Freibäder
Fünffacher Schwimmspass: Grosser Badi-Vergleich im Limmattal

Nach einem zähen Saisonstart zieht es die Bevölkerung wieder in Scharen in die Freibäder der Region. Wir haben die fünf Limmattaler Schwimmbäder für einen Augenschein vor Ort besucht.

Sophie Rüesch
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Das Schwimmbad Fondli ist eines der fünf Freibäder, dass wir genauer unter die Lupe genommen haben.

Das Schwimmbad Fondli ist eines der fünf Freibäder, dass wir genauer unter die Lupe genommen haben.

Sophie Rüesch

Das familiäre Schwimmbad Geren, Birmensdorf

Infrastruktur/Attraktionen

Das Schwimmbad hat ein 25-Meter-Schwimmbecken mit acht Bahnen, ein grosses Nichtschwimmerbecken, über das ein kleines Brücklein führt, und ein Planschbecken mit Sonnensegel und Wasserpumpstation. Vom Sprungbecken mit 1- und 3-Meter-Sprungturm führt eine 25 Meter lange Rutschbahn ins Nichtschwimmerbecken. Ausserdem kann man sich in einem separaten Sprudelbad entspannen. Für Wassermüde gibt es ein Schachfeld, Tischtennisplätze, ein Beach-Volleyball-Feld und einen kleinen Kinderspielplatz.

Das Schwimmbad Geren ist eine idyllische Dorfbadi.

Das Schwimmbad Geren ist eine idyllische Dorfbadi.

Sophie Rüesch

Lage/Optik/Atmosphäre

Die Badi liegt etwas ausserhalb des Ortskerns, dafür mitten in der ländlichen Idylle von Birmensdorf. Sie hat einen eigenen Parkplatz, ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln aber eher schwierig zu erreichen. Dafür ist die Anlage ruhig und verfügt über einen schönen Ausblick auf ein gegenüberliegendes Waldstück. Ins Birmensdorfer Schwimmbad kommen besonders ortsansässige Familien und Sportschwimmer. Hier kennt fast jeder jeden, die Atmosphäre ist entspannt und vertraut.

Verpflegung

Für die Küche zeichnet Marlies Graf Beerli verantwortlich, die seit 18 Jahren mit ihrem treuen Team gesunde und liebevoll zubereitete Gerichte auf die Tische zaubert. Weil sich die Kasse im selben Raum wie die Küche befindet, darf dort nicht frittiert werden. Die Pächterin machte daraus eine Tugend und bietet einen täglich wechselnden Tageshit sowie eine reichhaltige Fixkarte mit frisch zubereiteten Menüs an. Im Restaurant, das auch ohne Badi-Eintritt zugänglich ist, essen nicht nur Badende, sondern Hungrige aus dem ganzen Dorf.

Preise/Öffnungszeiten

Hauptsaison: 9 bis 20 Uhr
Nebensaison: 9 bis 19 Uhr/10 bis 20 Uhr
Je nach Witterung bleibt die Badi geschlossen

Erwachsene: 7 Franken; Jugendliche (6 bis 18 Jahre): Fr. 3.50 Ortsansässige erhalten Rabatt auf Saisonkarten.

Fazit

Das Schwimmbad Geren ist eine kleine, aber feine Dorfbadi. Wer Spektakuläres sucht, ist hier vielleicht am falschen Ort. Doch die schöne Lage und die Infrastruktur, die alle Grundbedürfnisse abdecken dürfte, macht die Badi einen Besuch wert. Ausserdem ist der kulinarische Genuss garantiert.

