Auf dem Fussballfeld Chlösterli in Urdorf surrt es leise. In gemächlichem Tempo fährt der kleine Rasenmäher-Roboter - er misst nur rund einen Quadratmeter und ist zirka 20 Zentimeter hoch - über den Rasen und schneidet die Grashalme stets auf die Länge von 2,5 Zentimetern.

«Das Gerät arbeitet wirklich sehr präzise», sagt der Werkhofleiter, in Urdorf nennt man ihn Leiter Regiebetriebe, Philipp Frei. An einer Messe sei er auf den Roboter gestossen und erachte ihn als grossen Gewinn für die Fussballspieler, die den Platz nutzen. Seit dem vergangenen März ist der Roboter nun im Einsatz. Er und die Gemeinde seien sehr zufrieden, so Frei. Trotzdem hört man in Urdorf und auf dem Fussballplatz auch Stimmen, die von Steuergeldverschwendung sprechen.

Auch Frei ist schon zu Ohren gekommen, dass kritische Urdorferinnen und Urdorfer den Kauf des Rasenmäher-Roboters als Luxusanschaffung betrachten. «Als wir das Gerät installierten, haben viele Passanten Kommentare gemacht», sagt Frei. Er habe jedoch stets darauf geachtet, die Skeptiker über die Vorteile des Mähers zu informieren. Denn dieser ist sogar eine besonders günstige Alternative: So habe der Roboter 30 000 Franken gekostet, während ein Rasenmäher-Traktor ein Vielfaches kosten würde, sagt Frei.

Schnell, leise, effizient: Der Uitiker Rasenmäher-Roboter

Schnell, leise, effizient: Der Uitiker Rasenmäher-Roboter

Via Smartphone zur Ladestation

Noch immer surrt der Mäh-Roboter leise kreuz und quer über den Rasen. Ein System, nach dem er das Gras schneidet, ist für das ungeschulte Auge nicht zu erkennen. Vermeintlich planlos rollt das Ding von einer Ecke in die andere. Dies tut es für rund eine Stunde, dann ist in der Regel die Batterie leer und er fährt selbstständig an die Aufladestation gleich neben dem Feld. Dort klinkt sich der Roboter für rund eine Stunde an, um danach wieder seine Runden zu drehen. Rund um das Fussballfeld grub man einen Draht zehn Zentimeter in den Boden. Dieser zeigt dem Rasenmäher seine Grenzen auf.

Was bleibt für den Werkbetrieb auf diesem Rasen denn noch zu tun? Philipp Frei reinigt das Gerät einmal wöchentlich von Hand. Jedoch steht er in ständigem Kontakt mit seinem elektronischen Gehilfen - via Smartphone. Dort erhält er Updates und kann ihn sogar in die Ladestation schicken. «Wenn eines der 17 Fussballteams spontan trainieren will, der Rasenmäher jedoch an der Arbeit ist, kann man mich anrufen und ich sende ihn via SMS zur Ladestation», erklärt Frei.

Dass sein Berufsstand mit der immer besser werdenden Technologie irgendwann obsolet wird, fürchtet Frei derweil nicht. «Wir vom Werkhof können nun mehr Zeit in andere öffentliche Freiräume investieren», sagt er. Ausserdem sei es bei der Anschaffung des Geräts nicht primär darum gegangen, Arbeitszeit einzusparen. Er verweist auf die Qualität des Spielfelds, die deutlich besser geworden ist - dies bestätigen ihm die Fussballspieler immer wieder.

Da das Fussballfeld in Urdorf einen schweren Boden hat, der sich bei Regen mit Wasser vollsaugt und dieses dann nur schwerlich wieder abfliessen lässt, hätte mit einem tonnenschweren Traktor bei Feuchtigkeit gar nicht gemäht werden können. Dies, weil er Spuren im Boden hinterlassen hätte. Weil der Roboter nur rund 20 Kilogramm wiegt, stellt er keine Gefahr für das Feld dar.

Standort wird mit GPS eruiert

Dass in Zukunft auch das zweite Fussballfeld Urdorfs in der Weihermatt mit einem solchen Roboter gemäht wird, hält Frei für eher unwahrscheinlich. «Dort hat es sehr viele Jugendliche und wenig soziale Kontrolle von Nachbarn. Die Gefahr, dass der Mäher beschädigt wird, ist dort zu gross, zumal er nachts unbeaufsichtigt arbeitet», so Frei.

Dabei muss er sich keine Sorgen über einen Diebstahl machen. Denn der Rasenmäher-Roboter ist mit einem GPS ausgestattet, dass Frei über seinen aktuellen Aufenthaltsort informiert - via SMS selbstverständlich.