Schlagerklänge aus den 1920er- Jahren dringen in die Gänge des Birmensdorfer Gemeindezentrums Brüelmatt. Für ihre heutige Lektion «Everdance» möchte Kursleiterin Monika Descombes ihren Schülerinnen den Charleston vermitteln. «Es liegt was in der Luft» singt Mona Baptiste aus dem Lautsprecher, als die rund zehn Damen in die komplizierten Charleston-Schritte eingeführt werden. Die zwischen 60- und 80-jährigen Seniorinnen nehmen wöchentlich am Tanzkurs teil, der von Pro Senectute veranstaltet wird.

Männer seien auch im Kurs, auch wenn sie heute gerade nicht da seien, sagt Descombes. Ein Partner ist für den «Everdance» aber glücklicherweise gar nicht nötig. Sein Konzept ist es, den Kursteilnehmern Schritte und Choreografien ohne Tanzhaltung beizubringen. Auch zur Improvisation zwischendurch motiviert die Tanzlehrerin. «Jetzt drehen», ruft sie und die Schülerinnen tun wie ihnen geheissen.

Von Salsa bis Walzer

Auf den Jazz folgen heisse Salsa-Rhythmen. Den Hüftschwung beherrschen die Seniorinnen perfekt – wer sagt denn, dass sinnliches Tanzen nur etwas für Mittzwanziger ist? Pro Senectute veranstaltet die Everdance-Kurse bereits seit einigen Jahren in Dietikon, Urdorf und Birmensdorf. Viele Teilnehmende seien schon länger mit dabei, es könnten aber laut Descombes jederzeit neue Schüler dazustossen. Vorkenntnisse seien nicht nötig. Als Wiener Walzer erklingt, jubeln die Damen. Im Dreivierteltakt wippen sie vor- und rückwärts und laufen auf Anweisung der Leiterin durch den Saal. Dank «Everdance» kann man also endlich auch zu Johann Strauss ohne Partner tanzen.