Das Schöne: Schwimmbad zwischen den Hölzern, Oberengstringen

Infrastruktur/Attraktionen

Die Oberengstringer Badeanlage verfügt über ein 50-Meter-Schwimmbecken, an das ein Nichtschwimmerbecken angegliedert ist. Aus einem oder drei Metern kann man in eine Sprungbucht hechten. Neben einem Lernschwimmbecken gibt es ein Planschbecken mit Mini-Rutschbahn für die Kleinen. Diese können sich auch auf der Blasio-Hüpfburg und einem Spielplatz austoben. Ausserhalb des Wassers kann man zudem Beach-Volleyball, Fussball, Tischfussball und Tischtennis spielen.

Die Badi Oberengstringen punktet vor allem optisch.

Die Badi Oberengstringen punktet vor allem optisch.

Sophie Rüesch

Lage/Optik/Atmosphäre

Das Schwimmbad Zwischen den Hölzern befindet sich, wie der Name schon sagt, an schönster Lage zwischen Waldrand und Weinbergen. Die Badi verfügt über einen grossen Parkplatz und ist gut per öV erreichbar. In der weitläufigen Anlage spenden prächtige Bäume Schatten. Auf einer kleinen Anhöhe kann man grillieren und dem Treiben im Bad zuschauen. Bei den Garderoben- und WC-Anlagen schlagen die Herzen der Ästhetiker höher: Zwischen den holzgetäferten Flanken plätschert ein Brunnen und blühen Pflanzen. Neben den Oberengstringer Familien suchen hier auch gerne mal Stadtzürcher etwas Ruhe.

Verpflegung

Etwas aus dem Rahmen fällt das Restaurant: Zwar müsste man schon sehr mutig sein, den Gästen die berühmten Badi-Pommes frites vorzuenthalten, die Menüauswahl ist aber doch etwas gar deftig. Hier gibt es vor allem viel Fleisch und Frittiertes, dies an einer Theke, die den Appetit nicht unbedingt anregt. Wer dabei vermutet, dass ihm ein Menü zu schwer im Magen liegen würde, kann dafür aus einem grossen Glacesortiment auswählen.

Preise/Öffnungszeiten

Bei jeder Witterung: 9 bis 11 Uhr
Je nach Witterung: 11 bis 20 Uhr

Die Oberengstringer Badi gehört zum Tarifverbund der Stadtzürcher Schwimmbäder. Erwachsene: 7 Franken; Jugendliche: 5 Franken; Kinder: 3.50 Franken

Fazit

In der Oberengstringer Badi finden Gäste vor allem fürs Auge etwas. Zwischen den schönen Hölzern und den über der Anlage thronenden Rebbergen vergisst man schnell einmal die Zeit. Die Anlage ist sauber und bietet punkto Infrastruktur das Nötige – und noch etwas mehr.

Die Nachhaltige: Biobadi im Moos, Schlieren

Infrastruktur/Attraktionen

Der grösste Trumpf des 2011 wiedereröffneten Schwimmbads ist die biologische Wasseraufbereitung. Das kühle Nass ist im Gegensatz zu Chlorwasser äusserst augen- und hautfreundlich und wird mit der Biogas-Blockheizung nachhaltig geheizt. Für die Waghalsigen gibt es eine Sprungbucht mit Kletterturm und 1- und 3-Meter-Sprungbrett sowie eine 65 Meter lange Rutschbahn. Schwimmen kann man im 50-Meter-Becken, Planschen im Nichtschwimmerbecken. Beach-Volleyball und Tischtennisplätze sorgen für Unterhaltung ausserhalb des Wassers.

Wer auf Chlorwasser verzichten möchte, geht in die Biobadi.

Wer auf Chlorwasser verzichten möchte, geht in die Biobadi.

Sophie Rüesch

Lage/Optik/Atmosphäre

Genau dort, wo diese Badi punktet, muss sie auch einstecken: Weil die Wasseraufbereitung vollbiologisch funktioniert, bilden sich auf dem Beckengrund Algen, die dem Bad vor allem im flachen Nichtschwimmerbecken einen unreinen Anschein geben. Das – ironischerweise – giftgrüne Wasser hat zwar durchaus seinen ästhetischen Reiz, doch leider lenkt davon ein Reinigungsmaschinen-Durcheinander ab. Das «Möösli», wie die Schlieremer ihr zentral gelegenes Bad liebevoll nennen, ist in erster Linie eine Badi für die eigene Stadt. Wegen des in der Region einzigartigen Biowassers kommen aber auch auswärtige Gäste, die dem Chlorwasser aus dem Weg gehen möchten.

