Mein Ding: Musical

«Ich kann meine Leidenschaft vollends ausleben»: Diese Zürcherin bringt Musicals nach Uitikon

Auf der Bühne wie auch hinter der Kamera: Sereina Gabathuler weiss ihr Publikum zu unterhalten.

«Und, singst du immer noch, wenn du spazieren gehst?» Sereina Gabathulers Grossmutter konnte sich stets gut erinnern, dass ihre Enkelin schon in jungen Jahren ein Faible für Musik hatte. «Es stimmt, Musik war seit klein auf wichtig für mich. Als Kind war mein Traumberuf jener der Musicaldarstellerin», sagt Gabathuler. Da hilft es natürlich, wenn man aus einer durchaus musikalischen Familie stammt: «Meine Mutter spielte mehrere Instrumente. So kam es, dass meine ältere Schwester und ich schon früh auch eines erlernten.» Zuerst war dies die Klarinette, später spielte Gaba­thuler auch Saxofon.

Heute findet sie nur noch wenig Zeit dafür. Der Grund ist aber nicht minder musikalisch: Gabathuler ist eines der Gründungsmitglieder von «VocalCord», einem Musicalchor aus Affoltern am Albis. Mit diesem realisiert die Stadtzürcherin Musicals und Konzerte, die unter anderem auch im Üdikerhuus in Uitikon regelmässig auf die Bühne gebracht werden. Den Verein gibt es seit 1999. «Damals war ich in der Musikschule des Knonaueramts, in dessen Chor aber nur Minderjährige singen durften.» Die 18-jährige Gabathuler wollte jedoch weitersingen und gründete daraufhin mit ihren gleichaltrigen Sängerfreunden den «Jugendchor 18+». Später wurde dieser in «VocalCord» umbenannt.

Seit 13 Jahren auch in der Filmbranche

Seither adaptiert die heute 39-Jährige mit den rund 30 Vereinsmitgliedern bekannte Musicals wie beispielsweise «Mamma Mia». «Oder aber unsere beiden Regisseurinnen schreiben ein eigenes, neues Musical. Dabei kann jedes Mitglied seine Ideen einbringen. Demokratie wird bei uns grossgeschrieben», sagt sie und lacht. So sei etwa das Bühnenstück «Schiiwält» entstanden, das in einem Hotel in einem Skigebiet spielt und durch verschiedene schweizerdeutsche Lieder aufgepeppt wird. Die geplante Premiere in diesem Frühling ist Corona zum Opfer gefallen – sobald die Pandemie vorbei ist, soll das Stück aber auch im Üdikerhuus aufgeführt werden. Bis dahin muss ­allerdings noch viel geprobt ­werden: Dienstagabends wird ­jeweils zwei Stunden geübt, kurz vor den Auftritten fallen zudem noch drei Probewochenenden an.

«Ja, das Vereinsleben ist schon recht zeitaufwendig», sagt Gabathuler. Dennoch schafft sie es, Verein, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Die alleinerziehende Mutter eines achtjährigen Sohnes arbeitet seit 13 Jahren in der Filmbranche bei der Zürcher «Dschoint Ventschr Filmproduktion» und produziert Spiel- und Dokumentarfilme – das wohl bekannteste Werk ist hierbei das schon in Cannes aufgeführte «Chris the Swiss» – sowie Animationsserien. «Für die professionelle Musicalkarriere hat es nicht gereicht. Aber dank des «VocalCord» und meinem Beruf kann ich meine Leidenschaft für Gesang und Schauspiel vollends ausleben.»

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