beiden Neubautrakte verbinden. Im Frühjahr 2021 sollen nach heutigem Kenntnisstand die Bauarbeiten beginnen, sofern alles nach Plan läuft. Im Sommer 2024 könnten die neuen Gebäude bezogen werden.

Photovoltaik-Anlagen in 151⁄2 Jahren amortisieren

Die Kosten – sie wurden 2015 noch mit 50 Millionen Franken und 2017 mit 59,3 Millionen Franken beziffert – betragen gemäss heutiger Planung nun 80,6 Millionen Franken. So hoch ist der Objektkredit, den der Regierungsrat beim Kantonsrat beantragt. Den Antrag gab er am Donnerstag bekannt.

Aus dem Antrag wird unter anderem klar, dass auf den Dächern der beiden Neubautrakte Photovoltaik-Anlagen installiert werden sollen. «Sie sind so konzipiert, dass die erzeugte Energie direkt in den Gebäuden der Kantonsschule Limmattal verbraucht wird», teilte der Regierungsrat mit. Seinem Antrag ist überdies zu entnehmen, dass die beiden Photovoltaik-Anlagen auf den total 916 Quadratmetern Dachfläche eine Leistung von rund 141 Kilowatt-Peak erreichen könnten. Innerhalb von 151⁄2 Jahren lasse sich die Anlage amortisieren. «Die Wirtschaftlichkeit ist somit gegeben.» ­Geprüft hat sie das ­Glarner ­Beratungsunternehmen Zenna AG.

Mit dem Entscheid, die Dächer für die Stromproduktion mit Sonnenenergie zu nutzen, dürfte der Regierungsrat bei der Urdorfer GLP-Kantonsrätin Sonja Gehrig für Freude sorgen. 2018 hatte sie sich mit einer Anfrage beim Regierungsrat erkundigt, ob Photovoltaikanlagen Teil des Kanti-Ausbau-Projekts sind oder nicht. Damals zierte sich der Regierungsrat noch, diese Frage tatsächlich zu beantworten. Nun, wo er sein Ja zur Photovoltaik offenbart, verweist er darauf, dass mit dem Entscheid pro Photovoltaik dem Anliegen eines Postulats aus dem Jahr 2014 Rechnung getragen werde, das sich für kostendeckende Stromproduktion auf kantonalen Liegenschaften aussprach. Eingereicht wurde dieses Postulat vom damaligen Kantonsrat Martin Neukom (Grüne); dieser amtet seit 2019 als Baudirektor.

Obwohl es nun auf den Kanti-Dächern klappt: Die grundsätzliche Diskussion geht weiter. «Der Regierungsrat wird aufgefordert dafür zu sorgen, dass auf allen geeigneten Dächern von kantonalen Liegenschaften Photovoltaikanlagen gebaut werden», lautet eine Motion, die Gehrig im März eingereicht hat.

Hallen-Provisorien dienen für ein Jahr als Schulräume

Nicht nur auf den beiden Dächern spielt Energie eine Rolle. Die Neubauten der Kantonsschule Limmattal werden im ­sogenannten Minergie-P-Eco-­Standard realisiert und Erdsonden liefern die Heizenergie.

Der Umbau respektive die Umnutzung der bestehenden Gebäude soll im Sommer 2024 beginnen, wenn die Neubauten fertig sind. Die beiden heutigen provisorischen Sporthallen – sie sind in einem baulich schlechten Zustand – werden im Zuge dessen ein Jahr lang als provisorischer Schulraum genutzt. Dafür werden sie mittels einfacher, aber akustisch wirksamer Wände unterteilt. Im Sommer 2025, wenn dann auch der Umbau der bestehenden Gebäude fertig ist, werden die beiden Hallen-Provisorien abgerissen. (deg)