Dietikon Niderfeld

Für Kinder und Senioren: Hindernisfreie Verbindung zum Gjuchquartier gefordert

Heute befindet sich an der Kreuzung, wo die Grabackerstrasse (links) auf die Überlandstrasse trifft, ein Fussgängerstreifen. Flo

Heute befindet sich an der Kreuzung, wo die Grabackerstrasse (links) auf die Überlandstrasse trifft, ein Fussgängerstreifen. Flo

Das Dietiker Niderfeld soll über die Grabackerstrasse besser an das Gjuchquartier angebunden werden – die geplante Lichtsignalanlage sei keine Lösung. Das Stadtplanungsamt ist jedoch nicht gleicher Meinung wie AL-Gemeinderat Ernst Joss.

Noch deutet entlang der Überlandstrasse nichts darauf hin, dass sich Dietikon in den nächsten Jahren an der Grenze zu Spreitenbach stark entwickeln wird. Doch das wird sich bereits ab Herbst dieses Jahres mit dem Baustart der zweiten Etappe der Limmattalbahn ändern. Hier wird die Bahn dereinst das auf der letzten grossen städtischen Siedlungsreserve entstehende Quartier Niderfeld mit dem Stadtzentrum verbinden.

Den Zeitdruck bis Herbst verspürte AL-Gemeinderat Ernst Joss, als er anlässlich der letzten Gemeinderatssitzung ein Postulat einreichte, in dem er für Fussgänger und Velofahrer eine hindernisfreie Anbindung des Niderfelds über die Grabackerstrasse an das Gjuchquartier fordert (siehe Karte auf Seite 3).

Im Postulat kritisiert er, dass die viel befahrene Überlandstrasse, die im Zuge der Bauarbeiten als Umfahrungsstrasse ausgebaut wird, das Niderfeld vom angrenzenden Quartier abspalte. Die an der Kreuzung Grabacker-/ Überlandstrasse geplante Lichtsignalanlage sei keine Lösung.

Denn für ältere Fussgänger «ist das Überqueren der Strasse bei solchen Übergängen oft nicht in einer Grünphase möglich», schreibt Joss. Der Fussgängerstreifen diene künftig auch vielen Schulkindern, die vom Gjuchquartier aus das gleich an der Grabackerstrasse zu stehen kommende Schulhaus Niderfeld besuchen werden.

«Zu grosser Umweg»

Die an der rund 200 Meter weiter stadtauswärts liegenden Bunkerkreuzung – wo die Badener- in die Überlandstrasse mündet – geplante Unterführung für den Langsamverkehr sei für Kinder und Senioren ein zu grosser Umweg, sagt Joss.

Deshalb fordert er, dass auch von der Grabacker- in die Bleicherstrasse entweder «eine Überführung mit allenfalls einer Tieferlegung der Überlandstrasse oder eine Unterführung» gebaut wird. «Man muss sich alle Varianten anschauen», fordert Joss.

Dies sieht die Stadt Dietikon, die den Ausbau der Kreuzung zusammen mit dem kantonalen Tiefbauamt geplant hat, anders. Das Thema sei am runden Tisch zur Limmattalbahn mehrmals intensiv diskutiert worden und die Stadt habe in einer Machbarkeitsstudie eine Überquerung und eine Unterführung abklären lassen, sagt Stadtplanungsamt-Leiter Jürg Bösch.

Beide Varianten seien letztlich verworfen worden. Nicht zuletzt weil sie zu zusätzlichen Kosten von etwa 2,5 bis 3 Millionen Franken geführt hätten. Auch die Nutzung eines solchen Bauwerks wäre laut Bösch zumindest in den ersten 10 Jahren relativ gering geblieben, weil das Niderfeld über einen längeren Zeitraum entsteht.

Eine Tieferlegung der Überlandstrasse dürfte grundsätzlich chancenlos bleiben, weil das Gebiet zwischen Reppisch und Bunkerkreuzung in einer Grundwasserschutzzone liegt. Deshalb bezeichnete der Kanton Zürich bereits 2012 die kommunale Forderung, die Überlandstrasse tieferzulegen, als «nicht genehmigungsfähig».

Insgesamt ist das Projekt laut Bösch als «Lösung mit den geringsten Nachteilen» breit abgestützt. Gegen die 2017 erteilte Baubewilligung sind keine Einsprachen eingegangen. «Bei der Projektierung sind auch Interessenvertreter von Pro Velo und Fussverkehr Schweiz einbezogen worden», sagt er.

«Das Rotlicht ist die billigste, aber keine befriedigende Lösung», moniert Joss. Für sein Anliegen konnte er nicht nur sieben Fraktionskollegen von der SP als Mitunterzeichner gewinnen, sondern auch drei FDP-Gemeinderäte.

Die Überlandstrasse sei als Durchgangsstrasse zwingend notwendig, um den Verkehr zu entlasten, sagt FDP-Gemeinderat und Mitunterzeichner Olivier Barthe. «Es braucht eine Transitachse durch Dietikon, die möglichst zügig sein soll.» Diese solle möglichst wenig durch Kreuzungen oder Rotlichter unterbrochen werden. Er und zwei Parteikollegen hätten deshalb das Postulat mitunterzeichnet.

Das geplante Rotlicht an der markierten Kreuzung reicht AL-Gemeinderat Ernst Joss nicht. Er fordert eine Brücke oder Unterführung.

Verkehr soll mit Ampeln fliessen

Ganz ohne Rotlichter wird die Überlandstrasse in Zukunft so oder so nicht auskommen. Neben den bestehenden ist etwa auch eine Kreuzung weiter stadteinwärts eine Ampel geplant; bei der Einmündung der Güter-/Viaduktstrasse in die Überlandstrasse. «Um den Verkehr auf der Überlandstrasse möglichst reibungslos fliessen zu lassen, werden alle Ampeln aufeinander abgestimmt und für den abbiegenden Verkehr separate Spuren geschaffen», sagt Bösch.

Trotz baldigem Baubeginn sieht Joss Chancen, bei der Planung Änderungen erwirken zu können. «Noch ist nichts in Stein gemeisselt und auch bei anderen vergleichbaren Bauvorhaben im Kanton wurden noch spät Korrekturen angebracht», sagt er.

Das Stadtplanungsamt drückt aber auf die Bremse. Im Zuge der geplanten Schulanlage seien leichte Optimierungen möglich, der Übergang werde aber definitiv ebenerdig geführt.

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