Begegnungen
Fulvia Hofmann: Sie bringt die Kultur ins Dorf

Aesch: Nach ihrem Umzug von Zürich aufs Land vermisste Fulvia Hofmann das pulsierende Stadtleben. Mittlerweile ist ihr das Dorf ans Herzen gewachsen – auch dank ihrer Leidenschaft.

Margret Stöcklin
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Fulvia Hofmann ist Präsidentin der Kulturkommission Aesch.

Fulvia Hofmann ist Präsidentin der Kulturkommission Aesch.

Margret Stöcklin

Die 59-jährige Fulvia Hofmann ist in Zürich geboren und aufgewachsen, wo sie auch die gesamte Schulzeit verbrachte. Ihre Berufs-Ausbildung machte sie ebenfalls in Zürich, nämlich an der Physiotherapieschule am Stadtspital Triemli. « Ich bin eine kommunikative Person, bin neugierig und bewege mich gerne. Menschen und Umwelt interessieren mich sehr. Diese Kombination führte mich zur Physiotherapie», sagt Fulvia Hofmann.

Ihrem angestammten Beruf hat sie bis heute die Treue gehalten und war, bis zu ihrer Selbstständigkeit, am Stadtspital Triemli, der Reha Klinik Bellikon sowie in verschiedenen Zürcher Ärzte-Physiopraxen tätig. Eher zufällig zog Fulvia Hofmann im 1981 nach Aesch, wo sie ein geräumiges Haus mit schönem Umschwung gefunden hatte.

« Anfänglich hatte ich hier grosse Mühe, weil ich mein geliebtes, pulsierendes Zürich allzu sehr vermisste. Aber irgendwann konnte ich das Heimweh überwinden und mein heimeliges Zuhause, mitsamt dem schönen Garten, so richtig geniessen. Ich war in Aesch angekommen», erklärt sie. Auch ohne einem Verein anzugehören, habe sich ihr Bekanntenkreis in dieser Zeit wie von selbst erweitert, denn das Dorf sei klein und man laufe sich fast täglich über den Weg», erzählt die gross gewachsene Frau.

In verschiedenen Vereinen aktiv

Vor 15 Jahren richtete sie sich zu Hause eine kleine Physiotherapie-Praxis ein. Diese Idee wurde geboren, weil Aesch zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Betreuungsangebot für Kinder anbieten konnte. Die 59-Jährige erinnert sich: « Das fand ich ausgesprochen mühsam, denn meine drei Kinder waren noch klein und ich wollte unbedingt meinen geliebten Beruf ausüben».

Mittlerweile hat Fulvia Hofmann vereinstechnisch aufgerüstet. Sie unterstützt den Frauenverein, tut im Singkreis Birmensdorf/Aesch mit und ist seit 13 Jahren in der Kulturkommission, davon vier Jahre deren Präsidentin. «Ich mag alles, was mit Kultur zusammenhängt, Musik, Tanz, Theater, Film und Literatur. Es liegt also auf der Hand, dass ich mich auch für die Kultur im Dorf engagiere», hält sie fest.

Sie mache das sehr gerne, weil sie experimentierfreudig sei. «Die Gemeinde ist grosszügig und unterstützt unsere Kulturkommission finanziell, was ich sehr schätze», so Hofmann, die sich gerne vom reichhaltigen Kulturprogramm der Stadt Zürich inspirieren lässt, aber auch vom kulturellen Angebot der Region.

«Ich staune jedes Mal, was diese kleinen Gemeinden auf die Beine beziehungsweise Bühne bringen. Da steckt viel Herzblut drin», sagt Hofmann. Gleiches gelte auch für ihre «Kukis», die immer wieder voller Freude, mit tollen Ideen sowie riesigem persönlichen Einsatz dabei seien. «Ohne meine ‹Kukis› würde nichts klappen», lobt die Präsidentin und lädt die Aescher Bevölkerung ein, die diversen hiesigen Veranstaltungen zu besuchen.

Man könne beispielsweise einen schönen Abend in entspannter Atmosphäre verbringen und viele bekannte Gesichter wieder sehen. «Alles befindet sich in Gehdistanz und kostet relativ wenig, verglichen mit den Stadtpreisen. Was will Mensch mehr?» Für die am 9. Mai stattfindende Kunstmeile Aesch zeichnet die Kuko als Mitorganisatorin verantwortlich. Interessenten können sich noch bis Ende März anmelden.

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