Die Facharbeitsgruppe (FAG) Raumplanung/öffentlicher Verkehr trifft sich zu ihrer achten Sitzung. Wer aus dem Fenster schaut, erblickt den Bahnhof, auf dem das Signet der SBB und der Schriftzug Killwangen-Spreitenbach prangen. «So verlieren wir nie den Bezug zu unserem Auftrag, Raumplanung und öffentlichen Verkehr zu durchleuchten», sagt Valentin Schmid, Mitglied der Gruppe und Gemeindeammann von Spreitenbach.

Geleitet wird die FAG von René Guertner aus Killwangen, einem pensionierten Fachmann im Bereich öffentlicher Verkehr. Zehn Facharbeitsgruppen (FAG) engagieren sich im Projekt «Killwangen Spreitenbach, eine Chance für die Region». Mit ihm sollen drei Varianten zur Zukunft von Killwangen und Spreitenbach ausgelotet werden: weiter wie bisher, vertiefte Zusammenarbeit oder Fusion. «Wir haben noch keine Anträge formuliert», sagt Schmid. Dies wird im Kapitel 10 des Schlussberichtes der Fall sein, das an einer der nächsten Sitzungen diskutiert wird. Voraussichtlich werden Vor- und Nachteile in einer Saldomethode abgewägt.

«Wir haben festgestellt, dass es für den öffentlichen Verkehr keine Rolle spielt, ob die beiden Gemeinden getrennt bleiben oder ob sie fusionieren», sagt Schmid. Der Kanton legt in Absprache mit der Baden Regio und den Gemeinden fest, wann und wo ein Bus fährt. Die Arbeitsgruppe will, dass der alte Dorfteil von Spreitenbach besser erschlossen werden muss. «Unabhängig vom Projekt werden wir den Gemeinden Empfehlungen zum öffentlichen Verkehr machen», sagt Guertner.

Dabei spielt die geplante Limmattalbahn eine grosse Rolle. Die Arbeitsgruppe bemängelt, dass es in Richtung Silbern noch keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt. In diesem an Spreitenbach grenzenden Dietiker Quartier befinden sich viele Einkaufszentren und Arbeitsplätze.

Gemeindegrenze verliert Bedeutung

Bei der Raumplanung waren zahlreiche Aspekte zu beachten. So zeigte sich, dass an den Orten, wo die beiden Gemeinden aneinander grenzen, ähnliche Bauzonen bestehen. Talseits der Kantonsstrasse handelt es sich primär um Gewerbe- und Industriezone, bergseits um Wohnzonen.

Oliver Lovisetto, Bauverwalter in Spreitenbach, gibt weiter zu bedenken: «Die Gemeinden müssen nach den neuen Vorschriften ihre Raumplanung mit den Nachbargemeinden absprechen.» Im Regionalen Entwicklungskonzept (REK) sind unter anderem die quer durch das Limmattal geplanten Landschaftsspangen enthalten. In diesen soll nicht gebaut werden. Damit hat die Gemeindegrenze einen grossen Teil ihrer Bedeutung verloren. Die Arbeitsgruppe ist sich einig, dass im Gebiet des Bahnhofes Entwicklungspotenzial besteht.

Und so kommt Guertner zum vorläufigen Schluss: «Aus Sicht der Raumplanung spricht nichts gegen eine Fusion der beiden Gemeinden.» Gegen Ende Jahr wir die FAG ihren Bericht der Projektleitung abgeben.