Verpflegung

Im Restaurant beim Eingang des Schwimmbads kann das typische Badi-Essen bestellt werden: einiges Frittiertes und Snacks für zwischendurch. Die Gerichte selbst bieten wenig Überraschendes, werden dafür aber täglich frisch und mit viel Liebe zubereitet und zu fairen Preisen verkauft. Auch die Schleckmäuler kommen im Kiosk nicht zu kurz.Das Bad öffnet jeden Tag um 9 Uhr, dienstags sogar schon um 6 Uhr und bleibt je nach Witterung bis 20 Uhr geöffnet

Preise/Öffnungszeiten

Erwachsene: 7 Franken; Kinder (über 6), Jugendliche (bis 18), Lehrlinge und Abendeintritt ab 17.30 Uhr: Fr. 3.50
Ganztags Wiedereinlass mit elektronischem Bändeli

Fazit

Optisch hat das Schwimmbad seit der Neueröffnung etwas abgegeben. Aber das für die relativ kleine Anlage grosse Freizeitangebot lockt nach wie vor viele Besucher an. Dank des Wassers spielt das Möösli sowieso ausser Konkurrenz. Wer das Schwimmen im biologischen Nass sucht, kommt hierher.

Das aufgefrischte Schwimmbad Fondli, Dietikon

Infrastruktur/Attraktionen

Das neu eröffnete Fondli kann sich sehen lassen: schimmernde Chromstahlbecken, eine 80 Meter lange Rutschbahn, ein Sprungbecken mit Kletter- und Sprungturm (1, 3 und 5 Meter), ein Nichtschwimmerbecken mit Strömungskanal, Wasserschirm, Luftsprudelplatte und Schwallduschen, eine Planschlandschaft mit Sonnensegeln, ein Beach-Volleyball-Feld, ein grosser Spielplatz – all das macht einen Besuch mehr als wert. Action-Hungrige wie Schwimmer, die auf den acht Bahnen des 50-Meter-Beckens ihre Runden drehen könne, kommen hier auf ihre Rechnung. Das Wasser wird solar beheizt.

Das Schwimmbad Fondli ist eines der fünf Freibäder, dass wir genauer unter die Lupe genommen haben.

Das Schwimmbad Fondli ist eines der fünf Freibäder, dass wir genauer unter die Lupe genommen haben.

Sophie Rüesch

Lage/Optik/Atmosphäre

Die Chromstahlbecken mit Überlauf-Effekt lassen den Pool unendlich erscheinen, das ursprüngliche Eingangsgebäude, in dem heute Garderoben und WCs untergebracht sind, strahlen im neuen Anstrich; auf den weitläufigen Liegewiesen spenden Bäume Schatten und Holzlatten-Blöcke einen festen Untergrund. Das Wasser schimmert in der Sonne in gleissendem Blau, während sich im naturnah gestalteten Becken die Kinder austoben. Im mit öV leicht erreichbaren Bad tummelt sich die ganze Stadt: Jung und Alt, Arm und Reich, Planscher und Schwimmer, Familien, Paare und Alleingänger. Die Badi lebt; ruhig ist es hier nur auf den abseits gelegenen Liegewiesen.

Verpflegung

In der Fondliküche wird alles frisch zubereitet. Auch hier findet sich die klassische Badiverpflegung: Pommes frites, Bratwürste, Salate und Süsses. Die Menüauswahl ist nicht spektakulär, doch die Gerichte sind gut und frisch zubereitet. Auf dem Platz vor dem Nichtschwimmerbecken isst man unter Sonnenschirmen mitten im Badi-Gewimmel.

