Dietikon

«Für Gewerbe und Bevölkerung»: Standortförderer ist auch fürs Volk da

Die Aufgaben des Standortförderer seien es, den Wohn-und Arbeitsort zu stärken.

Die Aufgaben des Standortförderer seien es, den Wohn-und Arbeitsort zu stärken.

Als der Standortförderer eine SP-Einladung ausschlug, reagierte diese mittels Interpellation. Nun hat sich der Stadtrat damit befasst.

Die SP würde den Dietiker Standortförderer Michael Seiler gerne mal an ihrer Versammlung begrüssen, damit er über sein Wirken berichten kann. Ihre Einladung wurde aber ausgeschlagen. «Besten Dank für Ihre geschätzte Anfrage, aber ich muss dankend ablehnen. Ich referiere in meiner Funktion ausschliesslich an Veranstaltungen von Gewerbe- und Wirtschaftsverbänden und Wirtschafts- oder Branchenanlässen. Ich bitte dafür um Ihr Verständnis», soll Seiler in seiner Mail an die SP geschrieben haben.

«Die Antwort hat mich, bei aller Freundlichkeit der Formulierung, befremdet», offenbarte dann SP-Gemeinderat Manuel Peer dem Stadtrat mittels Interpellation vom 6. April. Er wollte wissen, ob der Standortförderer für den Standort Dietikon und damit auch für die Wohnbevölkerung zuständig sei.

«Für Gewerbe und Bevökerung»

Auf der Website der Stadt Dietikon steht explizit geschrieben, dass die Standortförderung in erster Linie «eine Dienstleistungsstelle für ansässige und ansiedlungsinteressierte Unternehmen» ist. Diese Passage zitiert denn nun auch der Stadtrat in seiner Interpellationsantwort. Unternehmen also, und nicht Einwohner. Aber damit ist dann eben noch nicht alles gesagt.

Der Standortförderer sei sowohl für das Gewerbe wie auch die Wohnbevölkerung Ansprechpartner, führt der Stadtrat weiter aus. «Seine Aufgaben zur Steigerung der Attraktivität des Standortes Dietikon nimmt er im Auftrag des Stadtpräsidenten wahr und fördert und stärkt dadurch den Wohn- und Arbeitsstandort», schreibt der Stadtrat. So bearbeite der Standortförderer auch Anfragen aus der Bevölkerung, vermittle Kontakte und biete Hilfestellung.

«Gerne bereit, Auskunft zu geben»

Damit zu Peers zweiter Frage: «Soll der Standortförderer ausschliesslich den geringen Anteil des Steuersubstrates der juristischen Personen, als Wirtschaftsförderer, mit seiner Anwesenheit beglücken?» In seiner Antwort weist der Stadtrat zuerst darauf hin, dass die juristischen Personen – also die Unternehmen – zirka einen Drittel der gesamten Steuereinnahmen ausmachen. Die Firmen mit ihren Arbeitsplätzen und Mitarbeitenden als wichtige Partner tragen viel zur Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Dietikon bei, schreibt der Stadtrat.

Und: «Daraus ergibt sich, dass der Standortförderer sowohl für die Arbeitswelt wie auch für die Wohnbevölkerung als Ansprechpartner zur Verfügung steht und unterstützend wirkt.» Der Stadtrat sei gerne bereit, auch an Veranstaltungen von politischen Parteien Auskunft zu geben. Solche Einladungen würden in der Regel an den zuständigen Ressortvorstand gerichtet, der entscheidet, ob er sich von zuständigen Verwaltungsmitarbeitern begleiten oder vertreten lässt.

Wenn die SP also ihre nächste Einladung dem Stadtpräsidenten schickt, könnte sie dann mehr Erfolg haben.

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