Preise/Öffnungszeiten

Von Mitte Mai bis Mitte September täglich von 9 bis 20 Uhr

Erwachsene: 7 Franken; Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahren: Fr. 3.50. Mit dem Freibadeintritt darf man auch ins angegliederte Hallenbad. In die Sauna im Hallenbadgebäude kommt man für 16 Franken.

Fazit

Im Fondli wurde bei der Sanierung mit der grossen Kelle angerührt. Das Resultat überzeugt: Hier gibt es für den wagemutigen Teenager bis zur bewegungsbewussten Grossmutter etwas. Das Fondli ist der klare Favorit; wobei das neu – und teuer – sanierte Bad einen ebenso klaren Startvorteil geniesst.

Das ruhige Schwimmbad Weihermatt, Urdorf

Infrastruktur/Attraktionen

Im Schwimmbad Weihermatt steht der Komfort und die Familientauglichkeit im Vordergrund. Den Schwimmern steht ein 50-Meter-Becken mit sechs Bahnen zur Verfügung, daneben steht ein Becken mit 1- und 3-Meter-Sprungbrett. Ein Strömungskanal zieht durch das Nichtschwimmerbecken, in dem auch die 40 Meter lange, kleinkindtaugliche Rutschbahn endet. Dahinter bietet das sonnenbesegelte Planschbecken den Kleinsten genügend Platz und Schatten. Ein Spielplatz, Tischtennis- und Tischfussballplätze sowie ein Beach-Volley-Feld sorgen für wasserlose Unterhaltung. Das Wasser kann mit einer Solaranlage geheizt werden.

Das Schwimmbad Weihermatt eignet sich eher für ruhesuchende Gäste

Das Schwimmbad Weihermatt eignet sich eher für ruhesuchende Gäste

Sophie Rüesch

Lage/Optik/Atmosphäre

Im rund vier Hektaren umfassenden und hügeligen Gelände finden alle ihren Platz. Unter dem Schatten der Bäume wird gelesen, gedöst und getratscht. Das Kindergeschrei im Nichtschwimmer- und Planschbecken dringt kaum bis zu den weiter abgelegenen Liegewiesen vor. In der Weihermatt trifft man vor allem auf ortsansässige Familien, auf den einen oder anderen Städter, der hier die Ruhe geniesst, oder auch mal auf auswärtige Schulklassen. Die Badi hat ausserdem einen Standortvorteil: Nur einige Schritte vom Bahnhof Weihermatt entfernt, ist sie gut mit öV erreichbar. Auch genügend Parkplätze stehen zur Verfügung.

Verpflegung

Das 2012 sanierte Restaurant bietet keine grosse Menüauswahl. Anders sieht es bei den Süssigkeiten aus: Ganze Kühlschränke mit Glaces und Regale voller Schleckzeug warten auf gierige Kindermäuler. Weil die Karte so klein ist und das Selbstbedienungsrestaurant zwei Kassen betreibt, gibt es keine langen Wartezeiten. Auch schön: Von der Restaurantterrasse aus überblickt man das ganze Gelände.

Fazit

Hauptsaison: 9 bis 20 Uhr
Nebensaison: 10 bis 19 Uhr

Erwachsene: 6 Franken; Kinder: 3 Franken. Saisonkarten kosten für Einheimische weniger. Mit dem Eintritt kann man auch auf die mit Kunstrasen belegte Kunsteisbahn.

Fazit

Das Schwimmbad Weihermatt ist sauber, ordentlich, ruhig und bietet auf seiner grossen und schönen Anlage fast jedem Badetyp etwas. Jugendliche, denen ein 3-Meter-Sprungbrett nicht genug Action bietet, gehen vielleicht besser woanders hin. So haben auch die übrigen Gäste mehr Ruhe.